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Abschied mit prominenten Gästen

Unterhaltung

Bengalos und Konfetti: Die Toten Hosen haben die ausverkaufte Hamburger Trabrennbahn auf ihrer Abschiedstour am Donnerstagabend zum Brodeln gebracht. Getreu dem Motto des letzten Albums „Trink aus, wir müssen gehen“, gab’s zum Abschied stilecht Dosenbier. Im Gepäck hatten die Altpunker bekannte Kollegen aus Rap, Schlager und der „besten Band der Welt“.

Mit „Opel-Gang“, dem Titelsong ihres Debütalbums von 1983, starten die Hosen pünktlich in den Abend. Campino bringt die Menge zum Grölen, die ersten Fäuste schießen nach oben.

Der Titel stand auch schon am 10.Oktober 1982 auf der Setlist, als die Hosen das erste Mal in Hamburg auftraten. Damals noch als unbekannte Punkband im Club Graffiti in Sasel, der nach nur einem Jahr wegen Lärmbelästigung schließen musste.

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In der Gegenwart erleuchten goldene Sonnenstrahlen die Wolken. Die perfekte Kulisse für den großen Abschied vor 35.000 Fans. Es folgen „Die Show muss weitergehen“ und „Wir waren nie weg“ vom neuen Album – das Publikum bleibt textsicher.

Die Toten Hosen: Großer Abschied in Hamburg

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Die Gitarristen Kuddel und Breiti, Bassist Andi und Schlagzeuger Vom Ritchie geben alles. Moment, seit wann haben die Hosen einen Keyboarder? Campino stellt Jet Baker („Buster Shuffle“) vor, der für die Live-Tour dabei ist.

Die Düsseldorfer spielen sich auf der Bühne durch Höhepunkte aus über 45 Jahren Bandgeschichte. Campino röhrt Klassiker wie „Bonnie & Clyde“, „Weil du nur einmal lebst“, oder „Hier kommt Alex“ ins Mikro. Auch seltene Live-Titel wie „Das Mädchen aus Rottweil“ oder „Was zählt“ bringen die Menge in Ekstase.

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Campino rennt gewohnt flummihaft von einem Ende der Bühne zum anderen. Punker der ersten Stunde und Familien mit Kindern springen dazu auf dem Rasen im Takt. Ganz vorn pogt eine Masse aus schwitzenden, glücklichen Körpern. Die Sonne ist inzwischen untergegangen, nur das Licht der rot glühenden Bengalos erhellt die Nacht.

Campino stürzt beim Stage-Diving

Ganz so wild wie früher ist es heute aber nicht mehr: Beim Stage Diving stürzt Campino ab, berappelt sich aber direkt und singt unbeirrt weiter. Schwer zu glauben, dass die Mittsechziger demnächst einen Gang herunterschalten wollen.

Zwischendurch plaudert Campino von Erlebnissen auf dem Hamburger Dom („Gut, dass wir nicht im Kettenkarussell sitzen“), macht aber auch ernste politische Ansagen. „Wer sein Kreuz bei der AfD macht, wählt eine neofaschistische Partei!“, ruft Campino wegen der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Antwort des Publikums: „Nazis raus“-Chöre.

Marteria, Bela B. und Vicky Leandros auf der Trabrennbahn

Nach 90 Minuten Vollgas der erste von insgesamt drei Breaks – anschließend kehren die Fünf mit Unterstützung aus gleich drei Genres zurück. Zuerst singt Rapper Marteria mit Campino „Welt der Wunder“. Kurz darauf gibt sich Ärzte-Schlagzeuger und Sänger Bela B. mit „Schrei nach Liebe“ die Ehre.

Von den Fehden aus den 1980ern zwischen Ärzten und Hosen keine Spur: „Campi hat mich in einer Hotelbar dazu gebracht, Rotweinschorle zu trinken. Das ist der Beweis, wie charmant dieser Mann ist“, sagt Bela B. Campino spricht respektvoll von der „besten Band der Welt“. Als letzter Gast betritt Schlagerstar Vicky Leandros die Bühne und alle schwenken die Arme zu „Ich liebe das Leben“.

Viele Abläufe haben sich über die Jahre zu einer liebgewonnenen Choreografie zwischen Band und Publikum entwickelt. Bei „An Tagen wie diesen“ regnet es immer Konfetti. Zum Abschied gibt’s jedes Mal ein letztes „You’ll Never Walk Alone“. Die Fans intonieren das Lied wieder und wieder – die Hosen werfen Dosenbier von der Bühne. Austrinken und gehen fällt an diesem Abend besonders schwer.

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