"Absolut pietätlos": Bundestrainer Klopp verteidigt Kimmich
Eigentlich sollte es um die starken Leistungen von Aleksandar Pavlović und Tom Bischof gehen. Doch im Halbzeitinterview des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern und Arsenal wurde daraus eine Debatte über Joshua Kimmich. Eine Diskussion, die Bundestrainer Jürgen Klopp an diesem Abend überhaupt nicht führen wollte.
Als er auf das Zusammenspiel der beiden jungen Mittelfeldspieler angesprochen wurde, lobte der Bundestrainer zunächst deren Qualitäten. "Das sind Top-Partner, die können überragend zusammen spielen", sagte Klopp. Dann wurde er jedoch deutlich: "Ich finde es heute nur absolut pietätlos, wenn wir da jetzt drüber reden."
Klopp: "Jo hat heute ganz andere Themen"
Kimmich fehlte den Münchnern aufgrund eines Trauerfalls. Der FC Bayern hatte im Vorfeld darum gebeten, die Privatsphäre des Nationalspielers und seiner Angehörigen zu respektieren. Für Klopp war deshalb der Zeitpunkt einer Debatte über mögliche Alternativen im DFB-Mittelfeld völlig unpassend.
"Wir können das ja nicht machen, ohne dass anschließend auch ein Kimmich-Thema daraus gemacht wird", erklärte der Bundestrainer: "Jo hat heute ganz andere Themen."
Die Konkurrenz für Kimmich wächst
Seit Monaten wird darüber diskutiert, welche Rolle Joshua Kimmich künftig im zentralen Mittelfeld der Nationalmannschaft einnehmen wird. Der DFB-Kapitän gehört zwar weiterhin zu den erfahrensten und wichtigsten Spielern im Team, doch die Konkurrenz ist größer geworden.
Vor allem Aleksandar Pavlović und Tom Bischof haben zuletzt mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Beide gelten als spielstark, taktisch flexibel und harmonieren auf dem Platz gut miteinander. Hinzu kommen weitere Optionen wie Felix Nmecha, die den Konkurrenzkampf im deutschen Mittelfeld verschärfen.
Zuletzt hatte Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn die Diskussion um Joshua Kimmichs Rolle im DFB-Team neu entfacht. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hielt im BR24Sport-Interview jedoch dagegen: "Ich finde es ungerecht, wie man mit Kimmich umgeht. Er ist einer, der Verantwortung trägt."
Für Matthäus gehört der DFB-Kapitän weiterhin ins Zentrum: "Du darfst deinen Leader nicht aus dem Mittelfeld rausnehmen." Zwar lobte er auch Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha, stellte aber klar: "Ohne Kimmich wären sie nicht diese Spieler."
Klopp stellt sich vor seinen Kapitän
Auch für Klopp gibt es keinen Anlass, seinen Kapitän infrage zu stellen. Der Bundestrainer machte unmissverständlich klar, welchen Stellenwert Kimmich für ihn besitzt. "Jo Kimmich ist ein überragender Mittelfeldspieler, der in unserem Team immer einen Platz haben wird", betonte Klopp.
Die starken Leistungen von Pavlović und Bischof eröffnen dem Bundestrainer zusätzliche Optionen im Mittelfeld. Sie müssen jedoch nicht zulasten Kimmichs gehen. Der DFB-Kapitän genießt weiterhin Klopps Vertrauen – und an einem Abend, an dem der Bayern-Profi privat deutlich wichtigere Sorgen hatte als die Diskussion um seine Rolle in der Nationalmannschaft, wollte der Bundestrainer daran keinen Zweifel lassen.