Abstimmung über Regionalliga-Reform: Bayern lehnt Kompass-Modell ab!
Am heutigen Montagabend waren im Nürnberger Max-Morlock-Stadion die bayerischen Bayernligisten, Regionalligisten und Drittligisten aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Sollen die Regionalligen reformiert werden, und wenn ja nach nach dem ausgearbeiteten Kompass- oder Regionen-Modell? Und das Ergebnis: Ernüchternd für die Reformbewegung und die mittlerweile vielen Kompass-Anhänger in Deutschland! Denn nach FuPa-Informationen votierten zwar 52,4 Prozent der Vereine für eine Reform, aber nur 45,2 Prozent sprachen sich für das Kompass-Modell aus. Lediglich 2,4 Prozent stimmten für das Regionen-Modell ab. Die Mehrheit votierte für die Ausarbeitung neuer Modelle. Das Kompass-Modell hat damit in Bayern keine Mehrheit gefunden. Da bei den fünf Regionalverbänden das Einstimmigkeitsprinzip ausgerufen wurde, reicht das Votum aus Bayern aus, um eine Reform zu blockieren. Besonders brisant: Für heftigen Unmut und Wirbel hatte im Vorfeld eine kurzfristige Änderung gesorgt. Ursprünglich sollten im Kompass-Modell vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften an den Start gehen. Die Vereine wurden nun aber böse überrascht und vor vollendete Tatsachen gestellt: Plötzlich ist in den Leitlinien von vier Staffeln mit jeweils 18 Teams die Rede. Dadurch würden hochgerechnet satte acht Startplätze wegfallen. Werbung für das Kompass-Modell sieht definitiv anders aus! Der FC Hansa Rostock zog beispielsweise die Konsequenzen und boykottierte die Abstimmung. Die "Kogge" schrieb am Montag auf ihrer Homepage in einer öffentlichen Stellungnahme: "Was als gemeinsamer Reformprozess angekündigt wurde, hat sich kurz vor der Entscheidung in eine Richtung entwickelt, die wir nicht mittragen können. Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer echten gemeinsamen Lösung gesprochen. Vereine haben Zeit, Energie und Vertrauen in diesen Prozess gesteckt – in der Erwartung, am Ende über eine faire und belastbare Struktur zu entscheiden. Doch jetzt zeigt sich: Nicht die gemeinsam erarbeiteten Grundlagen zählen, sondern kurzfristig veränderte Spielregeln im entscheidenden Moment."