acht Verletzte und Not-OP: Zeuge berichtet von Schockmoment
Startseite Lokales Geretsried-Wolfratshausen Egling Messerangriff auf Dorfparty: Acht Verletzte und Not-OP – Zeuge über Schockmoment – Täter untergetaucht Von: Dominik Stallein Uns auf Google folgen Bei einer Messerattacke auf einer Dorfparty in Egling wurden acht Menschen verletzt. Einige Opfer mussten in der Nacht notoperiert werden. Update, 19. Juli, 14 Uhr: Am Tag nach der Feier sitzt der Schock noch tief. Sieben Mannschaftswagen der Polizei sind am Sportplatz in Egling geparkt. Beamte suchen das Festgelände ab. Noch immer fehlt von dem Täter jede Spur. Simon Raß beobachtet die Polizisten. Er ist Vorsitzender des Burschenvereins und Hauptorganisator der Blauliachd-Party. „Das ist immer so ein gemütliches Fest gewesen. Es ist sehr traurig, dass es so geendet hat.“ Die Bluttat hatte sich nicht abgezeichnet: „Von 20 Uhr an war die Stimmung genial. Es hat richtig Spaß gemacht, bis es passiert ist.“ Gegen halb 12 kam es zum Messerangriff auf einen Gast aus Österreich, ein Begleiter von ihm wurde auch verletzt. Insgesamt acht Partygäste sind Opfer eines unbekannten Schlägers geworden. Raß hat mit dem Opfer Kontakt: „Wir haben telefoniert und gehört, dass die beiden Österreicher soweit stabil sind. Die sind extra für unser Festl gekommen, und haben jetzt so schreckliche Erinnerungen – das ist wirklich schade.“ Die vielen Helfer des Festls stehen am Schankwagen zusammen und versuchen, die Erlebnisse des Vorabends einzuordnen. Man sieht viel Kopfschütteln bei den jungen Männern und Frauen. Schock sitzt am Tag nach Messerangriff in Egling tief Der Burschen-Chef weiß: „Man kann so etwas nie ganz verhindern.“ Dabei hätten er und seine Helfer alles versucht: „Wir hatten einen Sicherheitsdienst vor Ort, die Sicherheitskonzepte vom Landratsamt und der Polizei haben wir natürlich genau eingehalten.“ Er ist konsterniert, als er am Rande des Festgeländes zwischen Elektronik und Flaschenpfand über den Vorabend nachgrübelt: „Wir richten so ein Fest aus, damit andere einen tollen Abend haben. Und dann reicht ein Mann, der ein Messer rein schmuggelt, um es zu zerstören.“ Niemand gehe davon aus, dass ein kleines Dorffest in Egling so ausarte. Die Burschen ziehen Konsequenzen aus dem Abend. „Ich glaube: Die Blaulicht-Party machen wir nie wieder. Den Namen verbindet von jetzt an jeder mit diesem Abend. Auch wir selbst haben keine guten Erinnerungen mehr daran.“ Ursprungsmeldung, 19. Juli, 11.42 Uhr: Die Blauliachd-Party in Egling sollte eine nette Dorffeier werden. Sie wurde zum Tatort: Acht Menschen wurden bei einer Messerattacke verletzt, einige mussten notoperiert werden. Vieles ist noch unklar – etwa die Identität der Täter. Hunderte Partygäste durften das Festgelände lange nicht verlassen. Messerangriff auf Dorfparty in Egling – acht Verletzte und Not-OP: Zeuge berichtet von Schockmoment Alles ging los mit einem Schlag auf einen Kopf. So steht‘s im Polizeibericht: Ein 24-Jähriger aus Österreich ging mit seinem Kumpel in Richtung Ausgang der Hütte. Da war es etwa 23.45 Uhr. Er wurde „unvermittelt durch einen Schlag gegen den Kopf zu Boden gebracht“, erklärt die Wolfratshauser Dienststelle. Von dort blickte er hoch. Der junge Mann sah, wie derselbe Täter ein Messer zückte – damit stach er nach dem Unterarm seines jüngeren Kumpels. Der 16-Jährige wurde schwer verletzt. Am rechten Unterarm hat der Sicherheitsdienst der Party eine arterielle Schnittwunde erkannt. Der Täter hörte nicht auf: Er griff weitere Besucher an. „Es kam zu weiteren Körperverletzungen“, sagt Marco Kasseckert, Polizeihauptmeister der Wolfratshauser Dienststelle. Mindestens einen weiteren jungen Mann griff er mit dem Messer an. Ein anderer Gast wurde schwer verletzt, Details zum Zustand gibt es noch nicht. „Die Kripo klärt das momentan“, sagt Kasseckert. Einige der Opfer wurden noch in der Nacht operiert. Sie erlitten Knochenbrüche im Gesicht. Aktuelle Nachrichten aus der Region Wolfratshausen/Geretsried lesen Sie hier. Der Sicherheitsdienst des Fests in Egling rief die Polizei. Die Beamten fanden eine chaotische Situation vor. 700 Gäste waren noch auf dem Gelände, die Securitys hatten die Ein- und Ausgänge abgesperrt. „Die Stimmung war aufgeheizt und aggressiv“, sagt Kasseckert. Die Uniformierten sprechen von einer „völlig unklaren Lage“. 700 Menschen warten: Security sperrt Festgelände – Täter flieht nach Messer-Attacke Die Polizei rückte mit mehreren Streifen aus, sie wurden unterstützt von Beamten aus den Nachbardienststellen. Sogar aus München rückte Verstärkung an. „Man ging davon aus, dass der Täter noch drinnen ist“, erklärt Kasseckert. Die Beamten beendeten das Fest, am Ausgang kontrollierten sie die 700 Personen. Den Täter identifizierten sie nicht. „Es kann sein, dass er sich schon vor unserem Eintreffen aus dem Staub gemacht hat“, sagt der Polizeihauptmeister. Es gab zwei Ausgänge aus dem Festgelände. Im Polizeibericht klingt das so: „Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen vor Ort und dem kontrollierten Auflösen der Veranstaltung ist der Täter weiterhin flüchtig.“ +++ Uns gibt's auch auf Instagram! Unter „MerkurWolfratshausenGeretsried“ finden Sie immer die spannendsten Geschichten aus unserer Region +++ Ein 18-jähriger Partygast spricht von einem Schockmoment. „Ich bin seit zwei Jahren stolzer Dorf-Party-Gänger, aber so eine Situation habe ich niemals erwartet.“ Er bekam die Tat nur am Rande mit. „Auf einmal hat sich ein großer Kreis auf der Tanzfläche gebildet, und in der Mitte lag ein Verletzter.“ Er blutete stark und wurde von mehreren Securitys aus der Menge gestützt. „Wir mussten lange warten, bis wir dann gehen durften. Die haben uns nicht rausgelassen“, erinnert sich der junge Mann. Die Polizei sammelte einige Zeugenaussagen vor Ort. Eine finale Täterbeschreibung wurde noch nicht veröffentlicht. Die Details müssen mit den Verletzten verifiziert werden. „Die sind größtenteils aber noch im Krankenhaus und konnten noch nicht vernommen werden.“ Auch die Befragung von Beobachtern vor Ort gestaltete sich schwierig: „Es war aufgeheizt und einige Zeugen waren alkoholisiert“, so Kasseckert. Die Polizei nahm mehrere Partygäste in Gewahrsam. Es handelte sich dabei um Gäste, die „den Ernst der Lage nicht verstanden haben“. Die Blauliachd-Party lockte am Ende wirklich viel Blaulicht an: 60 Polizisten, ein Zug des Unterstützungskommandos der Polizei, fünf Rettungswagen, zwei Notärzte, ein Rettungsdienst-Einsatzleiter, die Feuerwehr Egling mit 15 Mann, ein Rettungshubschrauber und eine Polizeidrohne waren vor Ort. Die Ermittlungen laufen weiter. Derzeit werten die Beamten Videomaterial von dem Fest aus. Die Polizei bittet Gäste, die Video- oder Fotoaufnahmen von der Veranstaltung gemacht haben, sich zu melden. Zeugen wählen 08171/42110.