Advanced Blockchain: Schlammschlacht bei Deutschlands Blockchain-Pionier
Frankfurt. Vorstände börsennotierter Gesellschaften sprechen auf Hauptversammlungen am liebsten über die Zukunft. Ausgerechnet beim Aktionärstreffen von Deutschlands Kryptopionier Advanced Blockchain AG am vergangenen Donnerstag blieb dafür jedoch wenig Zeit. Zu sehr dominierten offene Millionenforderungen, dubiose Deals und verschobene Geschäftsberichte aus der Vergangenheit die Agenda.
Eine seit vier Jahren anhaltende Krise hat das Vertrauen vieler Kleinaktionäre in die Advanced Blockchain AG erschüttert: Der Aktienkurs ist seit dem Höhepunkt des Blockchain-Booms im Jahr 2021 von rund 17 Euro auf gut einen Euro eingebrochen, ein Kursrückgang um mehr als 90 Prozent.
Auf der im Februar nachgeholten Hauptversammlung für das Jahr 2025 hatten die Aktionäre eine Sonderprüfung auf den Weg gebracht, welche die Vergangenheit aufarbeiten und Vertrauen wiederherstellen sollte.
Doch die Aufarbeitung könnte durch eine überraschende Wende gestoppt werden, noch bevor sie begonnen hat. Profitieren dürfte unter anderem der Remscheider Kryptounternehmer Michael Geike, dessen öffentliche Selbstdarstellung so gar nicht zu den Vorwürfen rund um die Advanced Blockchain AG zu passen scheint.