AfD: Abgeordneter erhebt in internem Brief an Weidel schwere Vorwürfe
Krauthausen sieht sich zwischen den Lagern und schildert mehrere Fälle, in denen er bedrängt worden sei. So soll Vincentz von ihm gefordert haben, 35 Prozent seines monatlichen Mitarbeiterbudgets zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld sollten laut seiner Darstellung Arbeitsplätze für ausgeschiedene Amts- und Mandatsträger finanziert werden. Vincentz wies diesen Vorwurf gegenüber »Bild«-Zeitung zurück.
»Verräter«-Schild an der Bürotür
An anderer Stelle wurde ihm nahegelegt, nicht bei Verbänden des Helferich-Lagers aufzutreten. Und er habe seinen Büroleiter entlassen sollen, weil dieser für Helferich geworben habe. An dessen Bürotür soll sogar einen Flyer mit der Aufschrift »Verräter« angebracht worden sein, inklusive KI-generiertem Bild des Büroleiters. Krauthausen hat seinem Brief ein Foto des Flyers beigefügt.
Was im Landesverband geschehe, »widerspricht meinem Verständnis von Anstand, innerparteilichem Umgang und der DNA unserer Partei«, schreibt Krauthausen. Er wolle in der AfD kein Klima, »in dem Misstrauen, Angst oder subtiler Druck an die Stelle einer offenen und kameradschaftlichen Debatte treten«.
Interne Machtkämpfe sind in der AfD und ihren Landesverbänden keine Seltenheit. Über die Jahre hat vor allem das völkische Lager im Vergleich gemäßigtere Parteimitglieder immer weiter an den Rand gedrängt. Beim Parteitag in Erfurt Anfang Juli konnten vor allem Parteichefin Weidel und der Thüringer Landeschef Björn Höcke ihre Macht konsolidieren. Später kam es in Nordrhein-Westfalen zum Bruch zwischen Landeschef Vincentz und dem Weidel zugerechneten völkischen Lager von Helferich. Mehr zu den Grabenkämpfen im NRW-Landesverband ordnet Ihnen mein Kollege Fabian Hillebrand hier ein .