AfD bestätigt Hackerangriff auf E-Mail-Konten der Partei
Bei einem Hackerangriff auf die AfD sind nach Angaben der Partei vermutlich Daten aus ihren E-Mail-Konten erbeutet worden. "Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren – widerrechtlich kopiert wurden", teilte die AfD auf Anfrage mit. Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen. Zuvor hatte die "Bild" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) berichtet.
E-Mails von Alice Weidel im Leak enthalten
Unbekannte veröffentlichten im Internet nach eigenen Angaben Daten, bei denen es sich um rund 421.000 AfD-E-Mails handeln soll. BR-Reporter konnten einen Teil des Leaks einsehen und sich einen ersten Eindruck davon verschaffen. Dies umfasst in Summe zehn E-Mail-Postfächer, sowohl der Partei als auch einzelner Mandatsträger – und zwar im Zeitraum von 2014 bis 2026.
BR-Reporter überprüften das Material stichprobenartig auf Authentizität. So finden sich in den Mails mehrere Presseanfragen von BR-Mitarbeitern, die in den vergangenen Jahren tatsächlich an AfD-Accounts versendet wurden.
Im Leak einsehbar sind unter anderem E-Mails, die AfD-Parteichefin Alice Weidel verfasste. Hinzu kommen Mails im Zusammenhang mit Parteiausschlussverfahren, sowie persönliche Daten von AfD-Mitgliedern eines großen Landesverbandes. Darüber hinaus sind nach aktuellem Stand hunderte Audio- und Videodateien enthalten. Auch mehrere interne Strategiepapiere zum Umgang mit Verfassungsschutzbehörden sind Teil der geleakten Daten.
"Angriff auf das deutsche Parteiensystem"
Aus Parteikreisen hieß es, die im Internet veröffentlichten Inhalte seien anscheinend authentisch. Allerdings sei in den offenbar mittels KI erstellten Zusammenfassungen, die im Netz kursieren, einiges durcheinandergebracht worden. Dadurch seien teils falsche Zusammenhänge hergestellt worden.
Die AfD erklärte weiter, der Angriff sei rasch erkannt und beendet worden. Die Besitzer der Postfächer und die Datenschutzbeauftragte seien "umgehend" informiert worden, erklärte die AfD. "Wir stehen in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden und haben den digitalen Angriff und die Publikation der Daten angezeigt."
"Das Geschehene besorgt uns sehr", betonte die Partei. Der digitale Angriff sei strafrechtlich relevant. "Zudem ist er ein Angriff auf das deutsche Parteiensystem und damit auf die Demokratie."
Offenbar Zugriff auf Mails zweier Landesverbände
Betroffen von dem Hackerangriff sei offenbar das zur AfD gehörende Unternehmen Alternita. Unter anderem hätten die Hacker Zugriff auf Mails der Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gehabt.
Den Angaben zufolge funktionierten vor einigen Wochen bestimmte AfD-Mailpostfächer nicht. Die Bundesgeschäftsstelle habe damals erklärt, es gebe einen Angriff, die Postfächer seien daher abgeschaltet worden.
Mit Informationen von dpa und AFP