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AfD-Gemeinderat muss KLJB verlassen

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Streit um Mitgliedschaft: AfD-Gemeinderat muss KLJB verlassen

Von: Kathrin Kapfer

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Anton Kronseder aus Wambach sitzt für die AfD im Taufkirchener Gemeinderat – das ist mit einer KLJB-Mitgliedschaft unvereinbar. Sein Vater trat nach der Entscheidung sofort aus der Kirche aus.

Taufkirchen – Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche positionieren sich klar gegen die AfD – die Katholische Landjugend ebenso. Deshalb darf Anton Kronseder nicht für die AfD im Taufkirchener Gemeinderat sitzen und gleichzeitig Mitglied der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) sein. Der KLJB-Vorstand der Erzdiözese München Freising, der sich explizit gegen „extreme Rechte“ positioniert, stellte den 28-jährigen Wambacher vor die Wahl, das Ratsmandat oder die Mitgliedschaft im Jugendverband niederzulegen. Kronseder entschied sich, den Platz im Gemeinderat beizubehalten.

Anton Kronseder für AfD im Taufkirchener Gemeinderat

Eigentlich war schon Gras über die Sache gewachsen: Ein erstes Gespräch mit Kronseder fand bereits im Dezember vergangenen Jahres, nach den Aufstellungsversammlungen für die Kommunalwahlen, statt. Im Vorfeld habe man lange überlegt, wie man mit der Situation umgehen soll, erläutert die ehrenamtliche Diözesanvorsitzende Hannah Wastlhuber im Gespräch mit der Zeitung. Im Diözesanverband München-Freising sei Kronseders Fall der erste, auch bayernweit komme so etwas „nicht oft“ vor, so Wastlhuber.

Im Gespräch hätten die Vertreter des Vorstands die Gründe für die Entscheidung dargelegt: Die KLJB stehe für Heimatverbundenheit, ebenso für Weltoffenheit, internationale Solidarität und Vielfalt. „Wir heißen alle willkommen, aus der christlichen Lehre heraus“, sagt Wastlhuber. Das gelte für Menschen aller Geschlechter, sexuellen Orientierungen, Herkünfte und Religionszugehörigkeiten. „Außerdem sind wir demokratisch“, so die Vertreterin des KLJB-Vorstands auf Diözesanebene. Aber: „Die AfD möchte demokratische Strukturen schwächen.“

Auch deshalb unterstützte der Vorstand der KLJB bei der Diözesanversammlung 2025 ein Positionspapier mit dem Titel „Mit starken Werten gegen extreme Rechte“. Dieses wurde von der Versammlung beschlossen. Darin seien die Werte und Haltungen klar definiert und diese seien „mit dem Amt für die AfD nicht vereinbar“ – unabhängig davon, dass Kronseder kein Parteimitglied sei. Mit seinem Mandat auf der AfD-Liste stehe er für die Partei in der Öffentlichkeit. Das passe nicht zum Bild der KLJB, die sich als „Botschafter für eine gemeinsame Zukunft“ versteht“, wie der KLJB-Bildungsreferent Lukas Lambertz erklärt.

„Der Done ist ein Urgestein der KLJB“

Florian Grasser, Vorsitzender der KLJB-Ortsgruppe Wambach, weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass der gesamte Vorstand „die Hintergründe und die Haltung des KLJB-Diözesan-Vorstands nachvollziehen kann“. Er und die Mitglieder aus dem Vorstand fanden das Vorgehen dennoch „überzogen“. „Wir sind ein Jugendverband. Wir treffen uns aus gesellschaftlichen Gründen, bei uns wurde noch nie Politik gemacht“, sagt er bei einem Telefonat mit der Zeitung. Dabei verweist er auf deutliche Interessenunterschiede zwischen den Diözesan- und Landesverbänden und den Ortsgruppen.

„Bei uns wäre niemand auf die Idee gekommen, ein Mitglied aus politischen Gründen auszuschließen“, erklärt er. „Wir müssen uns im Ort und darüber hinaus vor den Leuten für eine Entscheidung rechtfertigen, die wir nicht getroffen haben“, kritisiert er.

„Der Vorstand kann den politischen Weg, den Anton eingeschlagen hat, nicht ganz nachvollziehen. Aber wir sind der Meinung, das ist seine Sache“, so der KLJB‑Ortsvorsitzende. Man bedaure Kronseders Austritt: „Der Done ist ein Urgestein der KLJB, er ist schon ewig lange dabei und immer da, wenn eine helfende Hand gebraucht wird“, berichtet Grasser.

Kronseder selbst versteht die Entscheidung nicht. Er sitze zwar für die AfD im Gemeinderat, wolle aber im Grunde nur etwas zum Gemeinwohl auf kommunaler Ebene beitragen. Dass er nicht mehr bei der KLJB Mitglied sein darf, schmerzt ihn: „Mir liegt was am Vereinsleben“, sagt der Wambacher, der bei der Feuerwehr und dem Schützenverein ist und sich acht Jahre lang als Pfarrgemeinderat engagierte. Den Wirbel um seine Person kommentiert er so: „Mich hat das alles total genervt.“ Er habe sich schon Gedanken gemacht, aus der Kirche auszutreten, wolle das Ganze aber in Ruhe überlegen.

Sein Vater reagierte deutlich emotionaler, er trat umgehend aus der Kirche aus. „So etwas gibt es nicht“, schimpft der Gastwirt, bei dem immer wieder mal große AfD-Veranstaltungen stattfinden.

Ähnlich aufgebracht reagierte AfD-Gemeinde- und Kreisrat sowie Landtagsabgeordneter Martin Huber, der die Causa Kronseder bei einer AfD-Veranstaltung in Eichenried vor kurzem in die Öffentlichkeit trug. „Ich bin von der Kirche maßlos enttäuscht“, sagt er in einem Telefongespräch mit der Zeitung. „Die Kirche soll sich aus der Politik heraushalten.“ Ein langjähriges KLJB-Mitglied vor die Wahl zu stellen, sein Mandat für die AfD oder die Mitgliedschaft im Jugendverband niederzulegen, sei „der verkehrte Weg“. So vergräme man „einen jungen, engagierten Mann“.

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