AfD-Generalsekretär und Landtagspräsident: Tobias Rausch sieht eigene Ämterhäufing kritisch
Landtag
Landtagspräsident Rausch signalisiert Bereitschaft zur Abgabe seines AfD-Parteiamts
Stand: 23.10.2026 08:03 Uhr
Tobias Rausch ist derzeit gleichzeitig Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt und AfD-Generalsekretär. Kritik an der Doppelfunktion wies Rausch zuletzt zurück, räumte aber nun ein, seinen Posten als Generalsekretär unter bestimmten Voraussetzungen abgeben zu wollen.
von MDR SACHSEN-ANHALT
Der neue Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, Tobias Rausch, ist offenbar bereit, seinen Posten als AfD-Generalsekretär abzugeben. Das teilte Rausch dem MDR mit. Hintergrund ist demnach die Kritik, dass Rausch seinen Posten als Landtagspräsident nicht neutral ausüben könne, weil er Generalsekretär im Landesverband der AfD ist.
Diese Vorwürfe wies Rausch zwar zurück, allerdings sieht er seine Ämterhäufung nach eigenen Wort inzwischen selbst kritisch. Er habe deshalb Bereitschaft signalisiert, den Posten des AfD-Generalsekretärs im Landesverband abzugeben. Voraussetzung sei, dass die Nachfolge ordnungsgemäß geregelt sei. Rausch sagte weiter, er habe gelernt, dass er vor allem als Landtagspräsident gesehen werde und diese Amt wolle er so gut wie möglich ausüben.
Tobias Rausch wurde bei der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags Anfang Oktober zum Parlamentspräsidenten gewählt. Er ist damit bundesweit der erste Landtagspräsident der AfD.
Bei seiner Wahl erhielt er mehr Stimmen, als AfD und das BSW gemeinsam haben. Beide Fraktionen hatten zuvor ihre Unterstützung angekündigt. Zu Vizepräsidenten wurden Hans-Thomas Tillschneider (AfD) und Carsten Borchert (CDU) gewählt.
MDR (Linus-Benedikt Zosel)