AfD in Nordrhein-Westfalen: AfD in NRW will Verfügung gegen Bundesvorstand zurückziehen
Der Landesverband der AfD in Nordrhein-Westfalen will seinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Bundesvorstand der Partei zurückziehen. Dies geht aus einem Schreiben des AfD-Landeschefs Martin Vincentz hervor, das der ZEIT vorliegt. »Nie war es meine Absicht, mit euch in Konflikt zu geraten, oder den Eindruck zu erwecken, Beschlüsse des Bundesvorstandes nicht ernst zu nehmen«, heißt es dort an die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen rivalisierenden Lagern im nordrhein-westfälischen Landesverband. Die Unterstützer von Landeschef Vincentz stehen dem geringfügig schwächeren Lager um Vorstandsmitglied Sven Tritschler gegenüber, das Alice Weidel nahesteht. Auf der Kandidatenwahl für die Landtagswahl 2027 in Marl am vorvergangenen Wochenende hatten sich rivalisierende Delegierte gegenseitig der Erpressung sowie Handgreiflichkeiten beschuldigt. Es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt. Zudem wurden einzelne Wahlgänge mit Kandidaten geflutet, sodass die Versammlung in ein Chaos mündete. Der Bundesvorstand forderte daraufhin den NRW-Vorstand auf, die Versammlung beenden zu lassen und die Wahl neu zu beginnen, weil angeblich Delegierte »bedroht und erheblich unter Druck gesetzt« worden seien. Die Landesführung um Vincentz lehnte das strikt ab. Sie reichte als Antwort beim Landgericht Düsseldorf einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ein, in der sie der Bundesführung untersagte, sich in die Angelegenheiten der Wahlversammlung einzumischen und Einfluss auf die Teilnehmer zu nehmen. AfD-Bundesvorstand will Landesverband durchleuchten Der AfD-Bundesvorstand kündigte daraufhin eine Untersuchungskommission an, um Entscheidungen des NRW-Landesvorstands zu prüfen. Nach Informationen aus der Parteiführung sollen insbesondere die Finanzen des Landesverbands der vergangenen Jahre durchleuchtet werden, aber auch andere Beschlüsse, und die Praxis der Aufnahme von Mitgliedern in die Partei näher in Augenschein genommen werden. Er bedauere »die wechselseitige Eskalation der letzten Tage«, teilt Vincentz nun in dem Schreiben mit. Es sei ihm daran gelegen, zu deeskalieren – auch um Schaden von der Partei abzuwenden und »die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern nicht zu belasten«.