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AfD in Umfrage weiter elf Punkte vor Union: Mehrheit erwartet Bruch der Merz

Nation

Nicht erst seit den Landtagswahlen im September mit dramatischen Verlusten für Union und SPD und deutlichen Gewinnen der AfD steckt die Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) in einer tiefen Krise.

Das Bild wird bestimmt vom Streit über den Umgang mit den Ultrarechten und den Linken sowie immer neuem Ärger über Reformprojekte. Dazu kommt jetzt auch noch Zoff in CDU/CSU über den neuen Bundespräsidenten.

Nachdem es auch in bundesweiten Erhebungen in den vergangenen Monaten stetig bergab ging, machten zwei Befragungen zum Ende der Woche Schwarz-Rot zwar leichte Hoffnung. Und auch im „Sonntagstrend“ des Instituts Insa gab es ein Lebenszeichen von Union und Sozialdemokraten.

Doch dass die Regierung um Merz und Vizekanzler, SPD-Chef Lars Klingbeil, hält, daran haben viele Wählerinnen und Wähler in Deutschland Zweifel, wie aktuelle Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigen.

53 Prozent der Unions-Wähler erwarten vorzeitiges Aus

Demnach glaubt nur noch knapp jeder vierte Wahlberechtigte daran, dass die Koalition von Union und SPD bis zur nächsten Bundestagswahl Anfang 2029 bestehen bleibt. In der Befragung von 2202 Frauen und Männern für die Deutsche Presse-Agentur dpa zeigten sich 23 Prozent der Befragten überzeugt davon, dass das Bündnis die volle Legislaturperiode bestehen bleibt.

13 Prozent erwarten, dass die Koalition noch in diesem Jahr zerbricht. 44 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sie in den beiden folgenden Jahren vorzeitig beendet wird. 20 Prozent machten keine Angaben.

Auch unter den Wählern der Koalitionsparteien schwindet das Vertrauen in den Zusammenhalt der Regierung. Von den Unions-Anhängern rechnen 53 Prozent mit einem vorzeitigen Bruch im Vergleich zu 32 Prozent, die von einem Bestand der Koalition bis 2029 ausgehen. Bei den SPD-Wählern sind es 46 zu 34 Prozent.

In der Insa-Erhebung für die „Bild am Sonntag“ legen Union und auch die SPD, die aktuell eine neue Führungsspitze sucht, zwar jeweils leicht zu.

Da sich auch die von Alice Weidel und Tino Chrupalla geführte AfD verbessert, bleibt der Abstand in dieser Erhebung groß: Elf Prozentpunkte liegt die AfD als stärkste Kraft vor der Union. CDU/CSU und SPD kommen zusammen lediglich auf 33 Prozent.

BSW und auch die FDP wären weiterhin nicht im Bundestag vertreten. Insgesamt würden 13 Prozent aller Stimmen an Parteien gehen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Deshalb reichen rechnerisch bereits 44 Prozent für eine parlamentarische Mehrheit.

Eine Koalition aus Union, SPD und Grünen käme diesen Zahlen zufolge auf 47 Prozent und hätte damit eine Mehrheit. Noch klarer wäre ein Bündnis aus Union und AfD, das CDU und CSU allerdings bisher ausschließen. Insa-Chef Hermann Binkert bezeichnet ein Kenia-Modell deshalb derzeit als „wahrscheinlichste Koalitionsoption“.

Grüne, SPD und Linke kämen bundesweit zusammen auf 38 Prozent. Vom geplanten Rot-Grün-Rot im Berliner Abgeordnetenhaus halten die Deutschen wenig: 46 Prozent halten das Bündnis für schlecht, nur 31 Prozent gut.

Binkert sagte dazu: „Die Zusammenarbeit von SPD und Grünen mit der Linkspartei wird bundesweit mehrheitlich ebenso kritisch gesehen wie die Ideen und Positionen der Linkspartei.“

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

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