AfD in Umfrage zwölf Punkte vorne: Union stürzt unter Merz auf Rekordtief von nur noch 18 Prozent
Nach den Erfolgen bei den Landtagswahlen geht der Höhenflug für die AfD auch in bundesweiten Umfragen weiter – und für die Union unter Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz der freie Fall: Denn in einer neuen Insa-Erhebung für die „Bild“ verlieren CDU/CSU einen weiteren Punkt und kommen mit nur noch 18 Prozent auf ihren schlechtesten von diesem Institut jemals gemessenen Wert.
Die von Alice Weidel und Tino Chrupalla geführten Ultrarechten klettern im „Sonntagstrend“ einen weiteren Punkt und erreichen bei Insa zum ersten Mal 30 Prozent. Damit beträgt der Vorsprung jetzt zwölf Prozentpunkte. Auch in anderen Umfragen wie dem Politbarometer konnte die AfD zuletzt den Abstand weiter ausbauen.
Hinter den beiden stärksten Kräften liegen SPD und Grüne mit jeweils 14 Prozent. Dabei verliert die grüne Oppositionspartei, deren Fraktionsspitze gerade eine neue Strategie gegen die AfD fordert, einen Punkt. Die Sozialdemokraten unter ihren Co-Chefs, Arbeitsministerin Bärbel Bas und Finanzminister Lars Klingbeil, stagnieren bei der Sonntagsfrage. Die Linkspartei bleibt unverändert bei zehn Prozent.
Das BSW legt einen Punkt auf vier Prozent zu und zieht damit mit der FDP gleich, die ebenfalls bei vier Prozent verharrt. Beide Parteien würden aber den Einzug ins Parlament verpassen. Die sonstigen Parteien kommen unverändert auf sechs Prozent. Für den Sonntagstrend befragte Insa vom 28. September bis 2. Oktober 2026 insgesamt 1202 Personen.
Union und SPD kommen zusammen nur noch auf 32 Prozent
Angesichts des Dauerstreits der schwarz-roten Koalition wird weiter über Neuwahlen spekuliert, sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaltete sich gerade ein. Die Werte der neuen Umfrage bestätigen aber, dass es vermutlich außerordentlich schwierig würde, eine neue Regierung ohne die Rechten zu bilden.
Da insgesamt 14 Prozent der Stimmen auf Parteien entfallen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden, sind rechnerische Mehrheiten bereits mit mehr als 43 Prozent möglich.
Union und SPD kommen zusammen nur noch auf 32 Prozent – und damit nicht einmal mehr ein Drittel der Wähler. Auch ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linkspartei würde mit zusammen 38 Prozent keine parlamentarische Mehrheit erreichen.
Möglich wäre demnach eine Kenia-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und SPD, die auf 46 Prozent käme. AfD und Union erreichen zusammen 48 Prozent. Eine Zusammenarbeit mit den Rechten schließen Merz und die Union aber nach wie vor aus.
Fast 80 Prozent sind mit Merz unzufrieden
Auch bei der Frage nach der Zufriedenheit der Wählerinnen und Wähler, für die Insa vom 1. bis 2. Oktober 2026 insgesamt 1001 Personen interviewte, fallen Merz und seine Bundesregierung nach einer Woche voller Querelen um Pflegereform, Einkommensteuer sowie Zuckersteuer auf neue Tiefstwerte.
Nur noch 15 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit von Merz zufrieden – ein Punkt weniger als bei der letzten Erhebung Anfang September. 79 Prozent sind unzufrieden (+2). Für die Bundesregierung sieht es ähnlich aus: Nur 14 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden, drei Punkte weniger als Anfang September und ebenfalls der niedrigste jemals von Insa gemessene Wert. 79 Prozent sind mit der Arbeit der Regierung unzufrieden (+1).
Insa-Chef Hermann Binkert sagte der Zeitung: „Union und SPD werden diesen Negativtrend nicht mehr substanziell drehen können.“
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.
Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.