AfD ohne Mehrheit
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Sachsen-Anhalt vor der Wahl: AfD legt in neuer Umfrage weiter zu – ein Ziel bleibt wohl außer Reichweite
Von: Christian Stör
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Drei Tage vor der Wahl liegt die AfD in Sachsen-Anhalt klar vorn. Für ein großes Ziel reicht es laut neuer Umfrage aber nicht.
Magdeburg – Drei Tage vor der Landtagswahl Sachsen-Anhalt sieht eine neue Umfrage weiterhin keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am 3. September veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent. Das ist ein Punkt mehr als vor einer Woche. Die CDU, die auf eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Sven Schulze hofft, liegt unverändert bei 23 Prozent.
Auf Platz drei steht der Umfrage zufolge die Linke mit 11,5 Prozent – das sind 1,5 Punkte weniger als in der Vorwoche. Die SPD verliert einen halben Punkt und kommt auf 8,5 Prozent. Die Grünen erreichen unverändert 6 Prozent und haben damit eine Chance auf den Wiedereinzug in den Magdeburger Landtag. Das BSW gewinnt einen Punkt hinzu, würde mit 4 Prozent aber weiter an der Fünfprozenthürde scheitern. Die FDP würde mit unverändert 3 Prozent aus dem Landesparlament ausscheiden.
Umfrage zur Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD verfehlt Ziel einer Alleinregierung
Die AfD strebt nach der Wahl eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt an und will erstmals einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland stellen. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Parteien insgesamt in den Landtag einziehen. Bei einem Wahlergebnis wie in dieser Umfrage würde die AfD ihr Ziel jedenfalls verfehlen. Koalitionen mit der AfD schließen die anderen Parteien aus.
Andererseits dürfte eine Regierungsbildung an der AfD vorbei ebenfalls äußerst schwierig werden. Theoretisch denkbar ist eine von der Linken geduldete Minderheitsregierung aus CDU, SPD und Grünen. In der CDU gilt allerdings ein Unvereinbarkeitsbeschluss gegen „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit der Linken wie mit der AfD. Laut ZDF wissen aber 26 Prozent nicht sicher, wen oder ob sie am Sonntag wählen.
Hinweis zur Umfrage
Institut: FG Wahlen. Auftraggeber: ZDF. Erhebungszeitraum: 1. bis 3. September 2026. Fallzahl: 1044 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: ± 2 bis 3 Prozentpunkte. Die Umfrage ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt.
Schulze liegt in Umfrage zur Sachsen-Anhalt-Wahl vor Siegmund
Der deutliche Vorsprung der AfD vor der CDU deckt sich mit den anderen Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von Nius lag die AfD zuletzt bei 43 Prozent und die CDU bei 22 Prozent. Infratest dimap sah die AfD in einer Umfrage für die ARD Ende August bei 42 Prozent und die CDU bei 22 Prozent.
Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, sprechen sich 50 Prozent für die CDU und 37 Prozent für die AfD aus. Im Direktvergleich der Spitzenkandidaten käme Ministerpräsident Schulze bei einer Direktwahl auf 48 Prozent, für AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund würden 34 Prozent votieren.
Wahl in Sachsen-Anhalt: Umfragen sind keine Prognosen
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang. (Quellen: Forschungsgruppe Wahlen, dpa, AFP) (cs)