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Afghanistan: Mehr als die Hälfte der Frauen verlässt ihr Zuhause laut UN-Bericht kaum noch

Welt

Dieser Ausdruck wurde am 12.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht UN Women Report Mehr als die Hälfte der Frauen in Afghanistan verlässt ihr Zuhause höchstens zweimal im Monat Ein Bericht der Uno verdeutlicht die düstere Realität von Frauen in Afghanistan. Sie gehen kaum noch aus dem Haus, benötigen die Erlaubnis eines Mannes. Viele hoffen trotzdem auf eine bessere Zukunft. 12.08.2026, 15.38 Uhr War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Seit der Übernahme der Taliban haben die Islamisten die Rechte von Mädchen und Frauen in Afghanistan massiv eingeschränkt. Ein Bericht der Frauenorganisation der Vereinten Nationen , UN Women, verdeutlicht, wie massiv. Knapp fünf Jahre nach der Taliban-Übernahme verlassen afghanische Frauen dem Bericht zufolge kaum noch ihr Zuhause. 52 Prozent der befragten Frauen hätten ihr Haus nur zweimal oder weniger oft im Monat verlassen. 90 Prozent der Frauen gibt an, die Erlaubnis eines männlichen Familienmitglieds einholen zu müssen, bevor sie das Haus verließen. Demgegenüber stünden 96 Prozent der befragten Männer, die ihr Haus jeden Tag verließen, schreibt die Organisation in einer aktuellen Publikation. Dafür wurden nach Angaben von UN Women in zwei Runden landesweit mehr als 2000 Personen als repräsentative Gruppe befragt. Die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen ländlichen und urbanen Regionen. Seit der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 dürfen Mädchen und Frauen keine weiterführenden Schulen und Universitäten besuchen. Auch aus Teilen des Arbeitslebens werden sie herausgedrängt. Massive Einschnitte im Zugang zu Bildung 65 Prozent der für UN Women befragten Frauen gaben an, dass sich ihr Leben nach der Übernahme der Taliban schlechter entwickelt habe, als sie das vorher erwartet hatten. Besonders die massiven Einschnitte im Zugang zu Bildung für sich und ihre Kinder geben sie in der Befragung als Gründe für die verschlechterte Perspektive an. Sieben von zehn Frauen gaben an, dass sich ihre psychische Gesundheit im vergangenen Jahr verschlechtert habe und sie sich mental schlecht oder sehr schlecht fühlten. In von UN Women zusätzlich durchgeführten Interviews führten Frauen psychische Probleme auch auf die Restriktionen zurück. Viele der befragten Mütter gaben an, auf eine arrangierte Ehe statt Bildung für ihre Töchter zu bauen, da es »sonst nichts realistisch ist«. Töchter hingegen gaben öfter an, Bildung als eine Sackgasse zu sehen: »Meine Mutter hat studiert, ist damit aber nirgends hingekommen.« Doch die Hoffnung haben die befragten Frauen noch nicht ganz aufgegeben. Nach ihren wichtigsten Zielen im Leben befragt, gaben die meisten Gleichberechtigung an, gefolgt von einem eigenen Einkommen und einem eigenen Haus. 68 Prozent der Frauen seien noch hoffnungsvoll, diese Ziele irgendwann zu erreichen. Humanitäre Krise in Afghanistan Afghanistan durchläuft derzeit neben den Einschränkungen für Frauen eine massive humanitäre Krise. 47 Prozent der Minderjährigen seien nach Angaben des Welternährungsprogramms im ersten Quartal dieses Jahres unterernährt gewesen. Unterfinanzierte internationale Hilfsprogramme, schlechte Ernten infolge von Dürren sowie fast 5,9 Millionen Rückkehrer seit September 2023 erschweren die Lage. czl/dpa

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