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Afrikas Wald- und Flächenbrandsaison wird trotz Klimawandel kürzer und nicht länger

Wissenschaft

Der Klimawandel sorgt in vielen Regionen für längere Dürrephasen und intensivere Hitzewellen, also Umweltbedingungen, die ideal für die Entstehung von Wald- und Flächenbränden sind. In Afrika sind die von Wald- und Flächenbränden zerstörten Gebiete in den letzten zwei Jahrzehnten trotzdem immer kleiner und nicht größer geworden. Nun wurde entschlüsselt, dass dafür veränderte Niederschlagsmuster verantwortlich sind, die die Trockenzeit verkürzen. Peking (China). Wald- und Flächenbrände können entstehen, wenn ausreichend brennbares Material und trockene Umweltbedingungen auf eine Zündquelle wie Blitze oder menschliche Aktivitäten treffen. Weil der Klimawandel in vielen Regionen zu deutlich mehr Hitzewellen und Dürrephasen führt, nehmen Wald- und Flächenbrände global in vielen Regionen zu. Ein Großteil der verbrannten Fläche (70 %) entfällt auf Afrika, den größten Brand-Hotspot der Erde, unter anderem, weil dort Gräser während der Trockenzeit viel Brennstoff bereitstellen, nachdem sie in der vorherigen Regenzeit schnell gewachsen sind. Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) um Xiyan Xu haben nun eine Studie publiziert, laut der Satellitendaten zeigen, dass die von Wald- und Flächenbränden betroffenen Gebiete in Afrika in den letzten zwei Jahrzehnten trotz des anhaltenden Klimawandels kontinuierlich abnahmen. Trockenzeit beginnt deutlich später Um die Ursache der widersprüchlich erscheinenden Entwicklung erklären zu können, haben die Forscher die Saisonalität des Niederschlags analysiert, während sich die meisten vorherigen Studien nur darauf konzentriert haben, wie viel Regen pro Jahr fällt. Sie haben dazu Niederschlagsdaten aus drei unabhängigen Datensätzen für den Zeitraum 1990 bis 2023 analysiert und diese mit Satellitendaten zu Wald- und Flächenbränden im Zeitraum 2003 bis 2022 verknüpft. Es war dadurch möglich, zu untersuchen, ob Verschiebungen der Niederschlagsmuster die Brandaktivität in Nord- und Südafrika beeinflussen. Die umfassenden Daten zeigen, dass die Dauer der Trockenzeit im gesamten Kontinent während der letzten drei Jahrzehnten kürzer wurde, hauptsächlich, weil sie inzwischen später beginnt als früher. In Afrika nördlich des Äquators hat sich der Beginn der Trockenzeit pro Jahrzehnt um 1,75 Tage nach hinten verschoben und in Afrika südlich des Äquators um 0,4 Tage je Jahrzehnt. Die Daten belegen zudem, dass die afrikanische Feuersaison eng mit der Trockenzeit verknüpft ist. In Nordafrika kommt es vor allem zwischen Oktober und März zu Wald- und Flächenbränden, mit einem Höhepunkt im Dezember. In Südafrika treten die Brände hingegen zwischen April und September, vor allem im Juli und August, auf. Entwicklung der Niederschlagsmuster Wie Xu erklärt, zeigen die analysierten Daten, dass in Afrika die Trockenzeit nicht nur später startet, weil die Regenzeit insgesamt länger ist, sondern auch, weil der Niederschlag in einer Phase, in der die Trockenzeit normalerweise beginnen würde, deutlich zugenommen hat. Der zusätzliche Regen kurz vor der Trockenzeit führt dazu, dass die Böden und die Pflanzen länger feucht sind und sich erst zu einem späteren Zeitpunkt entzünden können. Das Zeitfenster, in dem es zu großen Wald- und Flächenbränden kommen kann, wird dadurch deutlich kürzer und es kommt insgesamt zu einer kleineren verbrannten Fläche. Der beobachtete Zusammenhang ist jedoch nicht in allen Regionen gleich stark ausgeprägt. Die kürzere Trockenzeit resultiert vor allem in Nordafrika in einer deutlich kleineren verbrannten Fläche, während der Zusammenhang in Südafrika schwächer ist. Laut den Forschern ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Brandaktivität noch von weiteren Faktoren beeinflusst wird. Sie gehen davon aus, dass die Unterschiede vor allem auf menschliche Eingriffe zurückgehen, etwa die deutliche Ausweitung der Landwirtschaft und des Straßenbaus in vielen Regionen des südlichen Afrikas. Diese Veränderungen sorgen dafür, dass zusammenhängende Vegetationsflächen, über die sich Feuer ansonsten über große Distanzen ausbreiten würde, unterbrochen werden. Zudem könnte das Brandmanagement im südlichen Afrika eine größere Rolle spielen als die veränderten Niederschlagsmuster. Bessere Prognose von Wald- und Flächenbränden Laut den Wissenschaftlern sind die Ergebnisse nicht nur wichtig, um erklären zu können, wieso Wald- und Flächenbrände in Afrika zurückgehen, sondern sie könnten auch dabei helfen, die Prognose von Wald- und Flächenbränden zu verbessern. Aktuelle Prognosesysteme nutzen vor allem die Niederschlagssummen, Temperaturen und Dürrebedingungen, während die neue Studie zeigt, dass auch der Zeitpunkt des Niederschlags entscheidend dafür ist, ob es zu einem Brand kommt. Die Studie könnte also dabei helfen, das Brandmanagement zu verbessern, etwa indem frühzeitig Informationen zur kommenden Brandsaison errechnet werden, um die Löschressourcen gezielter zu planen. Zudem verdeutlichen die Ergebnisse erneut, dass der Klimawandel nicht nur die Regenmengen, sondern auch die Niederschlagsmuster verändert und dadurch zu Verschiebungen in den jahreszeitlichen Mustern führen kann, die starke Auswirkungen auf die Ökosysteme haben können. Wie die Forscher erklären, hat die Studie außerdem kleinere Einschränkungen, weil die analysierten Daten der Satellitensysteme nicht alle kleinen Feuer enthalten und weil diese nicht zeigen, ob ein Brand natürlich entstanden ist oder absichtlich von Menschen gelegt wurde, etwa um Flächen für die Landwirtschaft nutzen zu können. Quellen: Studie im Fachmagazin Geophysical Research Letters, doi: 10.1029/2026gl121751 21. Juli 2026 - Robert Klatt Keine Meldungen mehr verpassen – mit unserem wöchentlichen Newsletter.

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