Aggressivität im Straßenverkehr: Aggression im Straßenverkehr nimmt Langzeitstudie zufolge zu
Menschen im deutschen Straßenverkehr werden immer aggressiver. Das geht aus einer Langzeitstudie der Unfallforschung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Demnach verschlechterten sich beinahe alle erhobenen Werte zur Messung von aggressivem Verhalten. Der Trend halte bereits seit etwa zehn Jahren an. Gestiegene Aggression sahen die Forscher sowohl bei Autofahrern als auch bei Radfahrern. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Onlinebefragung, die seit 2010 regelmäßig durchgeführt wird. »Nahezu alle 23 ermittelten Werte für aggressives Verhalten haben sich seit der letzten Studie 2023 noch mal weiter verschlechtert, einige sogar deutlich«, sagte die Leiterin der GDV-Unfallforschung, Kirstin Zeidler. »Der Zeitgeist läuft der Sicherheit entgegen« Immer mehr Autofahrer räumten demnach in der Umfrage des Verbands eigenes Fehlverhalten ein. Der Anteil derjenigen, die mitunter drängeln, stieg den Angaben zufolge von 36 Prozent bei der vorigen Erhebung 2023 auf 47 Prozent in diesem Jahr. Ein knappes Drittel schere nach dem Überholen schon mal so dicht ein, dass der andere bremsen müsse. 2023 war es noch ein knappes Viertel gewesen. Als möglichen Grund für die gestiegene Aggression nannte Zeidler permanente Erreichbarkeit und Hektik im Leben, die für zunehmenden Druck und eine kürzere Zündschnur bei Verkehrsteilnehmern sorgten. So beobachtete der GDV auch eine Zunahme der Smartphone-Nutzung im Verkehr. Jeder vierte Fahrer schreibt gelegentlich Nachrichten, jeder fünfte nutzt soziale Medien während der Fahrt. »Der Zeitgeist läuft der Sicherheit entgegen«, sagte Zeidler. Mehrheit befürwortet Tempolimit Das zunehmend aggressive Verhalten betrifft neben Autofahrern auch Radfahrer. 43 Prozent von ihnen erzwingen zumindest hin und wieder die Vorfahrt, fast jeder Zweite überholt Autos auch links oder schlängelt sich durch den Verkehr.