Airbase Spangdahlem/Eifel: Absturz von Militärflugzeug
Zwischen den beiden Eifelorten Spangdahlem und Binsfeld ist am Dienstagnachmittag ein Flugzeug verunglückt. Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um einen F-16-Kampfjet. Die Maschine befand sich im Landeanflug auf den Flugplatz. Wie es zu dem Unglück kam, ist bislang nicht bekannt.
Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung sagte unserer Redaktion im Laufe des Mittags, dass der verunglückte Jet mit drei weiteren Maschinen auf dem Rückflug von einer Übung gewesen sei. Am Abend wurde diese Information auch von Seiten der Airbase bestätigt. Demnach seien die drei anderen Maschinen infolge des Unglücks nach Ramstein umgeleitet worden und seien dort sicher gelandet.
Der Pilot des verunglückten Jets konnte sich mit dem Schleudersitz retten, er wurde verletzt. Das bestätigte ein Sprecher des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Neben US-Rettungskräften waren auch Helfer des Bitburg-Prümer Brand- und Katastrophenschutzes im Einsatz. Die Base bestätigt am Abend, dass der Pilot medizinisch versorgt wurde, gibt aber keine weiteren Informationen zur Schwere seiner Verletzungen bekannt.
Nach Volksfreund-Informationen hat sich das Unglück auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in der Nähe des Golfplatzes ereignet. Der Golfplatz liegt unweit der viel befahrenen Bundesstraße B 50 zwischen Binsfeld und Spangdahlem. Die Straße soll nahe der Unglücksstelle vorübergehend gesperrt gewesen sein; mittlerweile sei sie aber befahrbar, sagte eine Polizeisprecherin unserer Redaktion.
Auf dem Stützpunkt Spangdahlem ist eine Staffel mit rund 20 F-16-Jets stationiert, die zuletzt auch mehrfach im Nahen Osten im Einsatz waren. Wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran landen und starten in Spangdahlem seit Monaten auch viele US-Transportmaschinen.
Zuletzt war unweit von Spangdahlem im Oktober 2019 ein Kampfjet verunglückt. Wegen eines Stromausfalls kurz nach dem Start konnte der Pilot den Jet nicht mehr steuern und entschied sich für den Schleudersitz. Seine Maschine flog führerlos weiter und zerschellte einige Augenblicke später in einem Waldgebiet bei Zemmer-Rodt. Der Pilot wurde dabei leicht verletzt.
Im August 2015 stürzte ein F-16-Kampfjet aus Spangdahlem bei Engelmannreuth im Landkreis Bayreuth ab. Bevor sich der 27-jährige Pilot mit dem Schleudersitz aus dem Jet katapultierte, konnte er die Maschine noch über ein unbewohntes Waldgebiet steuern. Niemand wurde verletzt. Absturzursache war ein technischer Defekt.
Einer der spektakulärsten F-16-Unfälle ereignete sich vor fast auf den Tag genau 20 Jahren unweit der Air Base. Am 15. September 2006 krachte eine F-16 direkt neben der Kapelle von Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm) in den Boden. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Volksfreund-Recherchen ergaben, dass es sich um einen „kontrollierten Absturz“ handelte, entsprechend den Notfall-Vorschriften für Kampfjet-Piloten.
Sollte es sich auch bei dem aktuellen Unglück um eine F-16 gehandelt haben, wäre dies der zweite Unfall eines solchen US-Kampfjets innerhalb weniger Tage. Erst vergangenen Donnerstag stürzte eine F-16 im US-Bundesstaat Michigan während eines Trainingsfluges ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.