DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,02 % 64.323,00 USD 08:09:33 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Airbus verspricht mehr Gewinn und einen neuen Jet

Wirtschaft

Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus nimmt sich dank der starken Nachfrage nach Passagierjets bis 2029 deutlich mehr Gewinn vor. Besonders das Geschäft mit Passagier- und Frachtjets soll dazu beitragen, dass der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern von zuletzt 7,1 Milliarden auf 12 bis 13 Milliarden Euro ansteigt. Zudem peilt das Management um Konzernchef Guillaume Faury einen milliardenschweren Aktienrückkauf an und denkt ernsthaft über eine extralange Version des Großraumjets A350 nach. An der Börse sorgten die Neuigkeiten vom Dienstagabend für Euphorie. Die Airbus-Aktie gewann am Mittwochvormittag fast sieben Prozent auf 207,85 Euro. Damit überschritt sie wieder die von manchen Brokern als Zielmarke prognostizierten 200 Euro deutlich und war zugleich Spitzenreiter im Dax. Branchenexperte David Perry von der US-Bank JPMorgan korrigierte sein Kursziel für die Airbus-Aktie in der Nacht zum Mittwoch von 240 auf 245 Euro nach oben. Andere Experten zeigten sich mit Kurszielen von 190 bis 227 Euro hingegen vorsichtiger. Nach Einschätzung von Perry enthalten die Aussagen des Flugzeugbauers vom Vorabend alles, was den Kurs der Aktien nach oben treiben sollte. So habe das Unternehmen erstmals seit 2013 mittelfristige Zielvorgaben verkündet, und diese lägen eher über den Erwartungen. Den Aktienrückkauf wertete er ebenfalls positiv, auch wenn dessen Umfang etwas geringer ausfalle als angenommen. So will Airbus binnen drei Jahren fünf Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben. Lange Lieferfristen Airbus fahre in allen Geschäftsbereichen die Produktion hoch, um der starken Nachfrage gerecht zu werden, sagte Faury auf einer Investorenveranstaltung am Dienstagabend in London. Derzeit spielt die Musik in der Luftfahrtbranche in England. So präsentiert Airbus wie andere Flugzeughersteller und Zulieferer seine Produkte seit Montag auf der Farnborough Airshow nahe der britischen Hauptstadt. Airbus sitzt in seinem Kerngeschäft mit Passagierjets auf prallvollen Auftragsbüchern. Vor allem wegen Engpässen bei Zulieferern wie Triebwerksbauern kommt der Konzern kaum hinterher, die starke Nachfrage der Fluggesellschaften nach seinen Flugzeugen zu stillen. So musste Faury die ehrgeizigen Produktionsziele für die meistgefragte Flugzeugfamilie A320neo wiederholt in die Zukunft verschieben. Dafür zuständig ist seit diesem Jahr der neue Spartenchef Lars Wagner. Der Manager hatte zuvor den Chefposten beim deutschen Triebwerksbauer MTU aufgegeben. Binnen drei Jahren soll er den bereinigten operativen Gewinn der Sparte auf etwa zehn Milliarden Euro nach oben treiben. Das wäre fast doppelt so viel wie noch 2025. Wagner verspricht für die kommenden Jahre bei den Passagierjets teils deutlich höhere Margen. Airbus sei mit seiner Modellfamilie A320neo Marktführer bei den Mittelstreckenjets und werde die Produktion der Reihe bis 2027 auf monatlich 70 bis 75 Maschinen steigern. Danach solle sie erst einmal bei 75 bleiben, bevor man über weitere Steigerungen nachdenke, sagte Wagner. Der kleinere Airbus A220 soll im Jahr 2028 mit einer Produktion von dann 13 Stück pro Monat die Gewinnschwelle erreichen. Größere Chancen als bislang wittert Wagner im Markt der Großraumjets für die Langstrecke, bei denen der kriselnde Konkurrent Boeing aus den USA bisher den größeren Teil des Marktes beherrscht. Gerade für den Airbus A350 sehe er die Chance, die Produktion künftig weit über die für 2028 geplanten 12 Maschinen pro Monat zu steigern. Es gebe eine große Nachfrage nach diesen Maschinen, sagte Wagner. »Wir müssen in der Lage sein, den Kunden frühere Slots anzubieten.« Zudem prüfe Airbus die Entwicklung einer verlängerten Version der A350 – noch länger als das derzeit größte Modell A350-1000. »Es gibt aber noch keine Entscheidung über den Stretch«, stellte Finanzvorstand Thomas Toepfer klar. Airlines wollen größere Flugzeuge Grund für die Überlegungen: Die Airlines tendieren laut Wagner immer stärker zu den größten Versionen der jeweiligen Flugzeugfamilien. So entfielen bei der A320neo-Reihe inzwischen 75 Prozent des Auftragsbestands auf die Langversion A321neo. Zudem gebe es einen Trend zu Varianten mit größerer Reichweite. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte Defence & Space und das Hubschraubergeschäft steuern zum konzernweiten Ergebnis vergleichsweise wenig bei. Aber auch sie sollen zulegen – nicht zuletzt, weil die europäischen Staaten angesichts der Bedrohung aus Russland und der unsicheren Unterstützung durch die USA ihr Militär aufrüsten. Zusammen sollen Airbus Defence & Space und Airbus Helicopters ihren bereinigten operativen Gewinn bis 2029 auf etwa 2,5 Milliarden Euro steigern.

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