Alexander Zverev im Achtelfinale der US Open. Nun gegen Darderi
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Es ist angerichtet! Bei den US Open läuft alles auf den zweiten Grand-Slam-Titel für Alexander Zverev (29) hinaus. Nicht nur, dass der Hamburger sein Drittrundenspiel in New York gegen den Chilenen Alejandro Tabilo (29) 6:4, 7:6, 6:2 gewinnt, er befindet sich auch in einer fast identischen Situation wie vor seinem ersten Major-Triumph am 7. Juni bei den French Open. Das Feld derer, die der Nummer 2 der Welt gefährlich werden können, lichtet sich weiter. Am Sonnabend Ortszeit scheidet mit Taylor Fritz (28/USA) ein Angstgegner aus, mit Flavio Cobolli (24/Italien) sein Kontrahent aus dem French-Open-Finale.
Zverev scherzt: „Mein Level geht in die richtige Richtung und ich bin froh, in drei Sätzen durch zu sein. Ich habe nur eine Stunde am Freitag trainiert, habe in den ersten beiden Spielen zehn Stunden auf dem Platz verbracht. Ich kann besser spielen, aber erstmal bin ich froh, dass es vorwärts geht. Es war ein besseres Match als meine ersten beiden. Der erste und dritte Satz waren Welten anders als die letzten Tage.“
Gegner im Achtelfinale am Montag ist nun die Nummer 22, der Italiener Luciano Darderi (24). Die beiden Spiele bislang gegeneinander fanden auf Sand statt, jeder gewann eines. Aber Darderi sollte ebenso wenig ein Hindernis darstellen wie die restlichen Kandidaten bis ins Endspiel am 13. September. In Paris war es ähnlich. Da verabschiedeten sich alle Favoriten vorzeitig oder waren wegen Verletzung gar nicht da, wie Carlos Alcaraz (23).
Zverev: „Habe mich belogen“
Die Nummer 3 der Welt aus Spanien gibt bei den US Open ihr Comeback. Alcaraz ist aus jetziger Sicht der gefährlichste Kontrahent, kann Zverev aber erst im Finale treffen. Der Olympiasieger von 2021 wird sich nun wieder seine Gedanken machen und spüren: „Ich kann hier gewinnen.“ Das war in Paris ähnlich. Da betonte er immer wieder, von Spiel zu Spiel zu denken, und nicht daran, wer alles schon nicht mehr dabei und wie groß die Chance auf den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel ist.
Nur drei Tage nach dem Triumph gibt er zu: „Ich habe mich selbst belogen.“ Was er meint: „Dass ich von Match zu Match schaue und nur Dinge kontrolliere, die ich kontrollieren kann, das habe ich mir eingeredet. Das Jannik Sinner raus ist und Alcaraz verletzt fehlt, hat mich nervös gemacht. Ich habe eine Nacht nicht geschlafen. Ich wusste, auf einmal bin ich von den drei großen Favoriten der letzte, der noch im Feld ist.“
Alcaraz könnte im Finale warten
In Flushing Meadows ist es noch nicht so weit. Alcaraz ist noch dabei, muss am Sonntag gegen Tommy Paul (29) ran. Der Amerikaner ist stark, bezwang Zverev erst vor drei Wochen in Cincinnati. In Alcaraz’ Hälfte sind auch noch der US-Open-Sieger von 2021, Daniil Medvedev (30) aus Russland, und der Amerikaner Ben Shelton (23). Der siebenmalige Grand-Slam-Gewinner hat also die weitaus größeren Probleme vor sich bis zum kommenden Sonntag. Zverev: „Alcaraz spielt in jedem Match besser und ich habe noch nicht mein bestes Tennis gezeigt. Ich mache Fortschritte, das ist die Hauptsache, aber dafür muss ich die Konzentration auf mich selbst haben.“
Zverev aber sollte mit der Erfahrung von Paris gut schlafen können. „Ich habe das gut gemanagt“, erklärte er im Juni. Das gelingt ihm bislang in New York auch. Gegen Tabilo spielt er einen lockeren ersten Satz, der statt 6:2 auch 6:0 hätte ausgehen können. Im zweiten der alte Trott: zweimal ein Break vorn, zweimal verspielt er es und verliert den Durchgang fast. Im Tiebreak aber hat er das bessere Ende für sich. „Da habe ich die Konzentration ein bisschen verloren, das war ärgerlich“, so Zverev.
Nun ist der Widerstand Tabilos nicht mehr groß. Den dritten Satz holt sich der zweimalige Weltmeister locker 6:2. Nach 2:25 Stunden verwandelt der Favorit seinen zweiten Matchball. Für seine Verhältnisse relativ früh. Es ist erst 1.09 Uhr in New York. Möglich, dass auch die kommenden Matches in der Nacht stattfinden. „Ich will immer abends spielen. Ich komme kaum vor 6 Uhr ins Bett, bin nun mal in diesem Rhythmus. Ich möchte da nicht tagsüber spielen.“