Alexander Zverev: Zweite Nachtschicht, nächste Runde bei den US Open
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Schön war’s nicht! Aber Alexander Zverev (29) ist immerhin weiter, steht in der 3. Runde der US Open. In der Nacht zu Freitag Ortszeit bezwingt der Hamburger den Franzosen Quentin Halys (29) 6:4, 4:6, 7:6, 6:7, 6:3. Nachdem zum Auftakt gegen den Italiener Lorenzo Sonego (31) um 1.55 Uhr Schluss war, stehen die Zeiger diesmal auf 2:15 Uhr, als die Nummer 2 der Welt ihren Matchball verwandelt. Die zweite Nachtschicht in Serie also für den fast schon Alleinfavoriten auf den Titel. Am Sonnabend muss Zverev nun gegen den Chilenen Alejandro Tabilo (29) ran, die Nummer 28 der Welt. Seine Bilanz gegen den Südamerikaner ist makellos, er gewann beide Partien.
Zverev offen und ehrlich: „Die Vorstellung war scheiße, aber ich habe gewonnen. 2.15 Uhr nach viereinhalb Stunden, dafür trainiere ich. Ich gewinne hässlich, das ist auch eine Fähigkeit. Ich hoffe, irgendwann mein bestes Tennis zu spielen. Aber wenn ich so weiterspiele, werde ich das Turnier nicht gewinnen. Ich war schon nach dem ersten Match erst 6.30 Uhr im Bett. Ich hoffe, diesmal wird es etwas früher.“ Bei dem Nacht-Programm mit Physiotherapie, Essen und Transport ins Hotel nach Manhattan wohl ein frommer Wunsch.
Wie schon in der Auftaktpartie gegen Sonego, so beginnt der French-Open-Champion auch gegen Halys konzentriert. Beide spielen jedoch unspektakulär; eine glanzvolle Begegnung ist es nicht. Dem Favoriten gelingt im richtigen Moment das Break zum 5:4; Minuten später hat er den Satz 6:4 im Sack. Alles läuft auf ein sicheres Weiterkommen hinaus – wieder einmal.
Zverev muss Schuhe wechseln
Aber auch das wiederholt sich: Der Olympiasieger von 2021 wirkt wie gegen Sonego nicht konzentriert genug, lässt jegliche Konsequenz vermissen und hadert viel mit seiner Schlägerbespannung. Er bringt durch viele unnötige Fehler und eine schwache Aufschlagquote von knapp über 50 Prozent im zweiten Satz Halys zurück in eine Partie, in der er eigentlich nie drin war. Die Folge: Bei 4:5 verliert Zverev seinen Service und somit völlig unnötig den Satz 4:6.
Das Kuriosum schlechthin im Match: Im siebten Spiel des dritten Satzes fragt Zverev Schiedsrichter Robert Balmforth (Großbritannien), ob er seine Schuhe wechseln darf. Der Referee erlaubt es ihm. „Es ist schwül und die Schuhe von Herrn Zverev sind durchnässt und hinterlassen Abdrücke auf dem Boden“, teilt er den Zuschauern mit. Die Gefahr ist groß, dass man ausrutscht. Bei hoher Luftfeuchtigkeit herrschen selbst nach Mitternacht Ortszeit noch 26 Grad. Nach dem Re-Break zum 3:4 holt sich der zweimalige Weltmeister an seiner Box auch noch Einlagen ab. Geht es nun endlich Richtung Sieg? Es geht erstmal in den Tiebreak, den Zverev gewinnt. Noch ein Satz fehlt für Runde drei.
Aber auch im vierten Durchgang bleibt es eng. Keiner gibt sich eine Blöße. Zverevs Bilanz bei Breakpunkten ist wieder schlecht, nur drei von 17 kann er nutzen. So geht es erneut in den Tiebreak, den Zverev diesmal verliert. Das Unfassbare passiert: ein fünfter Satz gegen die Nummer 52 der Welt. Und bald geht die Sonne wieder auf. Zverev gelingt im finalen Durchgang dann das Break zum 3:2. Nach 4:33 Stunden verwandelt er seinen ersten Matchball zum 6:3. Der dritte Sieg im dritten Duell mit Halys.
Das Feld der Mitbewerber um den letzten Grand-Slam-Titel des Jahres lichtet sich derweil weiter. Mit Felix Auger-Aliassime (26/Kanada), Novak Djokovic (39/Serbien) und Alex de Minaur (27/Australien) sind schon vier Top-10-Spieler nicht mehr dabei, nachdem Jannik Sinner (25) wegen einer Knieverletzung gar nicht erst angereist war.