DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones 0,00 % 53.459,39 Pkt 21:48:23 S&P 500 -0,47 % 7.708,47 Pkt 21:48:24 Nasdaq -1,21 % 26.321,32 Pkt 21:48:22 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +4,51 % 4.562,90 USD 21:38:22 Silber +3,82 % 66,39 USD 21:38:12 Brent +0,20 % 91,20 USD 21:37:58 WTI -1,13 % 83,98 USD 21:38:14 Bitcoin +5,72 % 68.379,12 USD 21:48:21 EUR/USD +0,79 % 1,16750 USD 21:47:53 EUR/GBP +0,36 % 0,85790 GBP 21:48:16 EUR/CHF -0,82 % 0,93120 CHF 21:48:24 EUR/JPY +0,12 % 184,748 JPY 21:48:23

Alice Weidel und Tino Chrupalla als AfD-Vorsitzende wiedergewählt

Nation

Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla im Amt bestätigt. Chrupalla erhielt 70,05 Prozent der Delegiertenstimmen - deutlich weniger als beim Parteitag vor zwei Jahren. Weidel erhielt 81,3 Prozent - vor zwei Jahren waren es 79,8 Prozent gewesen. Chrupalla, 51-jähriger Malermeister, steht seit 2019 an der Spitze der in Teilen als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuften Partei, die 47-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin Weidel seit 2022. Weidel hat sich zur prominenten AfD-Führungsfigur entwickelt und war im Bundestagswahlkampf 2025 Kanzlerkandidatin der Partei. Gegenkandidaten hatten die beiden bei der Wahl in diesem Jahr erneut nicht. Beide hatten sich auch gegenseitig vorgeschlagen. Die Delegierten hatten sich mit großer Mehrheit dafür entschieden, dass die Partei weiter von einer Doppelspitze geführt werden soll. Lauter Jubel für Weidels Abschiebe-Ankündigung Weidel griff in ihrer Rede auf dem Parteitag Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf an. Dieser sei "der Vivaldi unter den Regierungschefs" und mache "für alle vier Jahreszeiten eine Reformankündigung". Jedes Mal haue er "kräftig auf die Pauke und danach folgt ein Streichkonzert", in dem Versprechen gestrichen würden. Lauten Jubel bekam Weidel von den Delegierten im Saal für den Ausruf: "Wir werden rigoros abschieben!" Chrupalla betonte in seiner Bewerbungsrede den Machtanspruch der AfD: "Wir wollen regieren", sagte er. Man sei zu einer Volkspartei gewachsen. Dass man Oppositionsarbeit beherrsche, habe man bewiesen. "Und wir werden regieren, zuerst in einem Land, dann im Bund." Kampfabstimmungen bei Vorstandsposten Der Parteitag in der thüringischen Landeshauptstadt geht noch bis morgen. Auch zwölf weitere Posten des Vorstands stehen zur Abstimmung. Auf mehreren Positionen kommt es zu Kampfkandidaturen. Teilweise treten AfD-Politiker aus demselben Landesverband gegeneinander an. Sven Tritschler aus Nordrhein-Westfalen wurde zu einem von drei stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, er erhielt mit 50,7 Prozent knapp die notwendige Mehrheit. Tritschler war von Weidel vorgeschlagen worden. Auch Höcke-Vertrauter Möller neuer Vize-Chef Auch Stefan Möller wurde zum stellvertretenden Bundessprecher gewählt. Der Jurist und Thüringer AfD-Co-Chef gilt als enger Vertrauter des einflussreichen Landesgruppenchefs Björn Höcke. Er erhielt 76,54 Prozent der Stimmen. Höcke hatte zuvor signalisiert, dass Möller die "Thüringer Linie" in den Bundesvorstand der AfD tragen soll. Möller sagte in seiner Rede, er habe den "Thüringer Weg" mitentwickelt und sei stolz drauf. Er wies aber den Eindruck zurück, er sei von Höcke ferngesteuert. "Björn Höcke ist mein Weggefährte, er ist mein Freund", sagte Möller. Der Erfolg der AfD in Thüringen beruhe aber nicht auf Radikalisierung, sondern auf Erweiterung der Wählerschaft. Es sei großer Quatsch, dass es keine Mäßigung gebe. "Wir wissen mittlerweile: Unser Wähler will gar nicht, dass jeder Migrant das Land verlassen muss", sagte Möller. Zur dritten Vizevorsitzenden wurde die Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, Katrin Ebner-Steiner, gewählt. Sie kam auf 55,7 Prozent der Stimmen. AfD in Umfragen stark wie nie zuvor Der Parteitag findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die AfD in bundesweiten Umfragen so stark ist wie nie zuvor. Mit den Landtagswahlen im Osten des Landes im September verbindet die Partei zudem Hoffnungen auf eine erste Regierungsbeteiligung. Alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD allerdings ausgeschlossen. Weidel stoppt Höcke-Vorschlag Womöglich um die Aussichten bei den Landtagswahlen nicht zu gefährden, erstickte Weidel eine von Höcke und einigen Mitstreitern vorgeschlagene Debatte im Keim. Dabei ging es um eine Lockerung der Regeln für die Nichtaufnahme von Menschen in die AfD, die vormals Mitglieder einer extremistischen Partei waren. Die Gruppe um Höcke zog den Antrag zurück. Der Parteitag wird wie erwartet von umfangreichen Protesten begleitet. Zehntausende Demonstranten waren in Erfurt unterwegs. Trotz Blockaden von Zufahrtsstraßen begann das Treffen aber ohne Verzögerungen, da die meisten der rund 600 AfD-Mitglieder bereits in den frühen Morgenstunden angereist waren. Begleitet von der Polizei wurden sie in Bussen zur Messe Erfurt gebracht.

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