DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,28 % 64.491,92 USD 14:35:48 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Alkohol: Jetzt brechen der Industrie auch noch die Boomer weg

Wirtschaft

Sinkende Absätze: Jetzt brechen der Alkohol-Industrie auch noch die Boomer weg Alkoholhersteller stehen ohnehin unter Druck – nun legen Daten nahe, dass selbst ältere Generationen immer öfter abstinent bleiben. Die Alkohol-Industrie muss sich zunehmend auf ein verändertes Konsumverhalten einstellen. Foto: Imago Die Zeiten für Alkoholhersteller sind hart, denn: Immer weniger Menschen trinken. Das liegt vor allem an veränderten Ernährungsgewohnheiten, die Gesundheit rückt für viele in den Fokus. Lange galt vor allem die Generation Z als Sinnbild dieser Entwicklung. Jüngere Verbraucher, so zumindest die Annahme, würden sich noch stärker an Fitness- und Gesundheitstrends orientieren, und deshalb häufiger zum Proteinshake als zu Wein, Bier oder Sekt greifen. Daten des Marktforschers für die Getränkebranche IWSR zeichnen nun ein anderes Bild. Demnach sind es nicht die Jüngsten, die seltener trinken, sondern die Generation der Babyboomer. Die Marktforscher haben dafür mehr als 32.000 Menschen befragt. Die besten Aktien der Welt Die Genussgiganten Der Weltwirtschaft droht eine Abkühlung. Unternehmen und Haushalte schränken ihre Ausgaben ein. Nur bei Genussmitteln wird in der Regel nicht gespart. Zwei Konzerne aus der Konsumgüterindustrie verdienen daran. von Martin Gerth, Frank Doll, Matthias Hohensee und weiteren Nach Angaben des IWSR haben in den vergangenen sechs Monaten 71 Prozent der Babyboomer Alkohol konsumiert. Das ist die niedrigste Quote unter allen untersuchten Generationen und ein Rückgang um zwei Prozentpunkte gegenüber der Befragung von vor drei Jahren. Den Daten nach trinken die Boomer mit im Schnitt 2,6 Getränken pro Anlass auch die geringste Menge. Für die Branche dürfte das eine eher heikle Entwicklung sein, gelten die Babyboomer doch in vielen Märkten als verlässliche und kaufkräftige Kundengruppe. Laut IWSR-Präsident Marten Lodewijks sei es zwar typisch, dass Menschen in ihren Sechzigern und Siebzigern weniger trinken, die Ergebnisse zeigten jedoch stärkere Rückgänge als erwartet. Die Generation Z hingegen kommt, zumindest bei jenen, die das gesetzliche Mindestalter für Alkoholkonsum erreicht haben, auf eine Quote von 74 Prozent. Damit hat die Generation deutlich zugelegt: Vor drei Jahren lag dieser Wert dem IWSR zufolge noch bei 66 Prozent. Damit nähert sich die Gen Z der Trinkquote der gesamten erwachsenen Bevölkerung von demnach 76 Prozent an. „Das Narrativ, dass die Gen Z die Generation der Mäßigung sei, ist nun endgültig widerlegt“, sagte Lodewijks. Die höchsten Trinkquoten weisen Millennials mit 81 Prozent und die Generation X mit 77 Prozent auf. Der Biermarkt zeigt die Probleme der Branche, vor allem in Deutschland Wie angespannt die Lage unter den Alkoholherstellern ist, zeigt schon der Blick auf den Biermarkt. Erst kürzlich wurde der für die Branche wichtige Barth-Haas-Bericht veröffentlicht, mit dem der Nürnberger Hopfenhändler jährlich einen Überblick über die globalen Entwicklungen auf dem Markt gibt. Ergebnis: Weltweit ging die Bierproduktion 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Der Ausstoß sank um 0,7 Prozent auf rund 1,896 Milliarden Hektoliter. Die größten Brauereien der Welt produzierten 2025 demnach rund fünf Milliarden Liter Bier weniger als im Vorjahr. Bierbranche Paulaner ist die einzige Brauerei, die wächst Der sinkende Bierkonsum setzt die Brauereien unter Druck. TCB verliert Platz zwei, Oettinger den Chef. Nur ein Haus floriert: Paulaner, die neue Nummer zwei. von Nele Antonia Höfler Noch drastischer ist die Lage in Deutschland. Hierzulande sank der Ausstoß 2025 um 5,6 Prozent auf 79,24 Millionen Hektoliter. Damit fiel der deutsche Bierabsatz erstmals unter die Marke von 80 Millionen Hektolitern. „Wir verzeichnen Verluste in einer Dimension, die wir nicht erwarten konnten“, sagte Heinrich Meier, Autor des Barth-Haas-Berichts. Ein Lichtblick für die Brauereien: Alkoholfreies Bier wird in Deutschland immer beliebter. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wuchs die Produktionsmenge, inklusive alkoholfreier Biermischgetränke, im Jahr 2025 um 6,5 Prozent auf gut 6,16 Millionen Hektoliter im Wert von fast 700 Millionen Euro. 2024 lag die Menge noch nicht mal bei 5,8 Millionen Hektolitern. Dennoch liegt der Anteil der alkoholfreien Alternativen am Gesamtmarkt noch immer unter zehn Prozent. In einigen Ländern steigt die Trinkquote Zwar bleibt der Anteil der Menschen, die überhaupt Alkohol trinken, laut IWSR in den untersuchten Märkten relativ stabil. Doch sowohl die Häufigkeit der Trinkanlässe als auch die konsumierte Menge pro Anlass gehen zurück. Im Schnitt wurden zuletzt 3,9 Getränke pro Gelegenheit konsumiert, nach 4,4 in den Jahren 2024 und 2025. Auch die Marktforscher vermuten dahinter nicht nur eine vorübergehende Konsumflaute: „Der Trend zur Mäßigung scheint zunehmend durch Lebensstilentscheidungen getrieben zu sein, was auf einen strukturellen und nicht nur zyklischen Wandel hindeutet“, sagte Lodewijks. Allerdings gibt es den Daten nach auch Wachstumsmärkte: In Indien etwa lag demnach die Trinkquote unter einkommensstarken Stadtbewohnern bei 77 Prozent, vor drei Jahren waren es noch 67 Prozent. In China lag die Quote in derselben Gruppe bei 89 Prozent, nach 86 Prozent vor drei Jahren. 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