Alle Auszahlungen eingefroren: Cashback-Anbieter meldet Insolvenz an
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Wiesbaden – Seit dem letzten Jahr häuften sich die Probleme, jetzt die bittere Nachricht für hunderttausende App‑Nutzer. Die Firma hinter der Cashback-Plattform und selbst ernannten Preistransparenz-App „Smhaggle“ hat Insolvenz angemeldet. Das erfuhr BILD exklusiv. Kunden konnten durch das Hochladen ihrer Kassenbons Geld erhalten und sich das Guthaben aufs Bankkonto auszahlen lassen. Genau diese Auszahlungen sorgten zuletzt jedoch für zahlreiche Beschwerden.
Viele Verbraucher berichteten zuletzt auf der Bewertungsplattform „Trustpilot“ extrem frustriert, dass sie bereits seit vielen Monaten vergeblich auf die Auszahlung ihres angesammelten Guthabens warten. Die Gesamtnote für „Smhaggle“ : nur 1,1 von 5 – ungenügend.
In der offiziellen Insolvenznachricht des Amtsgerichts Wiesbaden steht: „In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der my-valueshopping Germany GmbH aus Idstein bei Wiesbaden ist am 02.09.2026 um 17.30 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Antragstellerin angeordnet worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Peter G. Theile aus Wiesbaden bestellt worden.“
Auch BILD hat wie andere Medien Smhaggle-Daten zu Preiserhöhungen bei Lebensmitteln veröffentlicht. Eine engere Zusammenarbeit endete, als Leser-Beschwerden 2025 zunahmen. So unter anderem diese: BILD-Leserin Katja W. meldete Anfang dieses Jahres eine ausstehende Auszahlung von 14 Euro. Ihren Angaben zufolge blieben sämtliche Nachfragen unbeantwortet. Leser Stefan W. schrieb: „Bei mir stehen zwei Zahlungen im Wert von 42,70 Euro aus. Sehr ärgerlich!“
BILD konfrontierte Smhaggle-Gründer Sven Reuter zuletzt immer wieder mit Beschwerden. Doch er wies Probleme stets zurück. Vor zwei Monaten nahm Reuter seine Website nach eigenen Worten wegen eines Hackerangriffs vom Netz. Dieser habe ihm klargemacht, dass sein Geschäftsmodell keine Zukunft mehr habe. Reuter zu BILD: „Es ist mir nicht gelungen, Investoren zu gewinnen, daher habe ich vor ein paar Tagen Insolvenz angemeldet.“
Reuters Ziel war es, eine wichtige transparente Datenbank zu Lebensmittelpreisen aufzubauen – auch wenn es zunächst nur ein Zuschussgeschäft war. Er hoffte auf Geldgeber. Von der Insolvenz sind bis zu 20 Mitarbeiter betroffen.
Kriegen die Nutzer noch ihr Geld?
Was passiert jetzt mit den ausstehenden Zahlungen an Nutzer? Dazu wollte sich Reuter nicht äußern. Ob Kunden noch ihr Geld bekommen, ist aber eher unwahrscheinlich. Es hängt davon ab, wie viel Vermögen im Unternehmen noch vorhanden ist. Wird später ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet, müssen Kunden ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Da es sich in der Regel um nur zweistellige Summen handelt, könnte der Aufwand für Betroffene unverhältnismäßig hoch sein. „Der vorläufige Insolvenzverwalter zu BILD: „Sollte ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, könnten diese Forderungen nur zur Tabelle angemeldet werden. Die Kunden könnten dann allenfalls mit einer Quote auf ihre Ansprüche rechnen.“
Wie viele Nutzer warten auf Geld?
Wie viele betroffene Nutzer gibt es, die noch auf Ihr Geld warten? Nach den öffentlich verfügbaren Angaben lässt sich die Anzahl nur grob abschätzen: Etwa im Google Play Store wird Smhaggle mit „500.000+ Downloads“ geführt. Wie viele aktive Nutzer es tatsächlich gibt, wurde nie veröffentlicht. Auch Reuter wollte nichts dazu sagen.