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Niedersachsen-Wahl 2026 live: „Hallo ihr Mäuse“ – Landtagspräsidentin ruft zur Stimmabgabe auf
Von: Felix Busjaeger, Jens Kiffmeier
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Heute startet die Kommunalwahl in Niedersachsen: Kann die AfD wieder einen Erfolg feiern? Alle Infos zu den Wahlergebnissen im Live-Ticker.
Hannover – Der politische Herbst hat gerade erst begonnen – und er nimmt bereits Fahrt auf: Eine Woche nach dem deutlichen AfD-Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, das die Parteien bundesweit in Aufruhr versetzt hat, richtet sich der Blick heute nach Westen. Am Sonntag (13. September 2026) wählt Niedersachsen. 6,3 Millionen Menschen entscheiden bei der Kommunalwahl über fast 2200 Kommunalparlamente, über Kreistage, Gemeinderäte und knapp 400 Direktmandate. In unserem Live-Ticker halten wir Sie über alle Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse auf dem Laufenden.
Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen wird auch wieder die AfD mittendrin sein. Landesvizechef Stephan Bothe gab sich im Vorfeld siegessicher: Seine Partei habe „massiven Rückenwind“ und Ergebnisse „weit über 20 Prozent“ seien in großen Teilen des Landes möglich, sagte er dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Bothe, dessen Partei in Niedersachsen vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, darf nach einem Gerichtsurteil selbst nicht zur Wahl antreten. Doch wer wird gewählt? Und wird die Wahl trotzdem höhere Ergebnisse für die AfD bringen?
Kommunalwahl 2026 in Niedersachsen live: Wird die AfD wieder einen Triumph einfahren?
Dass die Wahl in Sachsen-Anhalt direkte Folgen für Niedersachsen, aber auch über das Land hinaus, haben könnte, davon ist jedenfalls Alexander Hensel vom Demokratieforschungsinstitut in Göttingen überzeugt. Die Sachsen-Anhalt-Wahl werde vermutlich „Signalwirkung“ hinsichtlich der niedersächsischen Kommunalwahl 2026 haben, prophezeite er im Gespräch mit dem NDR. Bei den Kommunalwahlen könnte die AfD in Niedersachsen einen erheblichen Sprung machen. Den Grund sieht Hensel auch in der Bundespolitik: Der „bundespolitische Frust“ habe sich zuletzt auf Landesebene entladen – ein Muster, das sich wiederholen könnte.
Niedersachsen-Wahl 2026: Wer, wann und wie wählen kann – alle Infos im Überblick
Die Ergebnisse werden vor diesem Hintergrund mit Spannung erwartet. Doch wer darf überhaupt wann und wie bei der Niedersachsen-Wahl 2026 wählen? Die Wahllokale öffnen am Sonntag, 13. September, um 8:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr. Wahlberechtigt sind alle EU-Bürgerinnen und -Bürger, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz in Niedersachsen haben. Wer nicht persönlich erscheinen kann, hatte bis zum 11. September (13:00 Uhr) die Möglichkeit, einen Wahlschein für die Briefwahl zu beantragen – der ausgefüllte Stimmzettel muss spätestens bis 18:00 Uhr am Wahltag bei der Kommune eingegangen sein, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.
Gewählt werden die Mitglieder der kommunalen Vertretungen – darunter Regionsversammlung, Kreistage, Samtgemeinderäte sowie Stadt- und Gemeinderäte. Abstimmen dürfen insgesamt 6,3 Millionen Niedersachsen. Zusätzlich können Bürgerinnen und Bürger in vielen Kommunen die Leitung der Verwaltung direkt wählen: hauptamtliche Bürgermeister, Oberbürgermeisterinnen, Samtgemeindebürgermeister und Landräte. Für die Vertretungen gilt das Verhältniswahlrecht: Jede Wählerin und jeder Wähler hat bis zu drei Stimmen, die frei auf Listen oder einzelne Kandidatinnen und Kandidaten verteilt werden können. Bei Direktwahlen zählt nur eine Stimme – gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Eine Fünfprozenthürde gibt es nicht. Insgesamt treten 26 Parteien sowie zahlreiche örtliche Wählergruppen und Einzelkandidierende an.
Ergebnisse zur Wahl in Niedersachsen: So schnitten die Parteien zuletzt ab
Bei der Kommunalwahl 2021 war die CDU stärkste Kraft, sowohl bei den Gemeindevertretungen als auch bei den Kreistagen. Die SPD folgte auf dem zweiten Platz, die Grünen auf dem dritten. Die AfD spielte damals noch eine untergeordnete Rolle.
Hochburgen in Niedersachsen: In diesen Städten und Kommunen holt die AfD hohe Wahlergebnisse
Ob die AfD ihre ambitionierten Ziele dieses Mal erreicht, bleibt offen. 2021 lag ihr bestes Einzelergebnis bei 10,5 Prozent – in Salzgitter und in Wagenhoff im Landkreis Gifhorn. In keiner der 155 Gemeinden, in denen sie damals antrat, wurde sie stärkste Kraft. Doch seitdem hat sich viel verändert: Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte die Partei in fast 400 der rund 940 niedersächsischen Gemeinden über 20 Prozent der Zweitstimmen, in 34 Gemeinden war sie stärkste Kraft. Besonders stark schnitt sie zuletzt im Landkreis Gifhorn, in Salzgitter und in der Region um Helmstedt ab. Allerdings funktionieren Kommunalwahlen anders als Bundestagswahlen: Lokale Themen und Persönlichkeiten spielen eine größere Rolle, kommunale Wählergruppen bieten vielerorts eine starke Alternative zu den etablierten Parteien. Alle Ergebnisse zur Niedersachsen-Kommunalwahl seit 1981 finden Sie hier in unserem Daten-Überblick.
Für Schlagzeilen sorgte im Vorfeld der Kommunalwahl in Niedersachsen jedoch der Ausschluss mehrerer AfD-Kandidaten von Direktwahlen. Hintergrund ist eine Neuerung im Kommunalwahlgesetz, die es Wahlorganen erlaubt, Direktkandidaten für Hauptverwaltungsbeamte auf ihre Verfassungstreue zu prüfen – auch unter Einbeziehung von Erkenntnissen des Verfassungsschutzes. Dieser hatte den niedersächsischen AfD-Landesverband im Februar als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Ausgeschlossen wurden Vizelandeschef Bothe selbst für die Landratswahl im Landkreis Lüneburg, Bundestagsabgeordneter Martin Sichert für den Kreis Friesland sowie Justin Vogel, der in Herzberg am Harz für das Bürgermeisteramt kandidieren wollte. Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht wies alle Eilanträge ab: Betroffene könnten eine Wahl nur nachträglich in einem Wahlprüfverfahren anfechten.
Kommunalwahl in Niedersachsen live: Wann stehen die Ergebnisse heute fest?