Allgäuer Batteriespeicher-Hersteller Sonnen ist insolvent
Die Sonnen GmbH aus Wildpoldsried hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Das bestätigte das Unternehmen dem Handelsblatt. Die Insolvenz kommt überraschend: Erst zwei Monate zuvor hatte der britische Öl- und Gaskonzern Shell den Allgäuer Speicherhersteller an den Investor Tiven verkauft.
Zum Artikel: Riesiger Batteriespeicher bei Ansbach – Hoffnung fürs Stromnetz?
Ziel sei damals eine Sanierung gewesen, berichtet das Handelsblatt. Auf BR-Anfrage hatte sich Sonnen im August noch optimistisch geäußert: Die Zeichen stünden auf Wachstum, die Auftragsbücher seien gut gefüllt.
Nun zeichnet sich zumindest für große Teile des Energieunternehmens das Aus ab. Nach Angaben des Handelsblatts (externer Link), das sich in vielen Punkten auf Insiderinformationen stützt, sollen das Bestandsgeschäft und der Service für mehr als 150.000 Kunden fortgeführt werden. Einige Tochterunternehmen sollen dagegen abgewickelt werden oder ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen. Dem Bericht zufolge soll lediglich ein Produktionsstandort bestehen bleiben.
Seit Jahren Verluste und sinkende Umsätze
Sonnen schrieb laut dem Bericht bereits seit Jahren rote Zahlen. Das Unternehmen habe mit Umsatzrückgängen und Verlusten in Millionenhöhe zu kämpfen gehabt. Die 2010 gegründete Sonnen GmbH galt als Vorreiter bei Solarspeichern und der Energiewende. Das Unternehmen aus dem Oberallgäu bietet Speicher für Haushalte mit Solaranlagen an und ist auf intelligente, vernetzte Lösungen spezialisiert.
Shell übernahm Sonnen 2019 für rund 500 Millionen Euro. Im August verkaufte der Konzern das Unternehmen an Tiven. Das Family Office mit Sitz in München und Malta arbeitet mit dem Investmenthaus Aurelius zusammen. Sowohl Tiven als auch Aurelius lehnen eine Stellungnahme gegenüber dem BR ab. Sonnen selbst war bislang nicht zu erreichen.