Allianz und Münchener Rück fest auf Gewinnkurs
Ob Allianz, Münchener Rück oder auch Hannover Rück - alle im DAX vertretenen Versicherungsgesellschaften gehören weltweit zu den ganz Großen der Branche. Während die Allianz Europas größter Versicherungskonzern ist, ist die Münchener Rück weltweit der größte Rückversicherer. Die am Morgen veröffentlichten Quartalszahlen von Allianz und Münchener Rück standen deshalb wie stets im besonderen im Fokus der Börse - sie waren wie fast immer beeindruckend. Jahresziele bestätigt Konkret hält die Allianz an ihrem Ziel fest, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis zwischen 16,4 und 18,4 Milliarden Euro zu erreichen. Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre deutete aber an, dass die Allianz die obere Hälfte der Spanne ins Visier nimmt: "Die operativen Ergebnisse aller Geschäftsbereiche liegen über den Mittelwerten ihrer jeweiligen Gesamtjahresziele." Das operative Ergebnis kletterte im Jahresvergleich im Quartal um fast elf Prozent auf knapp 4,9 Milliarden Euro - damit übertraf die Allianz die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten klar. Auch die Münchener Rück hält an der Prognose von 6,3 Milliarden Euro Nettogewinn für 2026 fest, auch weil die Kapitalanlagen dank steigender Aktienmärkte verlässlich sprudeln. Im Quartal standen 2,21 Milliarden Euro Gewinn in den Büchern, deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Für Vorstandschef Christoph Jurecka geht die Gesellschaft mit Rückenwind in die Hurrikan-Saison. Zum Halbjahr liegen bereits 3,93 Milliarden Euro Nettogewinn in der Kasse des Rückversicherers. Des einen Freud, des anderen Leid Charakteristisch für das zweite Quartal war, dass es nur wenig Schäden gab. Allianz-Firmenchef Oliver Bäte sprach davon, dass die Allianz so wenig Risiken trage wie nie zuvor, seit er das Unternehmen führt. Bäte ist seit Mai 2015 CEO der Allianz. Was des einen Freud, kann aber des anderen Leid sein. Denn wenn große Erstversicherer wie die Allianz weniger Risiken in den Büchern haben, brauchen sie auch nicht so viel Geschäft an die Rückversicherer abzugeben. Dass führt dann dazu, dass die Münchener Rück ihr gezeichnetes Rückversicherungsgeschäft im Jahresvergleich um 9,1 Prozent zurückgefahren hat. "Wir können es uns leisten, auf Geschäft zu verzichten", sagte Jurecka. In den Verhandlungen mit den Erstversicherern und Maklern zum 1. Juli seien die Preise riskobereinigt um 5,5 Prozent zurückgegangen. Dass es im ersten Halbjahr erneut unterdurchschnittlich viele Naturkatastrophen und andere Großschäden gab, habe bei den Preisverhandlungen nicht geholfen, räumte Jurecka aber ein. Im zweiten Quartal musste die Münchener Rück nur 191 (Vorjahr: minus 87) Millionen Euro dafür ausgeben. Und auch die Waldbrände, die derzeit in Südeuropa toben, sähen nicht nach einem besonders großen Schadenereignis aus, sagte Finanzvorstand Andrew Buchanan. Die Prognose für den Versicherungsumsatz nahm die Münchener Rück denn auch um zwei auf 38 Milliarden Euro zurück - und für den Gesamtkonzern, zu dem auch der Erstversicherer Ergo gehört, von 64 auf 62 Milliarden Euro. Allianz blickt nach Asien Derweil baut die Allianz ihr Asset Management Geschäft, ein weiterer Eckpfeiler des Konzerns, weiter aus. Übernommen wurde von der Vermögensverwaltungs-Tochter Allianz Global Investors (AllianzGI) für 555 Millionen Singapur-Dollar (376 Millionen Euro) die Fonds-Sparte der singapurischen Großbank United Overseas Bank (UOB). Erst vor zwei Wochen hatte Allianz die Lebens- und Krankenversicherungstochter der HSBC-Bank in Singapur gekauft - für 2,0 Milliarden Euro. Damit wird der strategische Fokus auf Asien verstärkt. DAX nimmt wieder Fahrt auf