Alonso verliert plötzlich 1,5 Sekunden: Doch Honda findet kein Problem
(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso und Lance Stroll haben beim Grand Prix von Aserbaidschan 2026 in Baku nur die Hälfte der Renndistanz geschafft - und auch nur, wenn man die Rennrunden der beiden Aston-Martin-Fahrer addiert. Es sei das erwartet schwierige Wochenende gewesen, sagte deshalb Mike Krack in seiner Nachbetrachtung zu Baku.
Doch was genau die beiden Aston Martin AMR26 von Alonso und Stroll lahmgelegt hat, ist noch unklar. Bei Stroll liefert immerhin der nachlassende Wasserdruck einen Anhaltspunkt. Bei Alonso hingegen steht ein Antriebsproblem im Verdacht, wobei sich der Fehler bislang nicht nachweisen lässt.
Alonso selbst sagte: "Ich habe keine Warnmeldung gesehen. Alles funktionierte normal, aber auf der Geraden habe ich plötzlich sehr viel Zeit verloren, etwa 1,5 Sekunden. Es war also etwas Ungewöhnliches."
Warum Honda bislang im Dunkeln tappt
Laut Honda-Chefingenieur Shintaro Orihara deuten die Daten des Antriebs bislang nicht auf ein Fehlverhalten hin: Man habe "kein Problem" erkannt. "Wir werden das aber bei unseren Wartungsarbeiten nochmals sorgfältig prüfen. Außerdem haben wir die Daten ans Werk geschickt. Auch dort analysieren wir sie nochmals im Detail."
Damit steht Aston Martin nach Baku mit zwei Ausfällen und auch ohne Erkenntnisse da, was genau schiefgelaufen ist. Das passt laut Stroll zur aktuellen Situation des Teams: "Im Moment ändert sich einfach nicht viel. Wir planen auch eher für das nächste Jahr. Deshalb wissen wir, dass es dieses Jahr so weitergehen wird", sagte Stroll. Aus seiner Sicht gebe es derzeit "nicht viel Positives - eigentlich überhaupt nichts Positives."
Krack widerspricht Stroll: Die wahren Fortschritte bei Aston Martin
Aston-Martin-Einsatzleiter Krack widerspricht jedoch an dieser Stelle: Der AMR26 sei in Baku zwar nicht mit neuem Chassis, aber immerhin mit "einigen leichteren Teilen" auf die Strecke gegangen. "Das ist gut, denn das bringt einen Leistungsgewinn", erklärte Krack. Das Grand-Prix-Ergebnis spiegle diesen Fortschritt nicht wider, "aber ein leichteres Auto hilft immer", so Krack.
Für Aston Martin - ähnlich wie für Williams - ist das ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Denn über rund zwei Drittel der Formel-1-Saison 2026 schöpfte Aston Martin beim Fahrzeuggewicht noch nicht das mögliche Minimum aus. "Inzwischen sind wir sehr nah am Gewichtslimit dran. Das ist sehr gut", sagte Krack.
"Wir müssen weiter daran arbeiten, denn gegen Ende der Saison fertigt man nicht mehr so viele neue Teile an. Stattdessen repariert man die vorhandenen Teile, und durch die Reparaturen werden sie schwerer. Deshalb ist jeder Gewichtspuffer, den man hat, sehr wichtig."
Entscheidende Verbesserung erst 2027?
Doch beim Antrieb sieht Aston Martin weiterhin Verbesserungsbedarf. Alonso nimmt vor allem den Antriebspartner in die Pflicht: "Wenn wir aufs Gaspedal treten, müssen wir uns auf Honda verlassen können und darauf, dass es immer besser wird. Mit dem Motoren-Upgrade haben wir dieses Jahr einen Schritt nach vorne gemacht. Aber wie wir sehen, reicht das nicht aus, und wir müssen weiterarbeiten."
Honda-Chefingenieur Orihara weiß um das aktuelle Defizit: "Es besteht weiterhin eine Lücke zwischen uns und den stärksten Konkurrenten. Das liegt hauptsächlich an der Motorleistung selbst. Das ist der Bereich, in dem wir uns für nächstes Jahr steigern müssen." Das passt zu Strolls Einschätzung, dass Aston Martin den Fokus bereits stärker auf 2027 richtet.