Als Grund nennt sie den Kurs der Bundesregierung: Brandenburgs JU
Die Landeschefin der Jungen Union (JU) Brandenburg, Laura Strohschneider, tritt von ihrem Amt zurück und aus der Partei aus. In einer Nachricht an die Mitglieder, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, begründete sie dies mit Kritik am Spitzenpersonal und am Kurs der Bundesregierung. Sie habe „den Glauben daran verloren, dass wir dieses Land wieder nach vorne bringen können“. Das Spitzenpersonal der CDU habe seine Glaubwürdigkeit verloren. „Die inhaltliche Ausrichtung der Bundespolitik ist nicht das, wofür wir Wahlkampf gemacht haben, und wofür uns die Wähler ihre Stimme gegeben haben“, erklärte Strohschneider. „Wir erleben eine Politik, die es den Fleißigen schwerer statt leichter macht.“ Sie selbst habe es zum Schluss immer schwerer gehabt, die aktuelle Politik der Bundes-CDU in ihrem Umfeld zu erklären. Der Kurs der CDU führt aus ihrer Sicht in eine Sackgasse. „Wir haben uns aus ideologischen Gründen in eine Lage manövriert, in der wir getrieben von Angst vor dem Verlust des Koalitionspartners zwingend notwendige Reformen nicht im erforderlichen Umfang durchsetzen und stattdessen sogar noch weitere Fehlsteuerungen vornehmen“, kritisierte Strohschneider. Die bisherige JU-Landeschefin nannte als Beispiel die Grundgesetzänderung zur Schuldenbremse und die Einkommensteuerreform. Viele Leistungsträger würden nach zu erwartenden Steigerungen bei den Sozialabgaben weniger Netto vom Brutto haben, kritisierte die 29-Jährige. Sie habe große Hoffnung darin gehabt, dass mit einer CDU-geführten Bundesregierung wieder eine leistungs- und wohlstandsfreundliche Politik für Deutschland verfolgt werde, erklärte sie. „Stattdessen gehen die Entscheidungen aber weiter in eine Richtung, die es den Fleißigen in unserer Gesellschaft immer schwieriger macht.“ „Den Rücktritt von Laura Strohschneider bedauern wir“, sagte CDU-Generalsekretär Julian Brüning unserer Redaktion. „Gerade wenn es schwierig ist, brauchen wir Menschen in der Union, die mit Leidenschaft dafür arbeiten, dass es mit Deutschland wieder bergauf geht.“ Klar sei aber auch: Jeder wisse, was zu tun ist. „Der Umbau des Kabinetts muss nun dazu führen, dass die drängenden Probleme noch fokussierter und schneller gelöst werden“, so Brüning. „Die Bundesregierung muss jetzt gemeinsam liefern.“ Bedauern und Unverständnis bei Parteikollegen Auf Unverständnis stieß der Schritt von Strohschneider beim stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Frank Bommert. Strohschneider sei Landesvorsitzende des Jugendverbands gewesen. Sie hätte sich zu Wort melden können, sagt Bommert. „Ihr Wort hätte man gehört.“ Gegenüber unserer Redaktion räumte der Landtagsabgeordnete aus Oberhavel, der einst ein glühender Fan von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war, ein, dass auch er selbst unzufrieden mit der momentanen Politik seiner Partei auf der Bundesebene sei. „Wenn ich mich immer nach dem Bund richten würde, wäre ich schon lange nicht mehr dabei“, sagte Bommert. „Aber wir machen hier Landespolitik.“ Man könne in der Politik nur Veränderungen erreichen, wenn man selber mitarbeite. Deswegen sei der Schritt, den Strohschneider nun gewählt habe, aus seiner Sicht klar falsch. Strohschneider war seit 2016 Mitglied der CDU. Von 2019 bis 2021 war sie Kreisvorsitzende der Jungen Union Jena. Sie wurde 2023 zur Landesvorsitzenden der JU Brandenburg, der Jugendorganisation der CDU, gewählt. Die Juristin ist seit 2019 Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens im Bereich Vermietung und Hausverwaltung. (mit dpa)