Also doch: Mercedes in Singapur mit altem Auto - aber nur für Russell
(Motorsport-Total.com) - WM-Spitzenreiter Mercedes tritt beim Grand Prix von Singapur 2026 (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) teilweise mit einer älteren Spezifikation seines W17 an. Das haben die Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli und George Russell am Medientag vor dem Formel-1-Nachtrennen bekanntgegeben.
Völlig überraschend kommt dieser Schritt nicht: Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte bereits laut darüber nachgedacht. Laut Russell war diese Maßnahme seit dem Renntag in Malaysia ein Thema: "Eigentlich habe ich es bereits vor dem Grand Prix angestoßen. Da waren wir noch 50:50, unentschlossen. Als dann [im Rennen] der Defekt auftrat, war die Entscheidung aber völlig offensichtlich."
Russell selbst steht voll hinter dieser Entscheidung. Antonelli ebenso - doch er verwendet im Gegensatz zu Russell die neuere Version des W17.
Mercedes will Klarheit zu seinen Updates
Er habe in diesem Fall "eigentlich keine" Mitsprache gehabt, sagte Antonelli. "Es war hauptsächlich die Entscheidung des Teams, mit einem Auto zum alten Paket zurückzukehren. Aber ich fühle mich durchaus wohl damit, bei der neuen Version zu bleiben."
Die neue Version: Das ist die Ausbaustufe, mit der Antonelli und Russell zuletzt in Malaysia gefahren sind. Die ältere Version des W17 war in den Rennen davor im Einsatz. "Es ist das Auto, mit dem ich in Baku gewonnen habe", erklärte Russell.
Hat Mercedes also den Verdacht, das Malaysia-Update könnte fehlgeschlagen sein? Russell sagte: "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Upgrade nicht funktioniert hat. Wir wissen, dass wir in Baku das gleiche Auto hatten wie zuvor in Budapest und Zandvoort. Aber: In Budapest fehlten uns vier Zehntel auf die Spitze und in Baku standen wir mit acht Zehnteln Vorsprung auf der Poleposition."
Die Technik allein kann nicht die Antwort sein
Diese enormen Schwankungen seien bei weitgehend unverändertem Auto kaum allein auf die Technik zurückzuführen. "Deshalb sind wir ziemlich zuversichtlich, dass unsere Probleme speziell mit Malaysia zusammenhingen", sagte Russell.
Daher der Vergleichstest in Singapur, den Antonelli voll unterstützt: "Ich möchte dem Team wirklich dabei helfen, das Paket besser zu verstehen und sein Potenzial auszuschöpfen. Denn vom alten Paket wissen wir, dass es gut funktioniert. Ich glaube aber auch, dass das neue Paket funktioniert. Ich halte es wirklich für eine Verbesserung. Wir haben das in Sepang nur nicht gesehen."
Malaysia als "Ausreißer" für Mercedes
Der Grand Prix von Bahrain in Malaysia sei für Mercedes "ein bisschen ein Ausreißer" gewesen, erklärte Antonelli. "Der Asphalt dort war sehr rau. Außerdem war es unglaublich heiß. Die Streckentemperaturen betrugen mehr als 60 Grad. Deshalb glaube ich, dass das Wochenende in Singapur definitiv repräsentativer sein wird."
Antonelli macht das einerseits an den etwas kühleren Temperaturen beim Formel-1-Nachtrennen fest und andererseits beim "besseren Asphalt" auf dem Marina Bay Circuit. Außerdem tauge der Kurs in Singapur besser für Vergleichsfahrten: "In Sepang hatten wir in langsamen Abschnitten große Probleme. Hier in Singapur gibt es sehr viele langsame Kurven. Das wird ein sehr guter Test."
"Kein Weg zurück" für Antonelli in Singapur
Ein Test, der sich laut Antonelli ausdrücklich über das komplette Wochenende erstrecken soll: "Ich werde komplett beim neuen Paket bleiben." Diese Chance müsse man der Ausbaustufe einräumen, sagte Antonelli: "In dieses neue Paket ist unglaublich viel Arbeit geflossen, und es wäre einfach schade, es so früh abzuschreiben."