Alte Mäuse leben länger dank Semaglutid
Eine Kalorienrestriktion, also weniger zu essen, verlängert bei vielen Organismen die Lebensdauer, ist aber in der Regel schwierig, dauerhaft einzuhalten. Forschende der University of California in Berkeley haben sich nun überlegt, ob sich mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid, der zur Behandlung von Diabetes und Übergewicht zugelassen ist, ein vergleichbarer Effekt erzielen lässt.
Die Tiere waren nicht übergewichtig und hatten auch keinen Diabetes, sie waren aber mit 20 Monaten bereits relativ alt. Das entspricht in etwa einem menschlichen Alter von um die 60 Jahre. Diese Labormäuse werden im Schnitt 27 bis 29 Monate alt, mit einer maximalen Lebensspanne von 36 Monaten.
Tatsächlich verbesserten sich bei den Mäusinnen physiologische, metabolische und kognitive Funktionen und klassische Kennzeichen des Alters wie Mitochondrienfunktion, Entzündungsaktivität und Genomstabilität, berichtet das Team um Danica Chen kürzlich im Fachjournal »Nature«. Im Gehirn bildeten sich vermehrt neue Neuronen – ein Hinweis darauf, dass sich GLP-1-Rezeptoragonisten auch positiv auf die Gehirngesundheit auswirken.
In einigen Punkten schnitten die mit Semaglutid behandelten Mäusinnen sogar besser ab als eine Vergleichsgruppe, etwa bei räumlicher Orientierung, Erkundungstrieb und Kontrolle des Blutzuckerspiegels.
Ob Semaglutid die gleichen Effekte auf Alterungsprozesse und Lebensspanne beim Menschen hat, kann man daraus nicht ableiten. Dies muss noch in klinischen Langzeitstudien untersucht werden. Auch die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen seien noch unklar.