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Altersvorsorgedepot: Christian Lindner steigt bei Fintech Ginmon ein

Technologie

Sein Plan für ein Altersvorsorgedepot war noch am Aus der Ampelkoalition gescheitert. Nun will der ehemalige Finanzminister als Investor von der Reform der aktuellen Regierung profitieren.

Christian Lindner: Altersvorsorgedepot „ein wichtiger Schritt in Richtung Kapitalmarktkultur“. Foto: picture alliance / dts-Agentur

Frankfurt. Der ehemalige Bundesfinanzminister und FDP-Vorsitzende Christian Lindner beteiligt sich am Frankfurter Fintech Ginmon. Es handele sich um eine Größenordnung „im fünfstelligen Bereich“, sagte Lindner dem Handelsblatt. „Das ist als Beginn zu sehen.“

Anlass für das Investment ist laut Lindner die Einführung des Altersvorsorgedepots. Ab Anfang Januar werden damit Investitionen am Kapitalmarkt für die private Altersvorsorge auch ohne garantierte Leistungen staatlich gefördert. Die im März vom Bundestag beschlossene Reform soll die als zu teuer und zu kompliziert geltende Riester-Rente ersetzen.

Ginmon bietet eine digitale Plattform für unabhängige Vermögensberater und Finanzvertriebe an. Darüber sollen etwa neue Kunden aufgenommen, Portfolios gemanagt und Gebühren abgerechnet werden können. Im Altersvorsorgedepot sieht das Fintech jetzt eine Wachstumschance.

Er halte es für erforderlich, dass Vermögensberater und Anlagevermittler in der Lage seien, ihren Kunden ein Altersvorsorgedepot anzubieten, sagte Lindner. Da habe ihn die sogenannte White-Label-Technologie von Ginmon überzeugt. Sie ermöglicht es anderen Finanzunternehmen, Ginmons Plattform für Altersvorsorgedepots zu nutzen und ihren Kunden unter dem eigenen Namen anzubieten.

Die Branche verspricht sich von der Reform enorme Zuflüsse. Der US-Fondsriese Vanguard schätzt, dass Privatkunden in den ersten fünf Jahren nach der Einführung des Altersvorsorgedepots dort rund 150 Milliarden Euro investieren werden. Die Ratingagentur S&P rechnet für die private Altersvorsorge nach einer Einführungsphase von ein bis zwei Jahren mit zusätzlichen Nettozuflüssen in Höhe von jährlich 26 bis 56 Milliarden Euro.

Lindner sieht keinen Interessenkonflikt

Für Lindner ist es nicht die erste Unternehmensbeteiligung seit dem Rückzug aus der Politik. So beteiligt sich der einstige FDP-Chef unter anderem auch an den Start-ups Leegle und Limetax.

Ginmon-Chef Lars Reiner sieht im Altersvorsorgedepot einen „Game-Changer“. Das gelte auch für Berater, Versicherer und Finanzvertriebe. Vertriebsorganisationen brauchten technische Lösungen, sagte Reiner. „Entsprechend ambitioniert sind unsere Ziele im White-Label-Geschäft.“

Das Fintech will in dem Bereich mit etablierten Anbietern wie FNZ, FFB und DAB BNP Paribas konkurrieren. Mitte September hatte Ginmon eine Zusammenarbeit mit der US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton für das Altersvorsorgedepot angekündigt.

Einen Interessenkonflikt kann es gar nicht geben, da ich ja nicht mehr im öffentlichen Sektor tätig bin. Christian LindnerEx-Finanzminister

Als Finanzminister hatte Lindner selbst ein Altersvorsorgedepot vorangetrieben. Wegen des Bruchs der Ampelkoalition im November 2024 wurde der entsprechende Gesetzentwurf jedoch nicht mehr verabschiedet. Das später von der aktuellen Bundesregierung auf den Weg gebrachte Altersvorsorgedepot ähnelt dem Vorschlag von Lindner, ist aber nicht identisch.

Einen Interessenkonflikt sehe er in der Beteiligung an Ginmon nicht, sagte Lindner. „Einen Interessenkonflikt kann es gar nicht geben, da ich ja nicht mehr im öffentlichen Sektor tätig bin oder Gesetzgebung beeinflusse.“ Er freue sich, dass das Land mit dem Altersvorsorgedepot „einen wichtigen Schritt in Richtung Kapitalmarktkultur“ gehe. In unternehmerischer Rolle wolle Lindner einen Beitrag leisten, „dass es für möglichst viele Menschen ein Erfolg wird“.

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Christian LindnerAnlageberatungFintech

Ginmon bietet auch einen digitalen Vermögensverwalter für Privatkunden an. Das 2014 gegründete Unternehmen verwaltete nach Unternehmensangaben zuletzt etwa eine halbe Milliarde Euro.

Mehr: „Kunden bis zum Tod“ – Scalable setzt auf Billigangebot und bringt Bewegung in die Branche

Erstpublikation: 23.09.2026, 16:00 Uhr.

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