DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:20:01 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:20:01 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 21:28:50 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,45 % 4.025,80 USD 21:18:41 Silber -0,01 % 53,95 USD 21:18:01 Brent -1,23 % 110,33 USD 21:18:30 WTI -1,77 % 101,44 USD 21:18:50 Bitcoin -0,42 % 79.690,27 USD 21:28:51 EUR/USD -0,38 % 1,11780 USD 21:28:45 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 21:28:52 EUR/CHF +0,54 % 0,92500 CHF 21:28:53 EUR/JPY +0,24 % 176,018 JPY 21:28:54

Altersvorsorgedepot: Darauf sollten Sparer achten

Wirtschaft

"Was mache ich jetzt mit meinem Riester?" Diese Frage hört Alexander Roos derzeit besonders häufig. Je näher der Start des neuen Altersvorsorgedepots rückt, desto mehr häufen sich die Anfragen der Sparerinnen und Sparer, die sich an den Finanzberater der Verbraucherzentrale Bayern wenden.

Viele von ihnen fragen sich, was aus ihrer bisherigen Altersvorsorge werden soll – und wollen ihren alten Riester-Vertrag möglichst schnell loswerden. Zu hoch waren die Kosten. Die Anbieter haben das erkannt und werben mit niedrigen Gebühren und zusätzlichen Vergünstigungen. "Die ersten Angebote sind auf jeden Fall zu begrüßen", lobt Roos, schiebt aber gleich hinterher: "Was auf den ersten Blick attraktiv erscheint, muss sich auch langfristig rechnen."

Zum Artikel: Altersvorsorgedepot: Warum Sparer nichts überstürzen sollten

Für jedes Versprechen gelten Bedingungen

Die sogenannten Neobroker, also digitale Wertpapiervermittler, die ihre Dienstleistungen überwiegend über Apps und das Internet anbieten, werben mit unterschiedlichen Vergünstigungen. Smartbroker+ etwa verspricht, die laufenden Kosten ausgewählter ETFs zunächst für drei Jahre und bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro zu erstatten. Ab dem vierten Jahr gilt die Erstattung nur noch, wenn Kundinnen und Kunden jährlich mindestens 15 Wertpapiergeschäfte im regulären Hauptdepot durchführen.

Der Konkurrent Trade Republic verspricht dauerhaft kostenlose Depotführung und Sparpläne. Bei mehreren Dutzend ausgewählten ETFs sollen auch die laufenden Produktkosten langfristig entfallen. Scalable Capital wiederum behält sich vor, seinen sogenannten Rentenbonus künftig anzupassen oder ganz einzustellen. Das Unternehmen erklärt auf BR24-Anfrage, dass sich sein günstiges Angebot vor allem durch langfristige Kundenbeziehungen und weitere Finanzdienstleistungen rechnen soll.

Was kostet die spätere Auszahlung?

Was Sparerinnen und Sparer schon jetzt bedenken sollten, ist die Auszahlungsphase. Die ist zwar in vielen Fällen noch weit weg – sollte aber unbedingt ein Teil der Gesamtrechnung sein. Denn niedrige Gebühren beim Sparen sind nur der eine Teil. Während die Effektivkosten beim sogenannten Standarddepot während der Ansparphase gesetzlich auf ein Prozent begrenzt sind, gibt es für die spätere Auszahlung keine vergleichbare Obergrenze. Die Anbieter müssen zwar auch diese Kosten offenlegen, dazu sind bislang aber noch längst nicht alle Details bekannt.

Zu viel Euphorie für das neue Altersvorsorgedepot hält Roos auch an anderer Stelle für riskant. Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale rät ausdrücklich davon ab, bereits vorhandene ETFs für das neue Altersvorsorgedepot zu verkaufen und dort erneut anzulegen. Bei einem Verkauf könnten Steuern auf Kursgewinne und weitere Kosten entstehen. Stattdessen empfiehlt er, die bisherigen ETF-Anlagen weiterzuführen und gegebenenfalls ein gefördertes Altersvorsorgedepot zusätzlich zu eröffnen. Bereits vorhandene ETF-Anteile ließen sich nicht ohne Weiteres in das neue Altersvorsorgedepot übertragen, erläutert Roos.

Öffentliches Standarddepot: Ein Starttermin fehlt

Für Sparer, die ihre Altersvorsorge nicht ausschließlich privaten Anbietern anvertrauen wollen, sieht die Reform auch die Möglichkeit eines öffentlich organisierten Standarddepots vor. Der Bundesrat hatte gefordert, dass es bereits zeitgleich mit dem Start aller anderen Depotvarianten Anfang 2027 zur Verfügung steht.

Doch das Bundesfinanzministerium nennt bislang keinen Starttermin. In einer schriftlichen Antwort vom 7. Oktober verweist es auf fehlende Verwaltungsstrukturen und europarechtliche Hürden (externer Link: Antwort aus dem Bundesfinanzministerium). Außerdem müsse geprüft werden, ob sich mit einer möglichen Kapitalrente innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung Doppelstrukturen ergeben könnten. Zugleich betont das Ministerium, dass private Anbieter bereits besonders günstige Produkte angekündigt hätten.

Nils Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg überzeugt das nicht. Für ihn sind günstige private Angebote allerdings kein Ersatz für ein öffentliches Standarddepot. Das grundlegende Problem provisionsgetriebener Finanzberatung bestehe weiterhin, kritisiert er im Plusminus-Podcast der ARD.

Zum ARD Podcast: Plusminus: Altersvorsorgedepot - Muss ich da jetzt rein?

Denn Finanzvermittler hätten nach wie vor einen Anreiz, vor allem Produkte zu verkaufen, an denen sie hohe Provisionen verdienen. Auch eine gesetzliche Kostenobergrenze helfe wenig, wenn besonders günstige Produkte in der Beratung gar nicht erst angeboten würden. Deshalb brauche es das öffentliche Standarddepot als dauerhaft günstigen Preisanker und als verlässliche Alternative für Menschen, die weder ein Verkaufsgespräch noch eine Broker-App wollen.

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