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Altersvorsorgedepot: Die Gratis-Masche von Trade Republic

Wirtschaft

Kaum eine Bank hierzulande hat das Marketing so perfektioniert wie der Onlinebroker Trade Republic, wie sich in den vergangenen Tagen wieder einmal gezeigt hat. Während einige Banken längst ihre Angebote für das neue Altersvorsorgedepot präsentiert haben, hat Trade Republic sich etwas Zeit gelassen, um sie dann zu unterbieten: Trade Republic verlangt für das Depot und die Ausführung keine Gebühren, bei ausgewählten ETF entfällt auch die Verwaltungsgebühr.

Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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Man muss anerkennen, was das Unternehmen über die Jahre hinweg geschafft hat. Es hat die etablierten Banken unter Druck gesetzt und den Aktienhandel auch für Kleinsparer günstig ermöglicht. Dennoch sollte man nicht blind sein. Trade Republic nutzt einen der ältesten und simpelsten Tricks des Marketings. Denn für das Angebot gilt, was auch für den günstigen Hotdog bei Ikea oder den kostenlosen Sehtest beim Optiker gilt: Es ist ein Einstiegsköder. Es ist ein bewusst niederschwelliges Angebot, das Neukunden locken soll. Die Hoffnung ist, dass sie bleiben und mehr teurere Produkte kaufen.

Für das Altersvorsorgedepot fördert der Staat Eigenbeträge von bis zu 1800 Euro im Jahr, also 150 Euro im Monat. Bis zu diesem Betrag schießt der Staat also zusätzlich Geld dazu, darüber hinaus nicht mehr. Das wird Sparer an die Börse bringen, die bislang davon Abstand gehalten haben. Manche werden dabei merken, dass sie noch weiteres Geld anlegen könnten und auch außerhalb des neuen Altersvorsorgedepots Einzelaktien und ETF kaufen. Und wo würden sie das lieber tun als bei dem Anbieter, den sie schon kennen und bei dem ihr Altersvorsorgedepot liegt?

Man kann einem Unternehmen nicht den Geschäftssinn vorwerfen, solange es seine Versprechen auch wirklich hält. Gleichzeitig darf man von Sparern erwarten: Wenn etwas gratis ist, sollte ihnen auch bewusst sein, warum.

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