Altersvorsorgedepot: Home Bias vermeiden - so wählen Sie ETFs richtig
Home Bias
Altersvorsorgedepot – aber richtig
MeinungEine Kolumne von Daniel Saurenz
Aktualisiert am 04.10.2026 - 08:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Am 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot. Einige der konkurrierenden Anbieter bieten einen Frühstart an, doch dabei gilt es einen Fehler zu vermeiden.
In weniger als drei Monaten fällt der Startschuss für das Altersvorsorgedepot in Deutschland. Dann ist endlich Schluss mit dem Rohrkrepierer Riester-Rente und seinem ebenso schlechten Pendant Rürup-Rente. Britta Langenberg von Finanzwende fasst es zusammen: "Viel zu viele Menschen werden mit ihren Riester- und Rürup-Verträgen reale Verluste einfahren."
Auch die Berechnungen großer Vergleichsanbieter haben gezeigt, dass es nahezu keine Gewinner, aber sehr viele Verlierer bei dieser schlecht gemachten Version der privaten und staatlich geförderten Altersvorsorge gab. Beim Altersvorsorgedepot soll das anders werden. Interessierte Anleger können zwischen zwei Varianten wählen.
Wichtigen Fehler vermeiden
Zum einen gibt es die Standardvariante und zum anderen beispielsweise beim Smartbroker die Möglichkeit, sich individuell Sparpläne auf ETFs zusammenzustellen. Kryptowährungen sind für das Altersvorsorgedepot ebenso ausgeschlossen wie Hebelpapiere oder Einzelaktieninvestments.
Bei der Auswahl der ETFs sollten Sie jedoch einen Fehler vermeiden, der auf lange Sicht ausgesprochen renditeschmälernd ausfallen kann. Und dieser Fehler könnte sich jetzt als noch wichtiger herausgestellen, als er ohnehin schon war. Es geht darum, als Altersvorsorgender möglichst auf einen sogenannten Home Bias zu verzichten. Was versteht man darunter?
Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
Alle Gastbeiträge von Daniel Saurenz lesen Sie hier.
Was bedeutet der Home Bias?
Unter Home Bias fassen Investoren jenes Phänomen zusammen, dass Anleger häufig dazu neigen, ihr Geld in einem lokalen Raum anzulegen, den sie vermeintlich als bekannt und besser verständlich einschätzen. Deutsche Anleger neigten lange dazu, eher den Dax zu handeln und in ihn zu investieren und Aktien wie Allianz, Siemens, SAP, Mercedes oder BMW jenen US-Titeln wie Intel, J.P. Morgan oder Caterpillar vorzuziehen.
Die Kursperformance deutscher Indizes im letzten Jahrzehnt und sogar darüber hinaus unterstreicht aber, dass die große Musik der Anlage in den USA spielt und für viele Investoren weltweit die USA erste Wahl sind. Beim Altersvorsorgedepot wäre es somit ein Fehler, sein Geld beispielsweise primär in ETFs aus Deutschland oder Europa anzulegen.
International schlägt national
Ein internationaler Mix, womöglich mit einer stärkeren Fokussierung Richtung USA, könnte und sollte langfristig die beste Variante sein. Denn es kommt ein Aspekt hinzu. Deutschland verspielt gerade ein Argument für Investitionen speziell in Deutschland.
Denn unter den zehn führenden Volkswirtschaften weltweit stach Deutschland bisher in einem Punkt durchaus hervor: dem Punkt der Rechtssicherheit. In den USA ist diese allgemeine Einschätzung zwar ebenfalls sehr stark gegeben, auch aufgrund funktionierender Gerichtsbarkeit, doch politische Tendenzen kratzen dort am Image der Freiheit und des Liberalismus.
Märkte wie China müssen schon seit mehreren Jahrzehnten mit dem Malus leben, dass aufgrund der politischen Verhältnisse auf Aktienbewertungen ein erheblicher Abschlag vorgenommen wird, der politische und rechtliche Unsicherheit reflektiert. Der Sieg der Linken in Berlin wiederum hat bei Finanzmessen und im Gespräch mit Investoren in Frankfurt und München Menschen aus Deutschland, aber vor allem auch aus dem Ausland zum Nachdenken gebracht.
Denn Begriffe wie Vergesellschaftung und Enteignung hatten ausländische Investoren im Zusammenhang mit Deutschland schlicht nicht im Vokabular vorgesehen. Die Fantasie der Enteignung zunächst einmal von Konzernen wie Vonovia hat dieses Thema mit einem Mal aufgebracht.
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Die gesetzliche Rentenversicherung soll ein Grundpfeiler der Altersvorsorge sein, ist aber allein nicht ausreichend. Wie im Beitrag beschrieben, könnten die Riester- oder Rürup-Rente nicht ausreichen, die Inflation auszugleichen. Rückblickend wären breit gestreute Aktienanlagen oft besser gewesen.
Für wen geeignet?Mittel- bis Langfristanleger
In welcher Marktsituation geeignet?Steigende Notierungen im DAX
Risikoklasse: Mittel
Laufende Gebühren: 1 Euro pro Trade
Vanguard S&P 500-ETF
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Das neue Altersvorsorgedepot kann jene Lücke schließen, die Riester- und Rürup-Produkte hinterlassen haben. Bei der Aktienauswahl bleiben Anleger – wie im Beitrag gezeigt – flexibel und können zwischen verschiedenen Anlageformen und Strategien wählen.
Für wen geeignet?Mittel- bis Langfristanleger
In welcher Marktsituation geeignet?Steigende Notierungen im S&P 500
Risikoklasse: Mittel
Laufende Gebühren: 1 Euro pro Trade
Sicherheit als Asset
Und selbst wenn die Diskussion momentan noch eine theoretische sein sollte: Allein das Spekulieren und Reden darüber, dass in Deutschland enteignet werden könnte, führt zu einem Abschlag bei der politischen Sicherheit und damit zu einem Abschlag bei der Bewertungskomponente deutscher Aktien.
Daher sollten sich Anleger schon jetzt Gedanken zum Altersvorsorgedepot machen, welchen ETF-Mix sie bevorzugen und sich mit dem Begriff des Home Bias vertraut machen. Denn das Altersvorsorgedepot ist nicht auf wenige Jahre, sondern auf Jahrzehnte angelegt. Und es sollte damit im eigenen Depot idealerweise die beste Performance der internationalen Wirtschaft abbilden.
Diese sind, Stand jetzt, leider nur zum geringen Teil im deutschen Aktienindex zu finden. Die Musik, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz und Technologie, spielt primär woanders.
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Wer übrigens seine maximale Förderhöhe und seine Vorgehensweise beim Altersvorsorgedepot einmal durchspielen will, findet Hilfe bei Anbietern wie Scalable oder Smartbroker. Dort hat man einen einfach zu bedienenden Rechner installiert, mit dem das persönliche Alter, die Anzahl der Kinder, die gewünschte Anlagesumme und der jährliche Nettoertrag durchgespielt werden können und man schon jetzt mit der Planung beginnen kann.
Verwendete Quellen
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