Altersvorsorgedepot: „Preisschlacht eröffnet“ - Banken vor hartem Wettbewerb
Frankfurt. Der Neobroker Scalable Capital lockt beim neuen Altersvorsorgedepot mit günstigen Gebühren und setzt damit die Wettbewerber unter Druck. Die Gesamtkostenquote, im Fachjargon Total Expense Ratio (TER), soll beim Scalable-Standarddepot maximal 0,15 Prozent jährlich betragen, im ersten Jahr sogar null Prozent, wie der Neobroker ankündigte. Konto- und Depotführung sind kostenlos.
Damit unterschreitet Scalable die gesetzlich festgelegten Höchstkosten von einem Prozent für das jeweilige Standardangebot. Das Gesetz zur Altersvorsorgereform sieht vor, dass alle Anbieter ein einfaches Standarddepot anbieten müssen, dessen Kosten auf maximal ein Prozent des eingezahlten Kapitals begrenzt sind. Die meisten Konkurrenten haben noch keine Konditionen mitgeteilt.
Dennoch zeichnet sich bereits ein heftiger Konkurrenzkampf ab. Der Chef des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank, Cornelius Riese, rechnet mit einem „sehr starken Wettbewerb“ – in einer Dimension, „die wir in der Finanzdienstleistungsbranche nicht so häufig hatten“. Das gelte für das Altersvorsorgedepot genauso wie für die ebenfalls geplante Frühstartrente.
Ab dem 1. Januar 2027 sollen mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland das neue Altersvorsorgedepot nutzen können. Es soll die oft als zu teuer und zu kompliziert geltende Riester-Rente ersetzen. Auch ein staatliches Standarddepot ist vorgesehen. Die Frühstartrente sieht vor, dass jedes Kind vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Bund für ein Anlagedepot erhält.