Alzheimer-Studie: NOACs gehen mit 0,2 Punkten weniger Abbau einher
Forschende des Karolinska-Instituts haben in einer Untersuchung den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Blutverdünnern und dem geistigen Abbau bei Betroffenen von Demenzerkrankungen analysiert. Die im European Heart Journal veröffentlichte Arbeit stützt sich auf Daten des schwedischen Registers SveDem zu Personen, die gleichzeitig unter Vorhofflimmern und der Alzheimer-Krankheit leiden.
Die Auswertung ergab, dass die kognitiven Fähigkeiten unter der Therapie mit neueren oralen Antikoagulanzien (NOACs) über den Verlauf eines Jahres langsamer abnahmen als bei einer Behandlung mit dem herkömmlichen Wirkstoff Warfarin oder ganz ohne gerinnungshemmende Medikamente.
Moderate Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit
Die beobachteten Unterschiede im kognitiven Verlauf fielen den Studiendaten zufolge moderat aus. Bei Patientinnen und Patienten, die mit NOACs behandelt wurden, zeigte sich im Untersuchungszeitraum von einem Jahr ein um etwa 0,2 Punkte geringerer Abbau auf der Skala des Mini-Mental-Status-Tests (MMSE) im Vergleich zu Personen unter Warfarin-Therapie oder solchen ohne Antikoagulation.
Neben der Verlangsamung des geistigen Abbaus waren die neueren Präparate in der Auswertung auch mit weiteren gesundheitlichen Vorteilen assoziert. So ging die Anwendung von NOACs mit geringeren Risiken für Todesfälle, Schlaganfälle, Blutgerinnsel sowie Frakturen einher.
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Risikoprofile und methodische Grenzen
Auch für den älteren Gerinnungshemmer Warfarin konnten in der Analyse positive Effekte verzeichnet werden. Allerdings wies dieser Wirkstoff im Vergleich ein höheres Risiko für schwere Blutungsereignisse auf, was die therapeutische Abwägung bei der Patientengruppe beeinflusst.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass es sich bei der Untersuchung um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Ein direkter Kausalitätsnachweis zwischen der Medikation und der verlangsamten kognitiven Verschlechterung lässt sich daraus nicht ableiten. Zudem schränken nachträgliche Medikamentenwechsel während des Verlaufs sowie weitere potenzielle Einflussfaktoren die Aussagekraft der Ergebnisse ein.
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