Amazfit Balance 3 im Test: Outdoor-Sportuhr als Garmin-Killer für 370 Euro?
Robust, wasserdicht bis 10 ATM und fürs Freitauchen zugelassen. Kann die Amazfit Balance 3 etablierten Sportuhren das Wasser reichen? Mit der Balance brachte Amazfit einst eine leichte Lifestyle- und Gesundheitsuhr auf den Markt. Der Nachfolger Balance 2 wuchs dann zur vollwertigen Sportuhr heran. Mit der Balance 3 präsentiert der chinesische Hersteller nun eine ausgewachsene Outdoor-Smartwatch, die auch als Top-Sportuhr überzeugen will – und Garmin preislich deutlich unterbietet. Die Amazfit Balance 3 ist robust genug für den harten Outdoor-Einsatz, wasserdicht nach 10 ATM und sogar zum Freitauchen zugelassen. Ob sie eine echte Alternative zu etablierten Sportuhren ist, klären wir in diesem Test. Design & Tragekomfort Die Amazfit Balance 3 ist verglichen mit dem Vorgänger gewachsen – und das merkt man. Mit 51,4 × 51,4 × 14,6 mm und 62 g bewegt sie sich in Dimensionen, die man eher von klassischen Outdoor-Uhren kennt. Für schmale Handgelenke ist sie kaum geeignet, und auch vielen Frauen dürfte die Uhr schlicht zu wuchtig sein. Beim Schlafen wird sie auf Dauer zur Belastung. Bei der Verarbeitung legt Amazfit jedoch spürbar nach. Das Gehäuse besteht vollständig aus Edelstahl im Unibody-Design – mit Krone oben rechts und einer weiteren Taste unten links. Die Form ist angedeutet achteckig: Die oberen und unteren Ecken treten markant hervor, die Seiten sind sanft abgerundet. Das Ergebnis erinnert an ein rundes Zifferblatt, das in zwei symmetrische Trapeze eingefasst ist – ein eigenständiges und gelungenes Design. Robust ist die Balance 3 nicht nur optisch. Sie hat Tests nach MIL-STD-810G bestanden – darunter Niederdruck-, Temperaturschock-, Vibrations- und Stoßtests. Wasserdicht nach 10 ATM ist sie zudem fürs Freitauchen nach EN 13319 und ISO 6425 bis 45 m zugelassen – das macht sie zur echten Outdoor-Smartwatch. Das Armband aus schwarzem Silikon kann an heißen Tagen unangenehm werden: Schwitzen und Hautreizungen sind möglich. Amazfit bietet Alternativen an – etwa ein Band in Schwarz-Gelb mit dem Hyrox-Logo. Wer empfindliche Haut hat, greift besser zu einem Nylon-Armband, das sich auch günstig von Drittanbietern nachkaufen lässt. Display Das AMOLED-Display misst 1,5 Zoll bei einer Auflösung von 480 × 480 Pixel und 323 PPI – scharf genug für den Alltag, die Bildqualität überzeugt. Mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3000 Nits ist das Display auch im Freien gut ablesbar. Bei dunklen Zifferblättern kann die automatische Helligkeitsanpassung jedoch etwas hinterherhinken – hier braucht es gelegentlich einen Moment, bis die Anpassung greift. Das Glas ist robust und wird durch Saphirglas geschützt. Für die kalte Jahreszeit lässt sich in den Einstellungen ein Handschuhmodus aktivieren, der die Touchbedienung mit Handschuhen ermöglicht. Ein Always-On-Display ist ebenfalls zuschaltbar. Amazfit Balance 3: Bilder aus dem Test Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Amazfit Balance 3 heise bestenlisten Einrichtung & Bedienung Als Begleit-App dient die Zepp App, kompatibel mit Android ab Version 7 und iOS ab Version 15. Nach der Installation legt man einen Account an und koppelt die Uhr per QR-Code – die Verbindung läuft über Bluetooth. In der Regel steht direkt danach ein erstes Firmware-Update bereit. Die App selbst gliedert sich in mehrere Bereiche: Ein Startscreen zeigt die wichtigsten Fitnessdaten inklusive Hybrid-Charge-Ansicht, daneben finden sich Bereiche für Training, erreichte Meilensteine sowie Zepp Aura. In den Geräteeinstellungen lassen sich Zifferblätter wechseln und die Reihenfolge von Apps und Karten auf der Uhr festlegen. Es gibt einen kleinen App-Store in der Zepp-App auf dem Smartphone, dieser beschränkt sich aber auf einige wenige Tools. Zepp Health verspricht mindestens drei Jahre Updates und zwei große Zepp-OS-Versionen. Alle paar Monate folgen Feature-Drops mit neuen Sport- und Navigationsfunktionen – die Softwarepflege ist damit lebendiger als bei vielen Konkurrenten, an Apple oder Samsung reicht sie aber nicht heran. Die Bedienung der Balance 3 erfolgt über Wischgesten auf dem Touchscreen sowie über drei physische Tasten und eine Krone. Gegenüber dem Vorgänger hat Amazfit die Navigation überarbeitet und orientiert sich nun stärker am Prinzip der T-Rex-Uhren: Ein Wisch nach unten öffnet Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen – etwa für Bluetooth, WLAN, Nicht-stören-Modus oder die Taschenlampe. Nach links gelangt man zur App-Übersicht, nach rechts zu den zuletzt absolvierten Trainings, nach oben zu einer Widget-Übersicht mit relevanten Daten – diese kann man per App individuell anpassen. Ein Druck auf die Krone öffnet standardmäßig die Trainingsauswahl, durch die man per Drehbewegung scrollt. Die untere Taste öffnet die App-Übersicht und dient auch als Zurück-Taste, die beiden seitlichen Tasten links navigieren auf und ab. In den Benutzereinstellungen lässt sich die Tastenbelegung anpassen – allerdings etwas versteckt unter „Verknüpfungseinstellungen“. Dort lassen sich auch Funktionen für langes Drücken, Doppeltippen oder die Tragerichtung der Uhr – also die Position der Krone – konfigurieren. Haptisch macht die Balance 3 eine gute Figur: Die Tasten rasten sauber ein, der Touchscreen reagiert zuverlässig – auch mit feuchten Fingern. Wer lieber mit seiner Uhr spricht: Der KI-gestützte Sprachassistent Zepp Flow versteht einfache Befehle zuverlässig – sofern man deutlich spricht. Beispiele dafür sind: „Messe meinen Puls“ sowie „stelle einen Timer auf 3 Minuten“ oder „Wie ist das Wetter?“ Training & Fitness Rund 180 Sportprofile stehen zur Auswahl – von Klassikern wie Krafttraining und Laufband bis hin zu Trendsportarten wie Hyrox oder Padel. Dass auch Brettspiele als Aktivität gelistet sind, sei am Rande erwähnt. Die automatische Trainingserkennung arbeitet zuverlässig und erkennt Aktivitäten wie Gehen oder Radfahren schnell. Im Alltag haben wir sie jedoch deaktiviert, da sie bereits bei kurzen Spaziergängen anschlug. Die Pulsmessung überzeugt. Im Vergleich mit einem Polar-Pulsgurt wich die Balance 3 beim Cardiotraining mit Intervallen nur um wenige Herzschläge ab – Belastungsänderungen erkannte sie rasch und liegt damit auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Den VO2max gibt die Uhr ebenfalls aus – allerdings als Schätzwert, nicht als klinisch präzise Messung. Die Amazfit Balance 3 bindet über die Zepp-App Plattformen wie Strava, Komoot und Training Peaks ein. Absolvierte Workouts synchronisiert sie automatisch, geplante Routen und Trainingspläne lassen sich umgekehrt auf die Uhr übertragen. Für die Datenanalyse stehen manuelle Exporte im FIT- und GPX-Format bereit. Die Amazfit Balance 3 navigiert auch ohne Smartphone mit Offline-Karten – darunter sind Basis-, Ski- und topografische Geländekarten. Das Dual-Band-GPS zeichnet Routen präzise nach und führt bei Bedarf zurück zum Ausgangspunkt. Weicht man vom Kurs ab, berechnet die Uhr den Weg neu und gibt Abbiegehinweise. Kartenausschnitte lädt man per WLAN während des Ladevorgangs herunter – eine halbe Bayern-Karte (700 MB) benötigt dabei fast eine Stunde. Bis zu 100 GPX-Routen lassen sich importieren. Über die Zepp-App synchronisieren Komoot-Premium-Nutzer geplante Strecken nahtlos – Strava-Routen lassen sich hingegen nicht direkt übertragen. Amazfit Balance 3: Zepp-App Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Amazfit Balance 3: Zepp-App heise bestenlisten Schlaf & Gesundheit Das Herzstück der Fitness- und Wohlbefindens-Anzeige ist die Readiness-Ansicht – vergleichbar mit der Body Battery bei Garmin. Voraussetzung ist jedoch, die Uhr möglichst jede Nacht zu tragen, da die Funktion auf einer kontinuierlichen Schlafanalyse basiert. Bei dem wuchtigen Gehäuse ist das nicht unbedingt angenehm. Erfasst werden Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung sowie die Herzfrequenzvariabilität (HRV) – Letztere gilt als wichtiger Indikator für Fitness und Erholungsfähigkeit. Tiefergehende kardiologische Funktionen sucht man hingegen vergeblich: Ein EKG fehlt. Die Schlafanalyse unterteilt den Schlaf in die üblichen Phasen – Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM – und leitet daraus eine Einschätzung der Schlafqualität ab. Wichtig zu wissen: Es handelt sich um algorithmische Schätzwerte auf Basis von Herzschlag und Bewegung – keine klinisch präzisen Messungen. Exakte Schlafphasen lassen sich nur per EEG bestimmen. Gelegentlich erkannte die Uhr nicht zuverlässig, wann wir noch wach im Bett lagen. Insgesamt schlägt sich die Balance 3 hier ordentlich und liegt auf dem Niveau der Konkurrenz. Im Bereich Zepp Aura bündelt die App alle wesentlichen Gesundheitsdaten – sofern man die Uhr konsequent nachts trägt. Wer mehr möchte, greift zu Zepp Aura Premium: Das Abo bietet wöchentliche Schlafberichte, detailliertere Auswertungen sowie Entspannungsinhalte wie Meditationen und Naturgeräusche – nach einer zweiwöchigen Testphase für rund 25 Euro pro Jahr. Weitere Features Praktisch: Die ins Gehäuse integrierte LED-Taschenlampe sitzt am oberen Gehäuserand am Armbandübergang. Sie lässt sich über das Quick-Settings-Menü oder per Langdruck auf die obere Taste aktivieren. Neben weißem Licht bietet sie Rotlicht sowie einen blinkenden SOS-Modus für Notfälle. Bezahlen per NFC läuft offiziell über Zepp Pay, das in Deutschland aber nur vier Banken mit Mastercard unterstützt wird – Filialbanken und Sparkassen fehlen. Als Workaround dient Curve Pay: Dort kann man eine physische oder virtuelle Curve-Karte beantragen und hinterlegt deren Daten in Zepp Pay ein. Zum Schluss legt man einen PIN fest, die die Uhr nach jedem Anlegen abfragt. Ans Smartphone gekoppelt ermöglicht die Uhr dank Mikrofon und Lautsprecher auch Bluetooth-Telefonie mit akzeptabler Sprachqualität. Eine eSIM fehlt allerdings: Ohne direkte Anbindung ans Smartphone per Bluetooth verbindet sich die Uhr nur per WLAN mit dem Internet. Wer unterwegs Daten abrufen will, bleibt daher auf das Smartphone angewiesen. Akku Der voluminöse Formfaktor der Amazfit Balance 3 hat einen handfesten Vorteil: Der Akku fasst 658 mAh – ein überdurchschnittlicher Wert im Vergleich zum Marktumfeld. Der Hersteller verspricht bis zu 21 Tage Laufzeit – unter Zuhilfenahme des Energiesparmodus, sobald der Akku zur Neige geht. Bei intensiver Nutzung rechnet Amazfit mit rund 10 Tagen. Mit Always-On-Display geht die Akkulaufzeit auf rund 7 Tage herunter. In unserem Test kamen wir meistens auf 13 bis 14 Tage – je nach Nutzungsintensität. Dabei verzichteten wir auf das Always-On-Display und absolvierten drei bis vier Workouts pro Woche. Nachts trugen wir die Balance 3 in der Regel nicht – mit Ausnahme des Zeitraums, in dem wir das Schlaf-Tracking evaluierten. Wer die Sportuhr auch nachts trägt, muss mit einer etwas kürzeren Laufzeit rechnen, der Unterschied ist jedoch gering. Beim GPS-Einsatz – etwa beim Wandern – schrumpft die Akkulaufzeit spürbar. Eine vierstündige Wanderung kostete uns rund 10 Prozent der Kapazität. Der Hersteller gibt die maximale GPS-Dauerlaufzeit mit knapp 40 Stunden an. Geladen wird die Amazfit Balance 3 über ein magnetisches Ladepad, das per USB-C-Kabel an ein Netzteil angeschlossen wird. Nach knapp einer Stunde ist die Uhr wieder aufgeladen – abhängig vom genutzten Netzteil. Preis Die UVP des Edelstahlmodells der Amazfit Balance 3 liegt bei 370 Euro – die Straßenpreise bewegen sich auf dem gleichen Niveau. Die Ausführung aus Titan kostet 450 Euro. Fazit Mit der Balance 3 liefert Amazfit eine erwachsene Sportuhr und Outdoor-Smartwatch: Edelstahlgehäuse mit Saphirglas, ein gut ablesbares AMOLED-Display und die Freitauch-Zulassung, die in dieser Preisklasse selten ist. Auch die Kerndisziplinen überzeugen – die Pulsmessung liegt nah am Brustgurt, das Dualband-GPS zeichnet präzise auf, und mit bis zu 14 Tagen Laufzeit hängt die Uhr viele Mitbewerber ab. Die Schwächen liegen woanders: Mit 51 mm und 62 g ist die Balance 3 wuchtig, für schmale Handgelenke scheidet sie aus und nachts wird sie zur Last – ausgerechnet dort, wo sie Daten für die Readiness-Auswertung sammelt. EKG und eSIM fehlen, die Bezahlfunktion läuft in Deutschland nur über Umwege via Curve Pay. Für 370 Euro ist die Balance 3 ein starkes Angebot für alle, die eine robuste Uhr mit verlässlichem Tracking und langer Laufzeit suchen. Ein echter Garmin-Killer ist sie dennoch nur bedingt: In einigen Bereichen übertrifft sie die ähnlich teure Forerunner 265, erkauft das aber mit mehr Gehäusevolumen. Modelle wie die Fenix 8 haben beim Trainingsökosystem und der Datentiefe weiterhin die Nase vorn – kosten aber ein Vielfaches.