Amazon Graben gibt Einblicke in Lagerlogistik mit über 3000 Robotern
„Schon sehr groß alles und auch sehr schnell. Super Eindrücke“, sagte Peter Joas. Er gehörte mit Ehefrau Brigitte Joas zu den 20 Teilnehmern, die eine exklusive Führung bei Amazons Logistikstandort in Graben gewonnen hatten. Circa 400 Leserinnen und Leser hatten beim Gewinnspiel von Augsburger Landbote und Schwabmünchner Allgemeine mitgemacht. Standortleiter Patrick Geiger verschaffte der Gruppe auf dem Rundgang einen Eindruck davon, was auf dem 28 Fußballfelder großen Gelände alles passiert. Im riesigen Logistikzentrum in Graben werden Produkte, die Amazon seinen Kunden nach Hause liefert, gelagert und bei Bedarf möglichst schnell nach Bayern und in die Welt geschickt. Über 2400 Mitarbeitende aus rund 90 Nationen arbeiten dafür am Standort. Etwa 15 Millionen Artikel lagern hier. Amazon in Graben: Innerhalb von 90 Minuten sollen Artikel in den Transporter wandern Wann welche Artikel eingekauft werden und in den großen Lagerhallen landen, wird vor allem von einem KI-Modell bestimmt. Das sagt vorher, welche Produkte zu welchem Zeitpunkt am wahrscheinlichsten nachgefragt werden. Nur knapp die Hälfte der gelagerten Artikel gehört Amazon selbst – denn ein Geschäftsmodell des Tech-Riesen ist es, die eigenen logistischen Möglichkeiten anderen Herstellern zur Verfügung zu stellen. In Graben landen nur Artikel, „die in einen Wäschekorb passen“, sagt Geiger. Größere Produkte wie Fernseher, Wasch- oder Kaffeemaschine lagern an anderen Standorten. Innerhalb von 90 Minuten soll der Artikel dann vom Lager in den Transporter wandern. Bis der Artikel nach dem Klick auf „Kaufen“ tatsächlich rausgeht, ist ein Puffer von drei Minuten eingeplant. Das sei nämlich der Zeitraum, in dem es sich die meisten Kunden nach dem Kauf noch einmal anders überlegen. Einblicke bei Amazon: Das Logistikzentrum in Graben ist hochautomatisiert Damit das so schnell klappt, hat Amazon in Graben vor fünf Jahren viel Geld in Roboter investiert, die die Ware lagern und schnell von A nach B bringen. Über 3000 davon fahren mittlerweile auf dem Gelände hin und her. Optisch muten sie wie überdimensionierte Staubsaugerroboter an – doch anstatt Staub zu saugen haben sie die Kapazität, ein ganzes Auto zu transportieren. Ohnehin ist in Graben vieles automatisiert. Früher mussten Lagerarbeiter noch 10 bis 15 Kilometer am Tag zu Fuß zurücklegen, erklärt Geiger. Mittlerweile läuft die Ware fast ausschließlich übers Fließband. Handarbeit ist im Lager von Amazon in Graben an manchen Stellen nicht zu ersetzen Dennoch ist vor allem bei der Kommissionierung und Verpackung noch Handarbeit gefragt. Es gebe einfach bestimmte Handgriffe, da könne die Maschine mit dem Menschen nicht mithalten, so Geiger. „Wir scheitern immer noch an der menschlichen Hand“, sagt er. Seit der Automatisierungs-Offensive würden noch mehr Menschen am Standort arbeiten als zuvor. Alles ist hier dem Kundenversprechen untergeordnet, jegliche Produkte so schnell wie möglich an die Haustür liefern zu können. Dafür soll auch spielerisch die Produktivität gesteigert werden. Mitarbeitende können an ihren Stationen gegen ihre Pendants in Amazon-Logistikzentren auf der ganzen Welt antreten. Wer schneller arbeitet, sammelt Punkte. „Der Kunde will ja bestmöglichen Service, und den bietet Amazon, das muss man denen lassen“, sagt Sommertour-Gast Joas aus Zusmarshausen. Das Ehepaar Joas bestellt auch immer wieder über Amazon. „Dadurch, dass wir ländlich wohnen, ist es natürlich manchmal schwierig – kein Baumarkt, kein Drogeriemarkt. Wenn irgendwas notwendig ist, dann bestellt man. Ansonsten nutzt man schon die örtlichen Betriebe“, sagt Brigitte Joas.