Amazon Prime Video soll wegen KI bald anders aussehen
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Amazon will seinen Streamingdienst Prime Video offenbar deutlich stärker auf Künstliche Intelligenz ausrichten. Firmengründer Jeff Bezos (62) soll hierfür persönlich eingegriffen haben. Jetzt entsteht unter dem Namen „Lighthouse“ ein neues Projekt, mit dem Prime Video intelligenter werden und die Vorlieben seiner Nutzer besser verstehen soll. Projekt Lighthouse soll Empfehlungen verbessern Nach Informationen von „ Reuters “ soll Bezos Prime-Video-Chef Mike Hopkins dazu gedrängt haben, KI stärker in die Weiterentwicklung der Plattform einzubinden. Insidern zufolge kam es nach einer internen Präsentation zu intensiven Diskussionen über die strategische Ausrichtung des Streamingdienstes. Das Ergebnis ist das Projekt „Lighthouse“ (Leuchtturm). Ziel ist es, Film- und Serienvorschläge deutlich genauer auf die Interessen der Nutzer zuzuschneiden. Dafür soll die Plattform aus dem Verhalten der Zuschauer lernen und Inhalte künftig individueller empfehlen. Alexa könnte in die Suche einziehen Eine zentrale Rolle soll dabei die Sprache spielen. Amazon prüft offenbar, die Sprachassistentin Alexa direkt in die Suchfunktion von Prime Video zu integrieren. Nutzer könnten dann nicht mehr nur Titel eintippen, sondern gesprochene Wünsche äußern. Amazon erhofft sich davon eine natürlichere Bedienung und schnellere Treffer bei der Inhaltssuche. Neues Design für die Startseite Mit dem KI-Ausbau könnte auch die Homepage von Prime Video ein neues Gesicht bekommen. Dem Bericht zufolge wird über automatisiert erzeugte Empfehlungskacheln nachgedacht. Statt vieler klassischer Vorschautexte könnten Nutzer stärker personalisierte Themenwelten sehen, etwa: Actionfilme der Achtzigerjahre Weihnachtskomödien Die bisherige Suchfunktion soll dabei erhalten bleiben. Auch prominente Werbeplätze für ausgewählte Inhalte sind weiterhin auf der Homepage vorgesehen. Erste Tests laufen bereits Einzelne Funktionen werden bereits mit einer kleinen Nutzergruppe getestet. Welche Ideen am Ende tatsächlich umgesetzt werden, hängt von den Ergebnissen dieser Tests ab. Amazon könnte geplante Änderungen jederzeit anpassen oder verwerfen, sollte das Nutzerfeedback negativ ausfallen. KI-Offensive birgt auch Risiken Die direkte Beteiligung von Jeff Bezos gilt als bemerkenswert. Der Amazon-Gründer hat sich weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Sein Engagement zeigt jedoch, welchen Stellenwert das Thema KI inzwischen im Konzern hat. Experten sehen die Pläne nicht nur positiv. Marktforscher Michael Goodman warnt davor, dass Streamingplattformen eng mit Filmstudios und TV-Anbietern zusammenarbeiten, die für prominente Platzierungen auf der Startseite bezahlen. Verändert Amazon die Struktur der Homepage zu stark, könnten bestehende Geschäftsmodelle unter Druck geraten. Die Startseite von Prime Video gilt für Studios als besonders wertvolle digitale Werbefläche. Wenn KI künftig entscheidet, welche Inhalte dort erscheinen, könnte das die bisherige Verteilung dieser Plätze grundlegend verändern.