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Amazonas-Regenwald gibt durch höhere Temperaturen vermehrt Kohlenstoff ab

Wissenschaft

Stand: 10.07.2026 15:58 Uhr Ursprünglich war der Regenwald am Amazonas die grüne Lunge der Erde, auf deren Atmung wir uns – auch hier in Europa - verlassen konnten. Durch den Klimawandel gibt er inzwischen aber mehr CO₂ ab, als er aufnimmt – das zeigt auch aktuelle Forschung aus Jena. von MDR WISSEN/flo Es scheint sich ein neuer Teufelskreis aufzutun, im Amazonas-Regenwald: Durch steigende Temperaturen geben die Bäume mehr Kohlenstoff ab, der die Erderwärmung wiederum begünstigt, zeigt ein Forschungsteam aus Jena und Brasilien. Die Forschungsergebnisse unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie sind jetzt im Fachblatt Nature Communications Earth & Environment erschienen. Die Rede ist von flüchtigen organischen Verbindungen, sogenannten VOCs, die Bäume eigentlich abgeben, um sich vor Schäden und Fressfeinden zu schützen. Mit zunehmenden Temperaturen enthalten die aber mehr Kohlenstoff, der in die Atmosphäre gelangt. Die Forschenden haben dazu am Amazon Tall Tower Observatory (ATTO) im abgelegenen Regenwald bei unterschiedlichen Temperaturen sowohl die Emissionen verschiedener VOCs als auch die physiologischen Schlüsselmerkmale der Bäume bestimmt – letztere hängen mit Photosynthese und Hitzetoleranz zusammen. Regionale und globale Auswirkungen möglich Dabei zeigt sich: Eine höhere Abgabe von Kohlenstoff trifft vor allem auf Bäume zu, die in der Trockenzeit ihre Blätter verlieren. Da das Abwerfen von Blättern auch eine Schutzreaktion bei Dürre ist, könnten solche Arten künftig widerstandsfähiger sein und sich stärker verbreiten. Das würde dann ebenfalls in Verbindung mit stärkeren Kohlenstoff-Emissionen stehen. Die Forschenden verweisen auf Prognosen, die häufigere Hitzeextreme im Amazonasgebiet vorhersagen. Da die von ihnen jetzt genauer untersuchten VOC-Emissionen die Atmosphärenchemie, die Aerosolbildung, die Wolkenentwicklung und den Kohlenstoffkreislauf beeinflussen, könnten selbst kleine Veränderungen im Emissionsmuster regionale oder auch globale Klimaprozesse verändern, so das Team in einer Mitteilung.

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