AMD FSR 4.1 für Radeon RX 6000 und Ryzen AI: Treiber ist da
AMD erweitert die Unterstützung für FSR Upscaling 4.1 auf Grafikkarten mit RDNA 2 alias GFX103X und ausgewählte integrierte Radeon-GPUs mit RDNA 3.5 alias GFX115X.
Mit der neuen AMD Software: Adrenalin Edition 26.10.1 erhalten damit sämtliche Modelle der Radeon-RX-6000-Serie von der Radeon RX 6400 bis zur Radeon RX 6950 XT erstmals offiziell Zugang zum neuesten KI-Upscaling.
Bei den APUs fällt die Freigabe allerdings deutlich weniger umfassend aus. AMD unterstützt zunächst bestimmte Ryzen-AI- und Ryzen-AI-Max-Serien, während andere Prozessoren mit derselben Grafikarchitektur vorerst leer ausgehen.
Für mehrere Handheld-APUs müssen die Gerätehersteller zudem eigene Treiber bereitstellen. Die neue Unterstützung betrifft ausschließlich FSR-4.1-Upscaling. Die KI-gestützte Frame Generation und Ray Regeneration aus dem Redstone-Paket bleiben weiterhin der Radeon RX 9000 auf Basis von RDNA 4 alias GFX120X vorbehalten.
FSR 4.1 für RDNA 2: AMD zieht den Release auf Oktober vor
Zur Computex 2026 hatte AMD FSR 4.1 für die Radeon RX 6000 erst für Anfang 2027 angekündigt. Mit Adrenalin 26.10.1 erfolgt die Freigabe nun mehrere Monate früher.
Bereits bei RDNA 3 hatte AMD seinen Zeitplan unterschritten. Die Radeon RX 7000 sollte ursprünglich im Juli unterstützt werden, erhielt FSR 4.1 aber bereits am 22. Juni 2026.
Für integrierte Grafikeinheiten hatte Jack Huynh, Leiter von AMDs Computing and Graphics Group, erst Anfang Oktober vor koreanischen Medien eine Freigabe bis zum Jahresende angekündigt. Auch diesen Termin hat AMD vorgezogen.
Technisch nutzt FSR 4.1 auf RDNA 2 einen angepassten Ausführungspfad. Die Radeon-RX-6000-Grafikprozessoren der Familie GFX103X besitzen keine dedizierten KI-Beschleuniger, unterstützen aber INT8-Berechnungen.
Deshalb verwendet AMD wie schon bei RDNA 3 ein INT8-Modell anstelle des FP8-Pfads neuerer Radeon-Grafikkarten. Laut Hersteller wurden sowohl das Modell als auch die Berechnung für die ältere Architektur optimiert.
Auf RDNA 3 konnte PCGH bei einem Vergleich der INT8- und FP8-Varianten von FSR 4.1 kaum Unterschiede bei der Bildqualität feststellen.
Ob das optimierte Modell auf RDNA 2 ähnlich gut abschneidet, muss sich erst in unabhängigen Tests zeigen.
Wichtig: Auf Radeon RX 6000 ist nur das KI-Upscaling neu verfügbar. Die KI-gestützte Frame Generation und Ray Regeneration aus FSR Redstone bleiben auf Radeon RX 9000 beschränkt. Ältere Grafikkarten können weiterhin FSR 3.1 Frame Generation nutzen.
Ryzen AI Max und Ryzen AI 9 unterstützt, andere APUs fehlen
Für integrierte Radeon-Grafik hat AMD ein eigenes FSR-4.1-Modell entwickelt. Es ist laut Hersteller weniger als halb so groß wie das bisherige Upscaling-Modell und soll dadurch auf APUs mit begrenzten Ressourcen effizienter arbeiten.
Die Release Notes zu Adrenalin 26.10.1 nennen folgende unterstützte Produktfamilien:
Ryzen AI Max: Strix Halo und Gorgon Halo
Ryzen AI 9: Strix Point und Gorgon Point
Damit unterstützt AMD ausgewählte integrierte Radeon-Grafikprozessoren der RDNA-3.5-Familie alias GFX115X.
Für Handhelds gelten allerdings zusätzliche Einschränkungen. Geräte mit Ryzen AI Z2 Extreme, Ryzen Z2 Extreme oder Ryzen Z2 A sollen FSR 4.1 erst erhalten, wenn der jeweilige Hersteller einen angepassten Treiber veröffentlicht.
Das betrifft unter anderem Hersteller wie Asus und Lenovo. Die Veröffentlichung von Adrenalin 26.10.1 bedeutet bei diesen Geräten also noch nicht, dass sich FSR 4.1 unmittelbar aktivieren lässt.
Nicht in AMDs Freigabeliste stehen der Ryzen AI 7 350 und der Ryzen AI 5 340 aus der Krackan-Point-Familie. Ihre integrierten Grafikeinheiten Radeon 860M und Radeon 840M basieren ebenfalls auf RDNA 3.5.
Auch ältere APUs mit Radeon 780M, darunter Phoenix und Hawk Point, werden nicht aufgeführt. Gleiches gilt für die Handheld-Prozessoren Ryzen Z2 und Ryzen Z2 Go.
Der Ryzen Z2 A ist dagegen grundsätzlich vorgesehen, benötigt aber ebenfalls einen passenden Gerätetreiber. Dabei verfügt sein Grafikteil lediglich über acht RDNA-2-Compute-Units.
Die Freigabe richtet sich damit nicht allein nach der Grafikarchitektur oder der Zahl der Compute-Units. AMD unterscheidet auch zwischen einzelnen Produktfamilien und deren Treiberversorgung.
Jack Huynh kündigt im begleitenden Video an, dass AMD an der Unterstützung weiterer APUs arbeitet. Welche Modelle folgen und wann entsprechende Treiber erscheinen, lässt der Hersteller offen.
Steam Deck: Keine Freigabe über den Windows-Treiber
Das Steam Deck taucht in AMDs Freigabeliste nicht auf. Dabei stammt seine APU aus der Van-Gogh-Familie, auf der auch der Ryzen Z2 A basiert.
Unter SteamOS hilft der neue Windows-Treiber ohnehin nicht. Dort hängt die Bereitstellung entsprechender FSR-Funktionen von der Integration in den Linux-Grafikstack beziehungsweise Proton und damit unter anderem von Valves Veröffentlichungsplan ab.
Bereits im Juni waren INT8-Bibliotheken von FSR 4.1.1 kurzzeitig in Proton Experimental aufgetaucht. Daraus ergibt sich allerdings noch keine reguläre FSR-4.1-Freigabe für das Steam Deck.
FSR 4.1 im AMD-Benchmark: Bis zu 19 Prozent mehr Fps
AMD veröffentlicht zur neuen Unterstützung auch erste Leistungsvergleiche zwischen FSR 3.1 und FSR 4.1.
Auf einer Radeon RX 6800 XT steigt die Bildrate in Crimson Desert bei 4K und Ultra-Details von 95 auf 101 Fps. Das entspricht einem Plus von rund sechs Prozent.
Der Ryzen AI Max+ 395 erreicht in Warhammer 40.000: Space Marine 2 bei 1440p insgesamt 90 statt 86 Fps. Das größte Plus zeigt der Ryzen AI 9 HX 370 in Resonance: A Plague Tale Legacy: In FullHD ("1080p") und mittleren Grafikdetails steigt die Framerate mit FSR 4.1 von 67 auf 80 Fps.
FSR 3.1 vs. FSR 4.1 im Vergleich
Die Angaben stammen ausschließlich von AMD. Sie zeigen die Leistung in den ausgewählten Testszenen, erlauben aber noch keine allgemeine Aussage zur Geschwindigkeit von FSR 4.1 auf RDNA 2 und RDNA 3.5.
Hinzu kommt, dass AMD nicht für jeden Vergleich sämtliche verwendeten Upscaling-Stufen offenlegt.
Besonders deutlich wird das bei The Blood of Dawnwalker. Dort vergleicht AMD FSR 4.1 im Performance-Modus mit FSR 3.1 im Quality-Modus. Mit aktivierter Frame Generation werden 63 statt 54 Fps erreicht.
Die unterschiedlichen Qualitätsstufen erschweren die Einordnung. Zwar kann ein neueres Upscaling-Modell auch bei geringerer interner Renderauflösung eine bessere Bildqualität liefern. Der Vergleich zeigt aber nicht, wie viel Rechenleistung FSR 4.1 gegenüber FSR 3.1 bei identischer Qualitätsstufe benötigt.
Das ist gerade für RDNA 2 relevant. Bei früheren Tests mit einer inoffiziellen INT8-Variante von FSR 4 hatte eine Radeon RX 6800 XT gegenüber FSR 3 bis zu 20 Prozent Leistung verloren.
Die alten Ergebnisse lassen sich nicht unmittelbar auf AMDs nun offiziell optimierten Ausführungspfad übertragen. Unabhängige Benchmarks müssen deshalb noch zeigen, wie sich Bildqualität und Rechenaufwand bei gleichen Einstellungen verhalten.
Vulkan und Xbox: Weitere FSR-4.1-Funktionen angekündigt
Neben der Unterstützung zusätzlicher Grafikkarten plant AMD auch eine Erweiterung auf andere Grafikschnittstellen.
Laut einem Beitrag von AMD Gaming soll FSR 4.1 mit dem FSR SDK 2.4 erstmals offiziell unter Vulkan verfügbar werden.
Bislang ist FSR 4 auf DirectX 12 beschränkt. Die Vulkan-Unterstützung käme damit rund 19 Monate nach der ursprünglichen Einführung von FSR 4.
Einen Termin für das SDK 2.4 nennt AMD allerdings nicht.
Für Vulkan-Spiele wie Indiana Jones und der Große Kreis oder Doom: The Dark Ages ist das relevant. Dort müssen Radeon-Nutzer bisher auf ältere Upscaling-Verfahren wie FSR 3.1 zurückgreifen.
Offen bleibt, ob AMD den Treiber-Override künftig auch für Vulkan-Spiele mit vorhandener FSR-3.1-Integration anbieten wird. Ebenso wenig gibt es eine ausdrückliche Zusage zur Linux-Unterstützung.
Auch für Xbox Series X und Series S kündigt AMD FSR 4.1 an. Als Zeitangabe nennt der Hersteller lediglich „bald“. Welche Spiele oder Systemupdates die Technik zuerst erhalten sollen, ist nicht bekannt.
Verbesserungen beim Frame Pacing verspricht AMD zudem für die KI-gestützte FSR Frame Generation. Diese Variante bleibt jedoch den Grafikkarten der Radeon-RX-9000-Serie vorbehalten.
Das gilt auch für die vollständige Unterstützung des Redstone-Pakets. Die von AMD genannten mehr als 400 unterstützten Spiele beziehen sich auf Redstone und dessen Funktionsumfang, nicht auf 400 Spiele mit FSR 4.1 auf Radeon RX 6000.
Für ältere Radeon-Grafikkarten ist Adrenalin 26.10.1 damit vor allem ein Upscaling-Update. Ob FSR 4.1 auf RDNA 2 auch bei gleicher Qualitätsstufe eine überzeugende Kombination aus Bildqualität und Leistung bietet, müssen die ersten unabhängigen Tests klären.
FSR 4.1 – Neu Hardware mit der Adrenalin Edition 26.10.1
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