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AMD holt 34,9 Prozent im Desktop

Technologie

Der Prozessormarkt hat im zweiten Quartal 2026 zwei gegenläufige Bewegungen hervorgebracht. Über alle Architekturen hinweg legten die Auslieferungen sequenziell um mehr als zehn Prozent zu, ausgerechnet der Desktop-Markt brach um über ein Fünftel ein und leidet ganz besonders unter den hohen Speicherpreisen.

Als Ursache nennt Mercury Research nicht die Prozessoren selbst, sondern deren Umfeld: RAM, SSDs und Festplatten auf Rekordniveau sowie die knappe Verfügbarkeit von Grafikkarten. Der Nutznießer steht fest, nur verdankt er seinen Rekord nicht höheren Verkaufszahlen, sondern der Schwäche seines Konkurrenten.

Mercury Research: AMD baut Anteile bei Desktop-CPUs aus

AMD hat seinen Stückzahlanteil bei Desktop-Prozessoren im zweiten Quartal 2026 auf 34,9 Prozent ausgebaut, nach 33,2 Prozent im Vorquartal und 32,2 Prozent ein Jahr zuvor. Intel fällt entsprechend auf 65,1 Prozent zurück.

Der Zuwachs um 1,8 Prozentpunkte kommt jedoch nicht durch mehr verkaufte Ryzen-Prozessoren zustande: Beide Hersteller lieferten weniger Desktop-CPUs aus als im Vorjahresquartal, bei AMD fiel der Rückgang lediglich geringer aus als bei Intel.

Für Selbstbauer ist damit nicht der Anteilswert die eigentliche Nachricht, sondern die Größe des Kuchens. Der Markt für Desktop-Prozessoren schrumpfte im Jahres- wie im Quartalsvergleich jeweils um mehr als 20 Prozent.

Mercury Research führt das auf hohe Systempreise und die begrenzte Verfügbarkeit aktueller Grafikkarten zurück. Beides wirkt mittlerweile auch auf die Nachfrage nach kompletten Desktop-PCs aus. Bei den Zahlen im Q1 hatte noch ein anderer Effekt dominiert: die Bevorratung der OEMs zum Jahreswechsel.

x86-Marktanteile im zweiten Quartal 2026: alle Segmente in der Tabelle

Über alle Segmente hinweg gewinnt AMD Anteile, am deutlichsten bei Notebook-Prozessoren mit einem Sprung von 20,6 auf 28,9 Prozent binnen eines Jahres. Für Spieler ist die Desktop-Zeile relevant. Die Client-Summe beschreibt die Konzernstärke, alles Weitere betrifft Rechenzentren und Konsolen-SoCs.

*) rechnerisch aus dem von Mercury Research genannten Jahreszuwachs von 4,7 Prozentpunkten abgeleitet.

Außerhalb von x86 schätzt Mercury Research den Arm-Anteil am Client-Markt auf 15,3 Prozent und bei Servern auf 13,6 Prozent. Beides sind Höchstwerte. In der Tabelle tauchen diese Chips nicht auf: Die dortigen Prozentwerte beschreiben ausschließlich die Aufteilung zwischen AMD und Intel.

Mehr Marktanteil trotz weniger verkaufter Desktop-CPUs

Marktanteil und Absatz laufen in diesem Quartal auseinander. Das zeigt sich auch in den Geschäftszahlen beider Hersteller: AMD lieferte 34 Prozent mehr Client-Prozessoren aus, senkte den Durchschnittspreis aber um 6 Prozent.

Intel ging den umgekehrten Weg und meldete 7,7 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Notebook- und Desktop-Prozessoren bei 8 Prozent weniger Stückzahlen und einem um 27 Prozent gestiegenen Durchschnittspreis. Intel verkauft also weniger Chips zu deutlich höheren Preisen, AMD mehr zu leicht niedrigeren.

Dass AMDs Client-Umsatz um 23 Prozent auf 3,1 Milliarden US-Dollar zulegte, geht nach Unternehmensangaben überwiegend auf mobile Ryzen-Prozessoren zurück, nicht auf den Desktop.

Bei Server-Prozessoren erreicht AMD 34,5 Prozent nach 27,3 Prozent im Vorjahresquartal. Rechnet Mercury Research enger und stellt nur Epyc gegen Intels Xeon SP, ohne Netzwerk- und Storage-Silizium, liegt AMD bei 46,4 Prozent. Beide Werte stammen aus demselben Datensatz und widersprechen sich nicht. Sie verwenden lediglich unterschiedliche Nenner.

Was die Zahlen für Selbstbauer bedeuten und was sie verschweigen

Die Prozentwerte von Mercury Research messen Auslieferungen in den Handel, nicht Verkäufe an Endkunden oder die installierte Basis der PCs im Betrieb. Absolute Stückzahlen nennt der Bericht öffentlich nicht, ebenso wenig den Umsatzanteil für das zweite Quartal. Wer gegenprüft, landet bei abweichenden Werten:

Jon Peddie Research kommt bei Server-Prozessoren auf 33,4 Prozent für AMD und beziffert das Wachstum bei Client-CPUs gegenüber dem Vorquartal auf 9,4 Prozent, bei einem Minus von 1,1 Prozent im Jahresvergleich.

Praktisch bleibt der Prozessor derzeit ohnehin die kleinere Baustelle. Arbeitsspeicher liegt nach PCGH-Erhebung im August 2026 rund 345 Prozent über dem Niveau vor der Speicherkrise, SSDs und Festplatten erreichten zeitgleich Rekordstände.

Ein Ryzen für den Sockel AM5 ("LGA-1718") ist selten der Posten, an dem eine Aufrüstung scheitert. Für das dritte Quartal erwartet Mercury Research wegen Lieferengpässen nur begrenzte Zuwächse bei Server-Prozessoren und erst im vierten Quartal wieder spürbares Wachstum.

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