Amputiert nach Sepsis: Isabella will zurück ins Leben
Seit rund zwei Jahren lebt Isabella mit ihrem Mann Martin und ihrer Mutter in einer behindertengerechten Wohnung. Ihre Mutter hat ihr Leben in Polen aufgegeben, um sie zu unterstützen. Viele alltägliche Dinge wie Waschen, Anziehen oder Zähneputzen kann die 50-Jährige nicht allein erledigen.
Für Isabella ist diese Abhängigkeit schwer zu akzeptieren. Sie möchte wieder arbeiten, Auto fahren, einkaufen, Freundinnen treffen und Kaffee trinken gehen. Einfach ein normales Leben führen können.
Plötzlich wird Isabella schwer krank
Angefangen hat alles im Januar 2024. Nachts hat Isabella plötzlich heftige Bauchschmerzen. Ein Rettungsdienst bringt sie ins Krankenhaus. Zunächst ist unklar, woher die Schmerzen kommen.
Am nächsten Tag verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch. Am Abend hat sie plötzlich Wasser in der Lunge, ihre Nieren versagen und ihr Kreislauf bricht zusammen. Sie hat ein Multiorganversagen.
Dass Isabella eine Sepsis hat, ist zunächst nur schwer zu erkennen. Mögliche Symptome können auch auf einen milden Infekt hindeuten. Selbst Rettungskräfte erkennen eine Sepsis häufig nicht.
Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie entsteht, wenn der Körper eine Infektion nicht mehr unter Kontrolle halten kann und das Immunsystem überreagiert. Dabei können Organe geschädigt werden.
Anzeichen können starke Schmerzen, ein schweres Krankheitsgefühl, eine ungewöhnliche Pulsfrequenz sowie feucht-kalte oder marmorierte Haut sein. Niedriger Blutdruck, schnelle Atmung oder Wesensveränderungen können auf einen lebensbedrohlichen Verlauf hindeuten.
Meist sind Bakterien die Ursache, aber auch Viren, Pilze und Parasiten. Ohne schnelle Behandlung kann eine Sepsis tödlich enden.
In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge jährlich mindestens 233.000 bis über 500.000 Fälle. Über 100.000 davon enden tödlich. Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.
In Isabellas Fall zeigt sich, dass das Bakterium "Streptococcus pyogenes" die Sepsis ausgelöst hat. Die Ärztinnen und Ärzte finden schließlich den Infektionsherd: Wurzelreste eines Zahns, der ihr bereits einige Jahre zuvor gezogen worden war.
Die Bakterien hatten sich im Kiefer vermehrt. Weiterhin im Koma wird ihr Kreislauf stabilisiert und die Reaktion ihres Immunsystems gebremst. Doch Isabellas Hände und Füße werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und drohen abzusterben.
Um ihr Leben zu retten, müssen die Ärztinnen und Ärzte beide Unterschenkel sowie Hände und Unterarme amputieren. Da Isabella keine Patientenverfügung hat, muss ihr Mann Martin der Operation zustimmen. Er entscheidet sich für die Operation.
Ein Neuanfang
Isabella überlebt. Sie wird nach und nach aus dem Koma geholt. Zunächst ist sie noch verwirrt und weiß nicht, dass ihre Hände und Beine amputiert wurden.
Wie erfährt Isabella von den Amputationen und wie geht sie mit der Nachricht um? Und schafft sie es, wieder selbstständiger zu leben? Das seht ihr in dieser Folge Quarks Doku.