Amthor: Strandkorb & Luxus-Büro - ZDF-Doku sorgt für Spott und Hohn
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Barocke Musik, eine weitläufige Treppe im Kanzleramt, ein Mann, der gerade befördert wurde und sichtlich genießt, wo er angekommen ist: Die Szene aus der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ dauert nur wenige Sekunden. Doch sie reicht aus, um Philipp Amthor (33) zur Zielscheibe von Spott im Netz zu machen. Und das ausgerechnet in einem Jahr, in dem seine Partei einen Rückschlag nach dem anderen hinnehmen musste.
Amthor sorgt mit Luxus-Büro für Spott und Kritik
Der CDU‑Politiker steigt in der Doku kurz nach seiner Beförderung zum Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit die Treppen im Kanzleramt hinauf. Auf dem Balkon seines neuen, auffällig geräumigen Büros lässt er sich einen Strandkorb aufstellen. Nutzerinnen und Nutzer auf Social Media vergleichen die Größe des Büros mit einer Edeka-Filiale.
„Ja, das sieht doch super aus“, sagt er, als der Strandkorb vom Lieferanten ins Freie gerollt wird. Dann spricht er darüber, wie es ausgerichtet werden sollte. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den mal nutze zum Erholen, dann kann ich mir den immer noch in den Kanzlergarten drehen“, sagt Amthor.
Anschließend sagt Amthor vor der Kamera, dass Glaubwürdigkeit zu Fuß komme, aber mit dem Pferd davonreite. Ein Satz, der ihm nun genau in dieser Hinsicht um die Ohren fliegt.
Der Begriff Glaubwürdigkeit zieht sich durch die zweite Staffel der Doku-Reihe wie ein roter Faden. Genau daran entzündet sich die Kritik an Amthors Auftritt. Viele werfen ihm feudale Manieren und Realitätsverlust vor. Andere fragen, wie die CDU-Spitze eine solche Szene überhaupt freigeben konnte, ausgerechnet in einer Phase, in der die Partei massiv an Rückhalt in der Bevölkerung verliert.
CDU nach Wahlniederlage: Amthor warnt vor AfD-Gefahr
Wie ernst die Lage der CDU tatsächlich ist, zeigt die Doku an anderer Stelle deutlich unsentimentaler. Am Tag nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt sitzt derselbe Amthor sichtlich ernüchtert auf dem Rücksitz eines Wagens und warnt eindringlich vor der AfD: „Es geht für die CDU ums Ganze – und wir dürfen uns da über die AfD überhaupt keine Illusionen machen.“
Amthors Karriere dürfte der Strandkorb-Moment aus der Doku dennoch kaum bremsen. Sein Verhältnis zu Kanzler und Parteichef Friedrich Merz gilt als eng, erst kürzlich hatte Merz ihn vom Digitalministerium ins Kanzleramt geholt. Zudem soll Amthor den CDU-Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern zumindest kommissarisch übernehmen. Bleibt die Frage, wie es mit der Partei insgesamt weitergeht.