An der Ostseeküste wurde eine Drohne gefunden - mutmaßlich russischer Herkunft
Das polnische Militär hat nahe der Ostseeküste eine Drohne geborgen, die vermutlich aus Russland stammt. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte am Montag, erste Untersuchungen deuteten auf eine russische Militärdrohne hin. Der Fundort liegt bei Rusinowo nahe Jarosławiec im Nordwesten Polens, berichtet Reuters.
Die Behörden gehen bislang davon aus, dass das Fluggerät aus internationalen Gewässern an die polnische Küste getrieben sein könnte. Ob es dort selbst gestartet wurde oder woher es genau kam, ist noch unklar. Die russische Botschaft in Warschau äußerte sich zunächst nicht zu dem Fund.
Neue Variante der Gerbera-Drohne vermutet
Nach Einschätzung des polnischen Verteidigungsministers handelt es sich um eine Drohne des Typs Gerbera. Der Sprecher des Einsatzkommandos der polnischen Streitkräfte sagte laut Reuters, das Fluggerät bestehe offenbar aus einfachen Materialien wie Sperrholz und Schaumstoff.
Gerbera-Drohnen werden häufig als Täuschkörper eingesetzt, können aber auch Sprengstoff tragen. Der polnische Verteidigungsexperte Mariusz Marszałkowski vermutet, dass es sich um eine neue Variante, möglicherweise eine Gerbera-2, handeln könnte. Diese Version werde seit dem Sommer getestet und sei im August erstmals in der Ukraine eingesetzt worden, erklärte er laut dem polnischen Nachrichtenportal „Gazeta.pl“.
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Bis zu 30 Kilogramm Sprengstoff möglich
Die Gerbera-2 soll nach Angaben Marszałkowskis über einen neuen Tank sowie modernisierte Steuerungs- und Elektroniksysteme verfügen. Experten schätzen, dass sie einen Gefechtskopf von bis zu 30 Kilogramm tragen könnte.
Militärische Chemiker, Pyrotechniker und Forensiker sollen das Fluggerät analysieren. Die Arbeiten finden unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft statt. Behörden warnten zugleich davor, sich möglichen Gerbera-Drohnen zu nähern oder sie zu berühren, da neuere Varianten gefährlich sein könnten.
Polen warnt vor wachsender Nähe des Krieges
Ministerpräsident Donald Tusk warnte laut der polnischen Presseagentur PAP, die Eskalation russischer Aktivitäten werde zunehmend auch in der Nähe Polens sichtbar.
Am Sonntag hatten polnische Systeme einen Angriff mit zahlreichen Geran-5-Drohnen im Westen der Ukraine registriert, so „Onet“. Nahe der polnischen Grenze im ukrainischen Jahodyn trafen Drohnen die Lokomotive eines Zuges (etwa 2 km vor der Grenze) sowie eine Tankstelle am Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn (ca. 800 Meter vor der Grenze), wo zwei Lkw brannten.