Anerkennungspreis für Schulen aus Kreis Unna
Für den Deutschen Schulpreis hat es für die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule aus Bergkamen und die Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg in diesem Jahr nicht gereicht. Dafür erhalten sie aber jeweils einen Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro.
Förderschule freute sich über Nominierung
"Wir sind die einzige Förderschule, die nominiert ist", erzählte der Lehrer Philipp Kroll von der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule aus Bergkamen am Abend vor der Preisverleihung des Deutschen Schulpreises. "Alleine deshalb würde es mich freuen, uns sehr weit vorne zu sehen, auch auf dem ersten Platz. Weil ich weiß, dass ganz viele Schulen mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung tolle Arbeit machen! Manchmal kommen wir zu kurz in der öffentlichen Wahrnehmung."
Kroll, seine Kollegen und einige Schülerinnen und Schüler seiner Schule hatten bereits einen langen Tag in der Hauptstadt hinter sich. Am Montag hatte es bereits viele Workshops gegeben. Und Proben für die Preisverleihung am Dienstag.
Schulen im Kreis Unna unter den 20 besten Schulen Deutschlands
Gleich zwei Schulen aus dem Kreis Unna standen im Finale des begehrten Deutschen Schulpreises: die Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg und die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen.
Monatelang hatten sie sich auf diesen Moment vorbereitet. Bereits im April hatte die Jury aus 87 Bewerbungen die 20 besten ausgewählt. Danach folgte ein anspruchsvoller und langwieriger Prozess: immer wieder besuchten Juryteams die Schulen. Sprachen mit Lehrkräften, mit Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern.
Die Förderschule in Bergkamen hat dabei ein innovatives Konzept vorstellen können: ihr Angebot für Kinder mit komplexen geistigen Behinderungen und Autismus.
Sechs wichtige Kriterien
Nachdem die Expertinnen und Experten auch den Unterricht und Schulprojekte begutachtet hatten, nominierten sie die 15 Finalisten, die am Dienstag in Berlin um den Titel bangten. Die Preisverleihung läuft aktuell noch. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz ist vor Ort.
Kriterien für den Einzug ins Finale waren sechs Qualitätsbereiche: "Unterrichtsqualität", "Leistung", "Umgang mit Vielfalt", "Verantwortung", "Schulleben und Netzwerke" und "Lernende Schule". Diese Merkmale seien als Kennzeichen guter Schulqualität allgemein anerkannt, schreibt die Robert-Bosch-Stiftung, die den Preis unter anderem verleiht.
100.000 Euro Preisgeld
Es ging um viel Geld: 100.000 Euro winken dem Gewinner des Hauptpreises. Fünf weitere Preise sind mit 30.000 Euro dotiert. Leer geht aber heute niemand aus. Auch die anderen Schulen erhalten Preise. Die Anerkennungspreise bringen den Schulen 5.000 Euro.
Auch die Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg hoffte auf einen Sieg. Eva Claas ist stellvertretende Schulleiterin. Auch sie und Schülerin Leni, mittlerweile 10 Jahre alt und schon auf der weiterführenden Schule, nahmen sich am Abend vor der Preisverleihung Zeit für ein Gespräch mit dem WDR.
"Die Konkurrenz ist hart, es wird schon ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Da bin ich mir sicher. Wir hoffen natürlich, dass wir einen Preis mit nach Hause nehmen dürfen!", erzählte Claas. "Aber die Nominierung alleine ist schon eine riesige Auszeichnung und wir sind ganz stolz hier sein zu dürfen. Wir haben auf jeden Fall gewonnen! Egal was da passiert!"
Ähnlich sah es auch Leni. Sie hat als Schülerin den langen Auswahlprozess der letzten Monate miterlebt. "Klar wär es traurig, wenn wir nicht gewinnen würden. Aber es war eine tolle Vorbereitung, wir waren dabei und das war schon eine der coolsten Sachen!"
Der Deutsche Schulpreis wird am Dienstag bereits zum zwanzigsten Mal vergeben. Die Robert Bosch Stiftung GmbH und die Heidehof Stiftung GmbH verleihen ihn. Diesjährige Kooperationspartner sind die ARD und die ZEIT Verlagsgruppe. Die gesamte Preisverleihung kann live bei ard alpha gestreamt werden.