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Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg: Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

Nation

Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg ermittelt die Polizei auch wegen Terrorverdachts. Das teilte die Polizei mit. Die Sprengvorrichtungen am Umspannwerk in Turnow-Preilack im Kreis Spree-Neiße könnten nach Angaben von Landesinnenminister Jan Redmann (CDU) schon vor einigen Tagen angebracht worden sein. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es bisher nicht. Das sagte er am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags.

Demnach wurden Ermittlungen wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung aufgenommen, ebenso wegen des Verdachts der Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel.

Am Dienstag waren an einem Umspannwerk unweit des Kraftwerks Jänschwalde Sprengvorrichtungen gefunden worden. Es gebe Unterschiede in der Tatbegehung zu den Anschlägen auf das Tesla-Werk oder zum Stromausfall in Berlin, sagte Redmann im ZDF-„Morgenmagazin“. Das sei möglicherweise ein anderes Vorgehen.

„Die Tatbegehung passt nicht zu anderen Anschlägen der linksextremistischen Szene wie etwa auf Tesla“, sagte Redmann im Innenausschuss. Auch weil bislang kein Bekennerschreiben vorliege.

„Wir können gegenwärtig keine Täterschaft ausschließen“, sagte er. Es handele sich aber um eine wichtige Verbindung in der Nord-Süd-Energieversorgung. Ziel des Anschlags könne daher auch gewesen sein, die Stromversorgung in Deutschland zu destabilisieren und für großflächige Ausfälle zu sorgen. „Das ist hybride Bedrohung, die wir da gegenwärtig erleben, und insofern können wir auch nicht ausschließen, dass fremde Mächte dahinterstecken“, sagte er im ZDF.

Hinweise darauf, dass eine ausländische Macht für die Tat verantwortlich ist, gebe es aber nicht, so Redmann im Innenausschuss. „Es ist aktuell nicht möglich, den Täterkreis einzugrenzen.“ Und weiter: „Dass die Tat die Handschrift Russlands trägt, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.“ Die Lage sei eine andere als bei dem Drohnenvorfall in Halle/Leipzig. Auch zur linksextremistischen Szene gebe es bislang keine konkreten Hinweise.

Man müsse in jedem Fall davon ausgehen, dass die Täter schon mehrere Tage vorher vor Ort gewesen seien, um die Sabotageanlagen zu installieren und das Gelände auszukundschaften. „Man muss sagen, dass wir verdammtes Glück gehabt haben“, sagte Redmann

Laut Netzbetreiber 50Hertz ist der Angriff glimpflich ausgegangen. So gab es durch die Sabotage keinen Stromausfall. Wie Redmann sagte, sah ein 50Hertz-Mitarbeiter einen grellen Lichtbogen und einen kleinen Krater. Bis Dienstagabend wurde eine zweistellige Zahl an „Vorrichtungen“ gefunden, so Redmann. „Da steckte schon eine Absicht dahinter, großen Schaden anzurichten.“ Wie „Bild“ berichtet, wurden mehr als 20 selbstgebaute Raketen für die Attacke vorbereitet. Demnach setzten die Täter offenbar auch Zeitzünder ein.

Nach jetzigem Stand habe nur einer der „raketenähnlichen Gegenstände“ einen Grundschluss herbeigeführt. Um handelsübliche Silvesterraketen habe es sich dabei nicht gehandelt, auch wenn sie so ähnlich aussehen würden. Der Bau dieser Gegenstände setze ein „technisches Knowhow voraus“. Es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass Laien mit Anleitungen aus dem Internet dazu in der Lage wären, solche zu bauen, so Redmann.

Redmann fordert besseren Schutz der kritischen Infrastrukrur

Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg fordert Redmann einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur. „Wir sichern diese Bereiche nicht ausreichend, weil sie in einer Zeit errichtet wurden, in der es eine andere Bedrohungslage gab“, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. „Und wir müssen hier schnell nachrüsten.“

Die kritische Infrastruktur in Deutschland sei vielgestaltig, sagte Redmann. Er nannte Flughäfen, Tausende Kilometer Stromleitungen, Telekommunikationsinfrastruktur sowie Gas- und Wasserversorgung. „Und wir sind in all diesen Bereichen zu gefährdet.“

„Wir müssen schnell dafür sorgen, dass die Betreiber ihre eigenen Einrichtungen besser sichern können. Auch mit Befugnissen, die gegenwärtig nur die Polizei hat“, sagte Redmann. Etwa die Befugnis, Drohnen abwehren zu können oder intelligente Videoüberwachung einzusetzen. Man könne nicht neben jeden Hochspannungsmasten einen Polizisten stellen.

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