Angriff mit Pyrotechnik: Unbekannte attackieren Reisebus auf A20
Stand: 21.10.2026 12:58 Uhr
Ein Bus mit griechischen Basketball-Fans ist auf der Rückreise aus Rostock mit Pyrotechnik beschossen worden. Die Anhänger von Aris Thessaloniki waren in der Nacht zu Mittwoch auf der Autobahn A20 in Richtung Lübeck unterwegs.
Plötzlich prallten Signalfackeln und ähnliche Pyrotechnik gegen das Fahrzeug. Laut Polizei durchschlug ein Geschoss ein Fenster auf der Beifahrerseite. Der Fahrer konnte den Bus sicher auf den Standstreifen lenken. Die rund 70 Insassen blieben unverletzt.
Polizistinnen und Polizisten haben auf einer Autobahnbrücke bei Groß Bölkow (Landkreis Rostock) Spuren gesichert. Vermutlich hatten die unbekannten Täter von dort aus den Bus attackiert. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Rostocker Gastgeber zeigen sich betroffen
Erschrocken und tief betroffen von dem Angriff zeigen sich die Gastgeber der Rostock Seawolves. In einer Stellungnahme, die am Mittwoch auf Deutsch und Griechisch veröffentlicht worden ist, heißt es: "Gewalt gegen Gästefans ist durch nichts zu rechtfertigen." In der Geschichte des Clubs sei so etwas noch nicht vorgefallen.
Der Abend habe als historischer Moment in die Geschichte des Vereins eingehen sollen, so die Seawolves weiter. Erstmals sei ein Rostocker Europapokal-Heimspiel ausverkauft gewesen. Viele leidenschaftliche Fans hätten für eine stimmungsvolle Atmosphäre gesorgt. Dass ein solcher Anlass möglicherweise von Außenstehenden instrumentalisiert worden sei, um Gewalt auszuüben, mache den Verein fassungslos.
Innenminister verurteilt mutmaßlichen Übergriff
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) Berichte über einen mutmaßlichen Übergriff unter Beteiligung von Rostocker Fans besorgniserregend genannt. Es sei wichtig, dass die Ereignisse sorgfältig aufgearbeitet werden, sagt Pegel: "Wer für Gewalt verantwortlich ist, muss im Rahmen der geltenden Gesetze zur Verantwortung gezogen werden. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass alle Menschen Sportveranstaltungen besuchen und anschließend sicher nach Hause zurückkehren können."
Die Fans von Aris Thessaloniki hatten am Dienstagabend ihr Team im EuroCup-Spiel gegen die Rostock Seawolves angefeuert. Für die Gastgeber endete das Spiel mit einer 79:110 (37:58)-Niederlage. Rund 450 griechische Gästefans waren laut Polizei für die Partie angereist, die unter hohen Sicherheitsvorkehrungen organisiert worden war. Rund um das Spiel in Rostock blieb es demnach überwiegend ruhig.