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Angriffe auf Russlands Rechenzentren: Ukraine zertrümmert Russlands KI-Hoffnungen

Welt

Angriffe auf Rechenzentren: Ukraine zertrümmert Russlands KI-Hoffnungen

Die Drohnenangriffe auf Yandex-Rechenzentren stören Cloud-Dienste und legen die KI-Infrastruktur lahm. Zielen die Luftschläge nicht nur auf Russland?

Die Yandex-Zentrale in Moskau. Wird das Unternehmen die Angriffe überstehen? Foto: Reuters

Die Ukraine greift russische Rechenzentren an und stört damit Yandex Cloud-Dienste und KI-Infrastruktur

Die Angriffe auf Rechenzentren in Sasowo, Kaluga und Wladimir führten zu Komplettabschaltungen der Anlagen. Betroffen sind auch die vom Unternehmen betriebenen Supercomputer.

Nach Raffinerien und Logistik-Zentren nimmt die Ukraine damit einen neuen Wirtschaftszweig gezielt ins Visier.

Die Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

Die Ukraine hat ein neues Ziel für ihre Drohnen gefunden: russische Rechenzentren. Nach Raffinerien und Logistik-Warenhäusern trifft es nun das digitale Rückgrat des Regimes in Moskau. Der Internetkonzern Yandex meldete bereits am Freitag ukrainische Angriffe auf Rechenzentren in Sasowo am 7. und Kaluga am 9. Oktober – beide in Westrussland. In der Nacht auf Sonntag wurde eine weitere Einrichtung in Wladimir in der gleichnamigen Region getroffen. In zwei von drei Fällen führte die Attacke zu einer Komplettabschaltung der Anlage.

Yandex – oft auch als „Google Russlands“ bezeichnet – steht damit vor einem ähnlichen Problem wie der zuvor ins Visier genommene Handelskonzern Wildberries: Die Standorte der Rechenzentren sind öffentlich und der russische Staat schützt sie nicht. Sollte die Ukraine das wollen, könnte sie dem Konzern damit die wirtschaftliche Existenz rauben.

Botnetze und KI-Supercomputer im Fadenkreuz

Doch wieso richtet die Ukraine ihre Waffen gegen die Rechenzentren? Offiziell wurde das nicht bestätigt, doch öffentlich verfügbare Daten des Cloud-Anbieters Cloudflare legen einen Schluss nahe: Sind die aus Russland gesteuerten Social-Media-Bot-Farmen das Ziel? Der Yandex zugerechnete Datenverkehr ist nach den Angriffen ersichtlich eingebrochen:

Yandex zugerechneter Datenverkehr im Vergleich zur Vorwoche. Foto: Cloudflare

Der Capgemini-Datenexperte Marijn Markus warnt in einem LinkedIn-Post jedoch vor zu schnellen Schlüssen. Unter Bots fallen in diesem Zusammenhang alle Zugriffe von automatischen Systemen wie Suchmaschinen-Crawlern, die Websites indexieren, Scrapern, die Daten sammeln, Überwachungstools, die prüfen, ob Websites online sind, sowie automatisierten Skripten, die mit APIs interagieren. „Ein ‚Bot‘ bezeichnet daher nicht zwangsläufig ein Fake-Konto, das in sozialen Medien Kremlpropaganda verbreitet“, schreibt er.

Dennoch: Der erste Angriff auf das Rechenzentrum in Sasowo hatte bereits gezielt zwei Supercomputer außer Betrieb gesetzt, die zum Trainieren neuronaler Netze eingesetzt werden. Daher hält er einen gezielten Schlag gegen Botnetze für nicht ausgeschlossen – insbesondere mit Blick auf die anstehenden US‑Zwischenwahlen. Was für eine sehr gezielte Angriffsplanung der Ukraine spricht: Den verfügbaren Informationen zufolge galt der Angriff in der Nacht auf Sonntag dem letzten der insgesamt drei bekannten KI-Supercomputer des Unternehmens.

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Auch das Zentrum in Kaluga ist für das Unternehmen wichtig, denn es ist eines der größten Rechenzentren von Yandex und unterstützt sowohl die interne Infrastruktur des Unternehmens als auch Yandex Cloud.

Ausfälle treffen russische Cloud-Kunden und Onlinedienste

Die Folgen sind für den normalen Nutzer in Russland bislang nur punktuell spürbar. Die wichtigsten Dienste des Unternehmens waren laut lokalen Medien nur mäßig beeinträchtigt. Für einige Kunden von Yandex Cloud, deren Ressourcen in der betroffenen Zone gehostet wurden, waren die Ausfälle jedoch gravierender. Cian, eine russische Onlineplattform für Immobilien, meldete Störungen seiner Website und App. Auch einige Immobilienentwickler, Geschäfte und Anbieter elektronischer Dokumentenverwaltung berichteten von Problemen mit ihren Diensten.

Yandex wurde vom Milliardär Arkadi Wolosch gegründet. 2024 zog er sich nach seiner Verurteilung des russischen Kriegs gegen die Ukraine aus dem Russlandgeschäft zurück – im Rahmen einer vom Kreml kontrollierten Transaktion. Der Deal ermöglichte es der in den Niederlanden registrierten Muttergesellschaft, die inzwischen den Namen Nebius Group trägt, sich vollständig aus Russland zurückzuziehen.

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