Angriffe in Afghanistan: Pakistan meldet Tötung vieler Extremisten in Afghanistan
Die Atommacht Pakistan hat erneut Ziele im Nachbarland Afghanistan angegriffen. In der Nacht wurden bei Luftangriffen im Osten des Landes nach pakistanischen Angaben 25 afghanische Kämpfer getötet. Die in Afghanistan herrschende Talibanregierung sprach hingegen von 36 getöteten Zivilistinnen und Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Außerdem seien 163 weitere Menschen verletzt worden, schrieb der stellvertretende afghanische Regierungssprecher Hamdullah Fitrat auf X. Eine unabhängige Prüfung der Angaben beider Seiten war bisher nicht möglich. Bereits am Sonntag hatte Pakistan einen Bodeneinsatz an der afghanischen Grenze gemeldet. Nach Angaben der Regierung in Islamabad wurden dabei 29 Extremisten getötet. Demnach wurden Verstecke und Rückzugsgebiete der pakistanischen Taliban (TTP) im Grenzgebiet attackiert. Bei den Angriffen seien zudem drei Ziele in den afghanischen Provinzen Paktia, Paktika und Kunar zerstört worden, teilte der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar mit. Er stellte die Angriffe als Antwort auf jüngste Terroranschläge in Pakistan dar, darunter einen Vorfall in der Hafenstadt Karatschi. Dabei waren am Samstag drei Sicherheitskräfte getötet worden. Drei Angreifer wurden ebenfalls getötet, ein weiterer verletzt. Das Militär bezeichnete ihn als afghanischen Staatsangehörigen. Die Gruppierung Jamaat-ul-Ahrar (JuA), eine Abspaltung der pakistanischen Taliban, bekannte sich zu dem Anschlag in Karatschi. Pakistan wirft Afghanistan vor, Terroristen zu beherbergen Zu den neuen pakistanischen Angriffen sagte der Sprecher der in Afghanistan herrschenden Talibanregierung, Sabiullah Mudschahid, die Angriffe Pakistans hätten viele Zivilisten getötet oder verletzt, darunter Frauen und Kinder. »Wir verurteilen diesen feigen Akt der Aggression aufs Schärfste und betrachten ihn als Verbrechen und als Akt der Grausamkeit«, sagte er.